Donnerstag, 30. April 2020

Magische Welten - Tropfsteinhöhlen in Slowenien


Bitte beachten: Weltweit tritt das Corona-Virus auf. Deshalb gab und gibt es große Reiseeinschränkungen. Das war auch am 28. April 2020 noch so. Man sollte sich unbedingt aktuell informieren, wenn man reisen will. Der Reisebericht will lediglich die in verschiedenen Jahren erfahrenen und erkundeten Örtlichkeiten vorstellen.

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Von Postojna über Lipica bis Skocjan



Oberhalb der Höhle von Skocjan liegt der Ort Divaca. (alle Fotos, alle Rechte,soweit nicht anders angegeben, bei: (c) Jürgen Weller, Siegen - Medienbüro DialogPresseweller 2020.


Slowenien war und ist für uns öfter ein Reiseziel. Stets aufs Neue begeistern uns diese wundervolle Landschaft mit ihren Bergen und dem Meer, dem Karst und den Seen wie in Bled und Bohinj sowie verträumten Orten und lebhaften Städten. Vieles im schönen Land zeigt sich quasi live als Postkartenidylle. Das ist mancherorts auch im Karst so, der bei den Slowenen „Kras“ heißt und hier und da im Untergrund Schönes und Geheimnisvolles birgt.




Das Land einmal von oben erkunden.



Es gibt mehrere Strecken ins slowenische Karstgebiet und zu den Höhlen oder Grotten, die mit Tropfsteinen und mehr in Jahrmillionen entstanden sind. Wer will, nutzt für die Anfahrt von Nordwesten aus die – mautpflichtige – slowenische Autobahn. Es gibt aber auch andere Anfahrtswege, unter anderem über Italien. Wir erfahren uns das Karstgebiet über Krajnska Gora und Ljubljana, der slowenischen Hauptstadt, über normale Hauptstraßen. In den frühen Jahren gab es die Autobahn noch nicht. Wenn wir es nicht eilig haben, nutzen wir auch heutzutage öfter Bundes- und Landstraßen in Jugoslawien und Italien als die Autobahn. Irgendwo und irgendwann vor Jahrzehnten machten wir, noch ein gutes Stück von Postojna entfernt, etwas abseits der Hauptwegstrecke, kurzen Halt. Im wiesigen Gelände vor einem alten hier und da bröckelnden Plateau lagen Reste von breiten Treppenstufen, die jetzt ins Gestrüpp führten. Das ließ uns vermuten, dass oberhalb auf der großen ebenen Fläche ein imposantes Haus oder eine Villa gestanden haben könnte. Die ehemaligen Bewohner und ihre Gäste mögen wohl bei Feiern oder Festen von der Terrasse in die einstigen Garten- oder Parkanlagen geschlendert sein, um während des Aufenthaltes ein Stück mehr von der Natur zu kosten.
Auf dem Weg von Ljubljana in den Südwesten des Landes wollen wir aber vor allem die Höhlen mit ihren Tropfsteinen und Gebilden kennenlernen. Weltbekannt ist Postojna, die Postojnska Jama, bei uns oft noch „Adelsberger Grotte“ genannt. In diesem verwunschenen Karst, in dem Flüsse und Bäche verschwinden und irgendwo wieder auftauchen, gibt es viele Höhlensysteme. Es sind die ewigen Wunder der Natur, die aus Wasser, Kalkgestein, Dolomit und anderen Formationen und Sedimenten solche Landschaften und Systeme hervorbringen. Nicht in einem Menschenleben, sondern in langer, langer Zeit, in der sich das Klima öfter wandelte und es immer wieder Veränderungen gab.


Durch den "wilden" Karst, irgendwo zwischen Krajn und Meer auf dem Weg zu den Höhlen.

Postojna mit Pivka und Lipica – Steter Tropfen ...
Bei Postojna, unserem ersten Ziel, haben wir es mit zwei benachbarten Höhlen zu tun. Wir sind im pittoresken Karst mit seinen Dolinen, den kleinen und größeren Senken, Die weltweit bekannte Höhle von Postojna, auch noch bekannt als Adelsberger Grotte, ist eine davon. In der Restauration trinken wir noch einen Kaffee, bevor es losgeht.
Die Gruppe wird in mehreren Sprachen begrüßt und geführt. Da die Temperatur in der Höhle bei etwa zehn Grad liegt, ist es sinnvoll, trotz Sonnenscheins draußen etwas Warmes anzuziehen. Man kann auch einen Regenmantel ausleihen. Ein Bähnchen bringt uns in die „Unterwelt“. Von dort aus erwandern wir uns unter sachkundiger Führung, die in vielen Sprachen durchgeführt wird, die Gänge. Wie bei anderen Höhlenbesuchen sollte man schon einigermaßen gut zu Fuß sein, da der Weg über mehrere Kilometer führt.


In der Postojna Jama, der großen Tropfsteinhöhle von Postojna. (Fotoausschnitt: Slow. Verkehrsamt)

Alle paar Meter sind wir erstaunt von den Stalagtiten, den von der Decke hängende Tropfsteinen, und Stalagmiten, die vom Boden aufwärts wachsenden Tropfsteine. Alle zeigen sich in verschiedenen Formen, mal schlank, mal dick, mal mit Farbveränderungen, hier heller, da dunkler, mal kleiner, mal sehr groß. Das Sprichwort „Steter Tropfen höhlt den Stein“ muss hier anders heißen: „Steter Tropfen lässt den Tropfstein wachsen“. Fantasie ist gefragt, um aus den Formationen Bilder im Kopf zu formen. Steht dort ein Riese?, ist hier eine verwobene Filigranarbeit, entstanden in Hunderttausenden von Jahren? Was würden uns die Tropfsteine über das Leben früher erzählen, könnten sie reden? Fülle und Unterschiedlichkeit sind beeindruckend. Das ist auch die große unterirdische Halle, nach der nach rund eineinhalb Stunden der Gang durchs Höhlensystem, in dem der blinde Grottenolm wohnt, zu Ende geht. Wie in den weiteren Höhlen bekommen wir ein kleines Bild davon, was uns Erde und Natur in Jahrmillionen Schönes, Sehenswertes, Bewundernwertes hinterlassen haben!

Pivka-Höhle und Lipizzaner
Unweit des Geländes liegt die Pivka-Höhle (Pivka Jama), die über einen Schacht in die Tiefe führt. Außerdem gibt es in der Nähe Lipica zu sehen. Das Gestüt hat eine Geschichte von über 400 Jahren. Gezüchtet werden die edlen und weltbekannten Lipizzaner. Wir haben es uns angeschaut. Man kann Besichtigungen machen und mehr. Ringsum auf den Wiesen grasen die weiß-gräulichen Pferde. Schön. Die Fohlen sind übrigens zuerst schwarz. Rund acht Kilometer nördlich von Postojna ist die Burg Predjamska Grad zu sehen. Sie steht vor einer über 120 Meter hohen Felswand, ist rund 800 Jahre alt und galt als uneinnehmbar. Unter der Höhlenburg sind zahlreiche Gänge angelegt. Wenn man schon in der Nähe ist, kann man sich die beeindruckende Burg einmal anschauen – imposant und alles andere als alltäglich.


Mächtiger Tropfstein in der Höhle von Skocjan.

Abzweig nach Skocjan
Zurück auf der Straße Richtung Adria zweigen wir bald ab nach Skocjan in der Gemeinde Divaca. Schließlich gibt es dort ebenfalls eine große besondere Höhle: Skocjanske Jame, in der die Reka fließt. Nach dem Kartenkauf ist bis zur Führung noch gut Zeit, um gemütlich eine Kleinigkeit zu essen und ein Mineralwasser zu trinken. Danach gehen wir ein paar Meter bis zum Treffpunkt, wo sich eine größere Gruppe versammelt hat und die Führerin wartet. Über Treppen und Wege laufen wir tief abwärts. Von Weitem sieht man es gut: Im Hintergrund das Dorf, dann ein riesiger Abhang, wohl ein Einbruchtal. Genau da unten auf dem Talboden kommt links auch der Eingang in die Höhle, die als eine Art Canyon beschrieben wird. Nach dem Eintritt durch die Türe ins Innere des geheimnisvollen Systems beginnt die Erkundung, sagen wir das Anschauen und Staunen. Es geht so einige Kilometer mal bergauf und bergab, teils über felsige Wege, teils dicht entlang der Wände. Es ist wie in einem Reich der Elfen und Trolle, der Zauberer, Riesen und Zwerge. Außer dem Gemurmel der Gruppe und den Ansagen der Führerin ist oft Stille, die aber der Höhlenfluss mit Gurgeln und Rauschen untermalt, mal lauter, mal leiser. An einer Stelle sind viele Münzen im Flussbett, die golden und silbern glänzen. Was mögen die Menschen sich gewünscht haben? Glück und Gesundheit? Oder haben sie danke gesagt, dass sie so Schönes erleben können?


Am weiteren Weg kommen wir zu einer großen Halle. Wie mögen Lieder hier klingen? Wie wäre es, wenn ein Chor eines der Stücke vortrüge, leicht schwermütig oder melancholisch, wie wir es von slawischen Liedern kennen und die unser Gemüt berühren? Dazu könnte es ein frisches, fröhliches Lied sein, dass uns bereits die Nähe des blauen Meeres mit Palmen und Fischerbooten ahnen lässt.
Überall sehen wir die Figürlichkeiten, die den Kopf anregen und die Fantasie spielen lassen, um die Tropfsteine als dies oder das einzuordnen. Wir stehen staunend vor einem großen Sinterbecken und sehen den Riesen, gewaltig und rund 15 Meter hoch ist diese Figur, die wie ein immerwährender Fluss über sich und ihr Millionjahre-Dasein erzählen könnte. Ist er mit seiner imposantem Größe vielleicht der Bewacher des Höhlensystems? Was für eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Welt, welch feinsinnige und vielfältige Bildfolge, die die Sinne anzuregen versteht?



Es schimmert ein wenig silbern und golden dem Ende zu in einem Teil des Höhlenflusses. Es handelt sich um Geld, das Besucher als eine Art Glücksbringer in den Höhlenfluss geworfen haben.

Der Fluss rauscht, bald sehen wir eine hohe Brücke, die über den Cerkvenic geht. Hoch heißt hier rund 45 Meter! Richtung Ausgang müssen wir darüber. Hier und da blickt man mal vorsichtig runter, schaut zurück auf Felsen und Tropfsteine und tritt schließlich wieder hinaus ins Freie, umgeben von Grün und Wärme. Wir müssen nur ein paar Meter gehen, dann steigen wir in eine Art Schrägaufzug ein und gelangen wieder nach oben, zurück zum Ausgangspunkt.
Der Höhlendurchgang war ein Weg für die Sinne, der uns wieder einmal die Vielfalt von Natur und Schöpfung, von Werden, Wachsen und Vergehen gezeigt hat und in Erinnerung geblieben ist als ein schönes Stück schöpferischer Naturkräfte.


Zurück ging es damals unweit des Höhlenausgangs mit dieser Schrägbahn.

Essen und Trinken
Landestypisches bietet sich an. Überall findet man die Klassiker wie die würzigen Hackröllchen Cevapcici, meist mit rohen Zwiebeln und Aiwa, einer würzigen Paste, sowie mit Reis oder seit Jahrzehnten auch mit Pommes. Typisch sind ebenfalls die Fleischspieße Raznici, wozu Reis oder Pommes serviert werden. Aber es gibt vieles andere in der slowenischen Küche zu entdecken, von Gerichten mit Kraut und Sauerkraut über deftige oder feine Suppen, Juha, bis zum luftgetrockneten Schinken, Prsut. Der Schinken wird zum Beispiel mit Weißbrot und Paprikascheiben oder -stücken serviert. Ein guter Prsut ist ein Fest für den Gaumen. Dazu passt für Nicht-Auto- oder Motorradfahrer ein Gläschen Wein oder immer auch ein Mineralwasser.

Informationen
Slowenisches Verkehrsamt, Maximilianplatz 12a, 80333 München, www.slovenia.info; Postojnska jama, Sl-6230 Postojna,www.postojnska.jama.eu; Skocjanske jame, Matavun, Sl-6215 Divaca, https://www.park-skocjanske-jame.si/de

Reisebericht von Jürgen Weller, Journalist, Siegen. 1. Mai 2020. Diese Reise-Erfahrungen, teils von über 40 Jahren zu Slowenientouren, wurden zum Teil mit Hilfe der internetseiten des slowenischen Verkehrsamtes sowie der Höhlen aktualisiert und ergänzt. Dennoch sind in jeder Hinsicht Veränderungen zu heute möglich! Unabhängig davon ist es aufgrund der aktuellen Lage - Virusverbreitung - sinnvoll, sich zu Reise- und Besuchsbeschränkungen und -verboten jeweils aktuell zu informieren!

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