Donnerstag, 9. April 2015

Südschwarzwald: Störche, Schnee und nette Orte


Nach und nach zieht der Frühling ein wie in Mundingen. (Fotos: presseweller)


Vom Frühlingshauch in Mundingen auf die noch winterlichen Höhen

März 2015. (Dialog/jw). In den Tälern des Breisgaus und rund um den Kaiserstuhl gibt es schon ein laues Frühlingslüftchen, und auf den Bergen des Hochschwarzwalds liegt noch Schnee, der zum Skifahren lockt. Es ist Mitte März. Auch in Mundingen bekommen die Bäume und Sträucher schon Farbe, und Adebar ist bereits da. Hoch oben auf den Schwarzwaldhöhen sieht es da noch anders aus. Winterlich.

Wenn wir morgens so um 8 Uhr in unserer Ferienwohnung in Mundingen auf den Balkon gehen, dann ist die Luft noch richtig kalt, „frisch“, wie man bei uns sagt. Aber spätestens nach dem Frühstück ist die Sonne da und zaubert Farbe und mehr Wärme in die Welt. Mundingen? Ja, das ist ein großer Ortsteil von Emmendingen im Breisgau. Schaut man im ARD-Videotext auf die Wetterseiten, dann ist der Ortsname oft zu lesen. Das ländliche Örtchen mit Wetterstation, wie „eingepackt“ von Hügeln, Weinfeldern, und -hängen, Obstwiesen und Wald, ist häufig unter der Rubrik „Am wärmsten“ zu finden. Und jetzt, Mitte März, sind auch die Störche schon da. Mal hinschauen: ein großes Nest auf der Kirche und auf der Schule. Da wird geklappert, was das Zeug hält.
Mal am Bach entlang schlendern oder raus in die Flur bis zu den Rebstöcken oder durch einen der Hohlwege spazieren, wie über die Höhe nach Emmendingen. Fast immer im Blick: die nahe Burgruine Landeck. In Mundingen, bereits Ende des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt, ist der Weinbau schon immer ein Thema. Die Winzergenossenschaft Mundingen-Landeck hat ihren Sitz im Ort. Dort können Weinfreunde mehr erfahren wie zu den gehaltvollen Spätburgundern, aber auch zu Weißherbst, Gewürztraminer, Grauem Burgunder und anderen sowie zum Winzersekt Pinot Rosé. Es gab schon verschiedene Auszeichnungen. Wer den Weingenuss mit Gutem aus der Küche – und zu zivilen Preisen - verbinden will, kann das im Ortsgasthof „Zum Eichbaum“. Da es noch nicht wenige Raucher gibt: Man kann außerhalb der Gasträume „überdacht“ und mit Sitzgelegenheit seine Zigarette, Zigarre oder Pfeife „paffen“.


 Die Störche sind da, in Mundingen auf Kirche und Schule. 


Mal in den Schnee
Für unsere Kurvenfahrten ist der Hochschwarzwald angesagt. Über die Umgehungsstraße nach Freiburg. Dort wurschteln wir uns durch den regen Verkehr. Man muss nicht nur auf den Auto-und Fußgängerverkehr und Radler aufpassen, sondern auch auf die Straßenbahn und die Beschilderung. Wir bekommen laut Karte mit, dass wir Richtung Donauwörth fahren müssen, um nach Kirchzarten zu kommen. Klappt so irgendwie. Von Kirchzarten an geht es dann auch schon bergauf, vorbei an Dörfern und einem uralten „Wasserturm“ mit teilweise noch erhaltener Überbrückung im Hintertal. Überall auf den Höhen ist noch Schnee zu sehen. Belchen und Feldberg sind nicht so weit. Diese passähnliche Straße hat es in sich: ständig stramme Kurven und Kehren, Steigung 14 Prozent. Irgendwo oben rechts zwischen den Bäumen Umrisse einer Ferien- oder Ausflugsanlage. Endlich ist genug Höhe gemacht. Oben! Plateau. Links Hotelanlage, rechts Skigebiet mit iefer Schneedecke. Skifahrer nutzen Lift und Abfahrt, für Familien und Kinder gibt es daneben ein Förderband, dass die Kleinen zum Ausgangspunkt bringt und wo sie in sanfterem Gelände wieder „abfahren“ können. Klappt ja. Der Vater fährt langsam vorweg, die Kinder folgen in Bremshaltung. Die Sonne lacht, und es ist kühl. Wir sind auf 1121 Metern im Skigebiet Notschrei.


Im Hochschwarzwald, hier Notschrei, über 1100 Meter, gab es noch Ski-Schnee.


Über Schönau nach Todtmoos
Für uns heißt es jetzt „kurvenreich abwärts“. Nächster Halt ist Schönau, wo wir durch die verkehrsberuhigte Zone des Städtchens bummeln. Es ist Markttag mit einem grünen und bunten Angebot, aber auch an Back- und Wurstwaren. Wir sehen die Gerichtseiche mit einer Erläuterung zur letzten Urteilsvollstreckung und natürlich die Kirche Mariä Himmelfahrt mit ihren wunderschönen Buntglasfenstern, einschließlich der Buntglasrosette. Mit alter Kirche und Gerichtseiche kann man hier Geschichte nachvollziehen. Nach dem Bummel kehren wir nur ein paar Meter weiter auf einen Kaffee mit Gebäck im „Vier Löwen“ mit seinem angenehmen Ambiente ein.
Obwohl das Städtchen verwunschen im Wiesental liegt und von hohen Schwarzwaldbergen umgeben ist, rührt sich was. Da gibt es einen Golfplatz, das „Jogi-Löw-Stadion“ sowie auch Gewerbe und Industrie mit teils alteingesessenen Firmen.
Ade, Schönau. Der weitere Verlauf der Strrecke führt mal wieder etwas hoch und mal wieder runter durch die verschiedensten Ortsteile von Todtmoos, teils mit typischen Schwarzwaldhäusern. Schließlich der bekannte Touristenort selbst. Blick in die Berge, verkehrsberuhigte Zone zum Bummeln und mit teils ideenreichen Fach- und Souvenirgeschäften wie rund um die Schafwolle. Schön. Ein Jugendhaus, die Kirche, das Panorama. Die Preise auf der Speisenkarte des Hotels sind überschaubar, und vor allem gibt es auch „kleinere Portionen“. Das finden wir richtig gut, weil es nach wie vor nur selten vorkommt.
Freiamt mit seinen vielen Ortsteilen nehmen wir ebenfalls noch mit. Weiter Blick von der Höhe von „Am Herrwald“ aus. Das Café „Caféduft“ ist gut besucht. Wir kehren ein. Die verschiedensten Kuchen lachen uns an, feine Torten, natürlich einschließlich der „Schwarzwälder“. Die Stücke sind riesig. Aber es gibt etwas Besonderes: Hier kann man auch halbe Stücke bestellen. Das ist doch einmal eine sehr nette Idee. Gut geschmeckt hat's auch!
Über Landeck zurück nach Mundingen. Mal vom Balkon aus schauen, was Störche abends so treiben. Auf jeden Fall sind sie da! (presseweller)


Zu Einzelfotos (Orte wie Schönau, Todtmoos, Landschaft usw.) bitte bei presseweller anfragen.

Hilfreiche Webseiten
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und Ortenau auch auf www.presseweller.de

Redaktionen bitte zu weiteren Fotos und zu anderen Reisethemen anfragen.
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Donnerstag, 5. März 2015

Kurs Nord: Landidylle, Blüte, Radelspaß


Obstbaumblüte im Alten Land und Bremen-Besuch. (Fotos: presseweller)


Über Bremen und Sittensen ins Alte Land an die Elbe


März 2015. Auf unserer Nordtour sind wir gut in der Zeit. Also nehmen wir uns Bremen noch mit, schauen im Schnoorviertel vorbei, danach aber von der Weser durch die Geest und an die Elbe, zumeist etwas abseits eingefahrener Touristenrouten, dafür schön von der Landschaft her, ruhig sowie sehens- und erlebenswert - dort, wo Radler sich angesichts der zig Radwege wie Könige fühlen können.

Wenn sich jetzt auch, während wir diesen Text schreiben, der Winter teils noch grau und trüb zeigt, so wissen wir doch, dass bald wieder ein neuer Frühling kommt und Lust auf Ausflüge und Reisen macht. Auf Kurs Nord: Etwas abseits der Route schauen wir uns in Bremen das Schnoorviertel an, kommen alten Zeiten auf die Spur. Enge Gässchen, Fachwerk,  Kunst- und Kunsthandwerksgeschäfte, Galerien und dies und das und natürlich jede Menge Einkehrmöglichkeiten in Cafés, Gaststätten und Restaurants. Reizvoll. Eine Bremerin sagt uns, dass sie und die Familie diese Mischung aus alten Zeiten und Neuzeit mögen, und dann der jährliche Freimarkt …! Uns führt der Weg in östliche Richtung nach Sittensen in der Geest und Nordheide, am Rande des Ostetales. Ein Park mit alter Mühle, Mühlteich und Heimathaus. Im Museum sehen wir, wie früher für die „Aussteuer“ vorgesorgt wurde. Schon beeindruckend solch ein gefüllter Wäscheschrank. Auf einem kleinen Hügel die Kirche St. Dionysius. Die Ursprünge gehen auf das 17.Jahrhundert zurück. Am Wegesrand überall Felder, weite Wiesen und Weiden, Pferde, bunt blühende Abschnitte, wo „Blumen zum Selberpflücken“ angeboten werden. Es ist aber auch das Land der Moore und des Torfs. In Sauensiek vom Torfwerk fährt ein Bähnchen hinaus ins Moor. Idyllisch.



In Sittensen an der alten Mühle, die Kirche St. Dionys im Hintergrund. 


Per Rad durch die Landschaft

Radler, die keine herausfordernden Berge suchen, müssen sich hier wie Könige fühlen. Durch Wiesen und Anpflanzungen deutlich getrennt, führen viele Radwege neben den Straßen her, und natürlich kann man Abzweige nehmen. Dörfer, Wälder, hohe Eichen, Birken, die sich im Wind wiegen, dunkle Moorbäche. Die Wege sind meist eher eben, aber es gibt auch kleine Steigungen und ab und an Gegenwind, gegen den die Radler anstrampeln müssen. Gerade, wer weitere Wege fahren will und nicht so sportlich ist, hat hier auch mit dem Pedelec, dieser E-Bike-Art, einen guten Partner. Es geht von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf. Unter „Bike-Click“ auf www.presseweller.de findet man eine Radtourbeschreibung zu einem Museumsbauernhof.

Hofläden und Elbedeich

Richtung Elbe schauen wir uns noch um. Wer kennt Bliedersdorf? Da machen wir Station. Bereits auf der Straße von Apensen nach Harsefeld kommt gleich beim Abzweig zum Ort links ein riesiger Hofladen in den Blick. Obst, Gemüse, Käse und Schinken und anderes gibt's reichlich, dazu zig Artikel für die schöne Gartendeko. Im alteingesessenen Gasthof schräg gegenüber kann man auf Gutes aus der norddeutschen und deutschen Küche einkehren. Uns hat nicht nur das Essen, sondern das gesamte Ambiente gefallen. In Bliedersdorf selbst gibt es neben Heimatmuseum und Kirche auf einem kleinen Hügel ebenfalls einen Hofladen mit einem runden Angebot. Ein Augenmerk liegt auch hier auf der Spargelsaison. Das königliche Gemüse wächst ringsum auf den Feldern und wird zur Erntezeit quietschend frisch angeboten.


Am kleinen See in Harsefeld. 



Harsefeld mit Klosterpark, See und mehr sowie Stade mit seiner Altstadt sind eigene Geschichten wert. Wir sehen den Elbdeich, sind im Alten Land, lernen Jork, Grünendeich und weitere Orte kennen. Die schmucken Häuser, die großen Höfe mit den besonderen Toren, die schier endlosen Baumreihen aus Kirschen, Äpfeln und Co. Wie wunderschön das während der Blütezeit ist. Aber angenehm ist es auch, wenn das Obst gereift ist, man es an den vielen Ständen und bei den Direktanbietern auf den Höfen kaufen kann und man im Frische-Genuss schwelgt. Jetzt aber ist die Landschaft neben dem saftigen Grün der Deiche erst einmal ein Erlebnis in Weiß und Rotweiß. Blüte! „Bilderbuchhaft“, sagt der Schriftsteller Georg Hainer, „hier wachsen Träume von Ländlichkeit und Weite, malen blauer Himmel, die Farben der Natur und friedlich grasende Deichschafe Bildidyllen in den Kopf.“
Wir schlendern über den Deich. Schauen über die Elbe nach Blankenese. Kehren ein, lassen uns - mit Elbeblick - mit Gutem verwöhnen. „Da unten“ liegt Hamburg, „da oben“ Cuxhaven, Elbmündung, Da muss man bald auch noch einmal hin. (jw)


Download der Foto-Montage oben unter „Medientexte Tourismus“ auf http://www.presseweller.de
Zu Einzelfotos bitte anfragen.

Auf den Presseweller-Seiten findet man unter „Magazine, Videos, Blogs“ zugangsfrei auch weitere Berichte, Online-Magazine und Videos zu Norddeutschland und anderen Regionen.

Zur Region bieten zum Beispiel die Internetseiten stade-tourismus.de, tourismus-altesland.de und sittensen.de zahlreiche Informationen, auch zu Veranstaltungen, Museen und vielem mehr.


Freitag, 30. Januar 2015

In Kärntens Südwesten: Auf tiefen Schneespuren



Alles Schnee auf der Gailtalreise. (Alle Fotos (c) presseweller)


Unterwegs zwischen Karnischen und Gailtaler Alpen 

im Gailtal und am Nassfeld


Anders als früher, als wir oft noch im dicken Schnee und den ersten Krokussen auf den südseitigen Hängen den Palmsonntag oder die Osterfeiertage mit all den feierlichen Zeremonien erlebten, war es dieses Mal, 2014,  noch gut drei Wochen hin bis Ostern. Unterwegs hatten wir schon viele Schneelandschaften entdeckt. Ein Bild, das sich fortsetzte, als wir über die Windische Höhe ins Kärntner Gailtal, zwischen Karnischen und Gailtaler Alpen, einfuhren. Alles weiß, still ruhte der Pressegger See.

„So richtig viel Schnee haben wir heuer abbekommen“, erzählte uns ein Bekannter. Er zeigte Fotos, wie mühsam das tägliche Schneeräumen und wie hoch der Schnee gewesen war. Wir staunten. Noch immer trugen die Wiesen rund um die Gail wie die Berghänge dicke Schneepolster. „Bis es im Tal aper (schneefrei) ist, wird wohl noch einige Zeit dauern“, sagte Lorenz.
Die Straßen waren frei, so dass wir uns das eine und andere anschauen konnten, bevor es abends ins ins Hotel ging, wo wir nach dem Essen noch gemütlich mit den Gastgebern und anderen Gästen zusammensaßen, über Winter, Schnee, Wintersport, die Heimatorte und Anfahrt plauderten und den Tag ausklingen ließen. „Das Nassfeld mit seinen riesigen Schneemengen müsst ihr euch unbedingt anschauen“, war eine eindeutige Empfehlung.

Einmal hoch aufs Nassfeld
Also geht es am nächsten Tag ab in die Höhe. Die Passstraße ist geräumt. Je höher wir kommen, desto dicker der Schnee. Wie verstohlen liegt linksseitig in einer Kehre der Bodensee im verschneiten Wald. Bald schon sehen wir die Gartnerkofelsesselbahn und sind schließlich auf dem Nassfeld, dem bekannten Skigebiet, auf über 1500 Meter Seehöhe. Hier herrscht reges Treiben. Schließlich locken rund 110 Pistenkilometer. „Boh, das ist ja Schnee, was für eine Menge!“, staunen wir. Besonders gut sieht man es auf den Dächern der Gebäude, aber auch an den Markierungsstangen. „Das ist alles schon weit weniger, als noch vor ein paar Wochen,“ sagt man uns. Wir stapfen mit Juchhe im Schnee, schauen von leichter Anhöhe auf die italienische Seite und den Obersee mit dem mächtigen Felsmassiv des Malurch im Hintergrund. Beeindruckend. Nassfeld und Schnee sind uns nicht neu. Wir waren auch schon an Ostern da, als wir ein, zwei Meter oberhalb des Tennisplatzes durch den Schnee spazierten. Aber dieses Mal schien es noch mehr zu sein. Für die alteingesessenen Menschen im Tal und am Berg nichts so sehr Besonderes: „Das kommt immer wieder einmal. Viel Schnee sind wir gewohnt, weil sich hier am Karnischen Hauptkamm im Winter die Adriatiefs abschneien. Und das kann heftig sein.“ Die Skifahrer freut's. Wir erinnern uns an die Erzählungen von Franz und Erwin: „Es gab Jahre, da konntest du aus dem ersten Stock durchs Fenster auf die 'Straße' gehen.“ So ähnlich wird es wohl auch dieses Mal mitten im Winter 2014 gewesen sein.



Schnee satt auf dem Kärntner Nassfeld.



Durchs Dorf und Tal
Die Langlaufskier sind nicht dabei. Also geht es gut eingepackt per Pedes über den Wassererlebnisweg und durchs Dorf, an der alten Pfarrkirche und Bauernhäusern im typischen Kärntner Baustil mit den Schopfgiebeln vorbei. Die großen Ställe mit dem darüber liegenenden "Heuboden"  grenzen direkt ans Haus, alles oft umgeben von Obstbaumwiesen. Auf diesen leuchten in Sommer und Herbst Äpfel und Birnen aus den Ästen. Ein Teil des Obstes wird dazu verwendet, einen gehaltvollen herben Most und einen originalen bodenständigen Obstler für den Hausgebrauch herzustellen. Die Höfe haben in der Regel Brennrechte. Einen Obstler zum Anstoßen, einen Most für den Durst. Anders als der bei uns bekannte süße Most ist dieser hier alkoholhaltig. „Nicht zu viel“, rät Lorenz, „da kannst du schnell rauschig von werden.“
Eine Fahrt durchs Tal steht ebenfalls noch auf dem Programm. „Schattseitig“, wie man hier zu sagen pflegt. Das heißt, direkt unterhalb des Nordabfalls der Karnischen Alpen. Über enge Straßen geht es an kleinen Dörfern wie Döbernitzen mit Kirchen und Kapellen vorbei. Romantisch. Zwischendurch weisen Wegweiser auf Almen hin. Im Sommer schön, im Winter für normale Autos undurchdringlich. Auf der Höhe von Kirchbach kommt über Schneewiesen und die Gail das weit verlaufende Felsmassiv des Reißkofel besser in den Blick, mit über 2370 Metern der höchste Berg der Gailtaler Alpen.



Restauriertes Fresko an der Mauthener Kirche. 



Den Ort Mauthen erreichen wir quasi von der Rückseite. Er ist Teil der Gemeinde Kötschach-Mauthen. Die Mauthner Kirche trägt ein uraltes Fresko, im großen Rathausgebäude ist das Museum „1915 bis 1918“ etabliert, das mit zig Dokumenten und Ausstellungsstücken über die Zeit der Gebirgsfront im Ersten Weltkrieg erzählt, und in Kötschach schließlich die Kirche, der „Gailtaler Dom“. An der südseitigen Außenwand trägt die Kirche eine große Sonnenuhr.
Nach den Landschaftseindrücken zurück ins Hotel, zum "Hansbauer", dem ein Bauernhof angeschlossen ist. Tradition wird gepflegt. Man sieht es an den Dekostücken mit alten Skiern, den hölzernen Schneeschuhen von ehedem und dem landwirtschaftlichen Kleingerät, das die Wände ziert, alles abgerundet durch sorgsam erarbeitete Stickereien und anderem auf Kissen, Wandbehängen und Gardinen. Wir fühlen uns wohl.



Heimfahrt-Rückblick auf den Schneezauber im Gailtal. 


Am nächsten Morgen schneit es. Gut, dass wir heute nichts vorhaben, aber nicht so gut, wenn es durchschneit, schließlich wollen wir morgen früh nach Hause fahren. Zum Glück bleibt's im Rahmen. Es schneit „dünn“. Die Straßen sind bald wieder frei. Auch auf der Rückfahrt ist es so. Wir entscheiden uns wieder für die bestens geräumte Windische Höhe bei St. Stefan, um nach dem weiteren Pass, der "Kreuzen", bei Paternion flugs auf die Tauernautobahn zu kommen.
Nachdem wir viele Jahre nicht im Gailtaler Winter waren, sind wir froh, dass es dieses Mal geklappt hat und wir „auf tiefen Schneespuren“ im südwestlichen Kärnten sein konnten. Schön war's! (Jürgen Weller)

Aktuell per 30. Januar 2015 meldet das Nassfeld Neuschnee sowie eine Schneelage im Skigebiet bis 1,15 Meter!

Infos
Mehr zur Region und Reisethemen gibt es laufend auf http:www.presseweller.de
Zum Gailtal, Lesachtal, Weissensee auf www.nlw.at
Zum Nassfeld auf www.nassfeld.at

Bei Printabdruck erbitten wir unbedingt Belegseite oder PDF, bei Web einen Link!
30. 1. 2015. Alle Rechte (c) by presseweller.de

Interesse an Reiseberichten für Print, Content, Radio und TV? Schauen Sie auf die Webseite www.presseweller.de und fragen Sie bei Bedarf an. Es gibt und wir produzieren bevorzugt Berichte abseits eingefahrener Touristenrouten. Gern sind wir unterstützend tätig bei TV- und Radioberichten sowie bei Print-Aktionen. 


Mittwoch, 17. September 2014

Defereggental in Osttirol im O-Magazin

In Sommer und Winter Landschaftsbilder zum Träumen




Anriss der Titelseite des sechsseitigen Reports. (Foto-Mont.: presseweller)


September 2014. (Dialog/jw). Wenn Wilhelm und seine Frau vom ersten Urlaub im Defereggental vor rund 20 Jahren erzählen, bekommen sie leuchtende Augen. Sie schwelgen in bildhaften Texten uriger Almen und Wanderungen: „Das war so schön und erlebnisreich.“ Mitten im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol liegt das beschauliche Defereggental, ein Hochtal, das sich von Hopfgarten über St. Veit bis nach Jakob und zum Staller Sattel an der Grenze zu Südtirol zieht und von über 50 Dreitausendern überragt wird. Die Erholungs- und Aktivmöglichkeiten sowie der landschaftliche Reiz locken Urlauber aus vielen Ländern zu allen Jahreszeiten. Im neuen sechsseitigen Reisebericht-Report Defereggental kann sich jeder online bei kostenlosem Zugang einen informativen Überblick zum Hochtal in Osttirol verschaffen.

Weil das Tal mit seinen Steilhängen, den blitzsauberen Dörfern und den rauschenden Wassern zu allen Jahreszeiten so „richtig schön“ ist, trägt der Eingangstext auch den Titel „Landschaftsbilder zum Träumen“. Leser können sich auf eine Bild- und Textreise einlassen, die mehr von der Kultur- und Naturlandschaft auf der Südseite der Hohen Tauern erzählt, die einige Besonderheiten zu bieten hat wie die uralte Jagdhaus-Alm mit ihrem Ensemble aus Steinhäusern und den großen Zirbenwald, wozu man mehr im Museum in St. Jakob erfährt. Mit der rauschenden Schwarzach, den Wasserfällen und Themenwegen lädt das Tal zum Entdecken, zu Aktivitäten und zum Entschleunigen ein. Bodenständigkeit und Brauchtumspflege werden groß geschrieben. Und natürlich hat auch der Genuss seinen Platz, weil man in den Gasthöfen und Restaurant regionale und Tiroler Spezialitäten ebenso serviert wie Gutes aus der österreichischen und internationalen Küche.

Erlebnisreich im Winter

Während bis in den Herbst Wanderer, Radler und Mountainbiker ihr Terrain finden, sind es im Winter die Alpinskifahrer und Langläufer. Direkt vom Tal geht es mit der Bergbahn in die Skiwelt, in der auch Familien richtig sind. Im Skizentrum St. Jakob mit der Brunnalm führen die Pisten bis auf über 2.500 Meter, und Snowboarder toben sich im Funpark aus. Langläufer ziehen ihre Spuren entlang der Schwarzach oder auf Höhenloipen am Staller Sattel – bis auf über 2.000 Meter Seehöhe. Wie wäre es mit Rodel-Spaß oder einer geführten Schneeschuhwanderung in den Nationalpark Hohe Tauern? So vieles ist möglich. Im Reisebericht-Report Defereggental finden sich viele Hinweise und auch Informationen zu den einzelnen Orten: unterhaltsam und informativ.

Report und weitere Informationen

Das sechsseitige Magazin kann man ohne Anmeldung und kostenfrei online direkt von der Startseite auf http://www.presseweller.de aufrufen. Es steht auch eine PDF-Version zur Verfügung.

Mehr Informationen und Prospekte, auch zu den verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten, können bei der Urlaubsregion Defereggental angefordert werden: Unterrotte 44, A-9963 St. Jakob i. Def., Telefon (0043) 50 212 600, Fax 50 212 600-2, E-Mail: defereggental@osttirol.com, Internet: www.defereggental.org oder www.stjakob.at

Samstag, 23. August 2014

1. Weltkrieg: Museen in Kärnten und Slowenien



Schön sind die Julischen Alpen. Von der Südseite des Vrsic-Passes geht es ins Soca-Tal.

Gebirgsfront in den Karnischen Alpen und im Isonzotal


August 2014. (Dialog/jw). Der Beginn des Ersten Weltkriegs liegt 100 Jahre zurück. Von 1914 bis 1918 starben Millionen von Menschen. Nach dem tödlichen Schuss auf den österreichischen Erzherzog Franz-Ferdinand im Juni 2014 in Sarajewo erklärte Österreich-Ungarn wenig später Serbien den Krieg. Andere Staaten ließen sich mit in den Krieg hineinziehen, in Bündnissen mal auf dieser, mal auf jener Seite. Im Alpenraum bildeten sich in Karnischen und Julischen Alpen sowie in den Dolomiten Gebirgsfronten. Daran erinnern zum Beispiel Museen in Kötschach-Mauthen (Kärnten) und Kobarid in Slowenien.

Die Situation am Hauptkamm der Karnischen Alpen an der Südseite des Kärntner Gailtals und im Norden Friauls einerseits und im slowenischen Isonzo- oder Soca-Tal andererseits eskalierte 1915, weil Italien erst da in den Krieg eintrat und Österreich-Ungarn den Krieg erklärte. Die unschönen Ergebnisse dieses ersten gesamten großen Krieges im 20.Jahrhundert sind weithin bekannt. Vor allem wurden bereits für die damalige Zeit moderne Waffen jeder Art eingesetzt, bis wohl hin zu Giftgas.



In Kötschach-Mauthen im Rathaus ist das Museum 1915 - 1918. (Alle Fotos:(c) presseweller)

Museum im Ort und im Berggelände

Im „Museum 1915 – 1918“ im Rathaus in Kötschach-Mauthen im Kärntner Gailtal können sich Interessierte einen Überblick über die Geschehnisse der Gebirgsfront in den Karnischen Alpen anhand von Fotos, Dokumenten und unterschiedlichsten Exponaten verschaffen. Das wird ergänzt durch das Freilichtmuseum am Plöckenpass, wo auch alte Stellungen, Durchgänge und anderes mehr zu sehen sind und etwas abseits von der Passstraße aus begangen werden kann. An der Passstraße gibt es auch einen Gedenkfriedhof. Wer sonst in den Karnischen Alpen auf Wander- oder Bergtouren unterwegs ist, stößt hier und da ebenfalls auf Reste von Stellungen und Militärwegen. Der Karnische Höhenweg, der teils entlang der österreichisch-italienischen Grenze verläuft, heißt schon lange auch „Weg des Friedens“, Via della Pace“. Diesseits und jenseits der Grenze gibt es seit Jahrzehnten freundschaftliche Treffen. Wer diese Landschaften in Kärnten und Carnia besucht, mag gar nicht glauben, dass der Krieg hier in so idyllischer Landschaft so schlimm gewütet hat.


Ganz schlimm wütete der Krieg im malersichen Soca-Tal (Isonzo).

 

Im Tal des smaragdenen Flusses

So ist es auch im Tal der Soca, des Isonzo, im westlichen Slowenien. In der beeindruckenden Landschaft hat sich während des Ersten Weltkriegs Schlimmes abgespielt. Tote über Tote waren zu beklagen. Es galt vor allem auch wie überall in diesen Regionen, Berge zu erobern, weil man von dort mehr Überblick hatte und die Lage strategisch günstig war. Manche Berichte erzählen davon, dass sich diese so wunderbare smaragdfarbene Soca rot verfärbt hätte mit dem Blut der Verletzten und Getöteten.
Fährt man von Kranjska Gora über den Vrsic, den Werschetz-Pass, in dieses Tal, dann hat auch das eine geschichtliche Bewandtnis. Es war früher eine Militärstraße, die zu Zeiten des 1. Weltkriegs gebaut wurde, und zwar von russischen Kriegsgefangenen. „Schöne Strecke“, erzählt uns ein älterer Mann in gebrochenem Deutsch, „aber Bau war nicht gut, viele Tote.“ Das bestätigt sich, wenn man in Dokumenten und Beschreibungen zur Passstraße nachschaut. Deshalb gibt es am Pass auch eine russische Kapelle, die daran erinnert. Von der Straße aus muss man nur ein paar Meter hochgehen: schauen und innehalten.

In Kobarid im Soca-Tal gibt es das Museum zum 1. Weltkrieg mit zig Fotos und Dokumenten auf mehreren Etagen, in denen man mehr über diese einfach nur schlimmen Schlachten und das Leiden der Soldaten im Soca-Tal erfährt. Es gibt ebenfalls einen Freigeländebereich, wo man direkt vor Ort seine Eindrücke vertiefen kann. Es werden auch Führungen angeboten.

Wer heute im Tal der Soca unterwegs ist, kann sie wieder in ihrer Originalfarbe sehen, smaragdfarben schimmernd und klar. Wer nicht diese wunderschöne Passfahrt über den Vrsic – teils eng und auf der Südseite sehr steil – machen will, kann vom italienischen Cividale in den Ort gelangen oder südlicher von Gorizia aus ins Soca-Tal fahren. Eine Alternative ist der Predilpass, der über Tarvisio im nordwestlichen Italien erreicht wird.

Geschichtsinteressierte, aber auch Urlauber, die in diesen landschaftlich so reizvollen Regionen einfach mal einen Einblick in die damaligen Kriegszeiten haben wollen, haben damit zwei gute Möglichkeiten, sich das einstige Geschehen in Museen und Freilichteinrichtungen einmal gut dokumentiert zumindest in Ansätzen vor Augen zu führen. Ob die Staaten und Menschen daraus gelernt haben, ist wieder eine andere Frage. Schließlich ging es 1939 wieder los. Und wer heute auf die Erde schaut, weiß, in wie vielen Ländern und Regionen es schon wieder Krieg gibt und wie richtig schlimm das für alle Betroffenen ist. (presseweller)

Hinweis: Der Bericht soll nur einen kurzen informativen Überblick für Interessierte zur Gebirgsfront im 1. Weltkrieg und den zwei aufgeführten Museen geben. Insbesondere auch für Urlauber gedacht, die in diesen Gegenden unterwegs sind. Details und anderes überlassen wir den Historikern und Geschichtslehrern, die sich damit auskennen und alles sicher weitaus detaillierter beschreiben und erklären können.
Im gesamten Bereich werden auch weitere Museen und Einrichtungen das Thema 1. Weltkrieg im Bestand haben, außerdem gibt es aus Anlass des Kriegsbeginns vor 100 Jahren in vielen Museen und anderen Einrichtungen, auch in Deutschland, Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Wenn es für alle, die diese Zeiten nicht miterlebt haben, kaum möglich ist, sich in das Leid der Soldaten, der Bevölkerung und in die Zerstörungen hineinzuversetzen, so mag doch die Erkennntnis zurückbleiben: Krieg ist einfach nur schlimm, grausam, zerstörerisch, ganz schlimm!


Dienstag, 24. Juni 2014

Friaul: Berge, Seen und Genuss


Vielfalt im Friaul mit Tarvis, Markt, Bergen, Fusine-Seen der Wander- und Bergtourenlandschaft. (Fotos/Montage: presseweller)


Zwischen Tarvisio und Tolmezzo auf Entdeckungsreise

Von Jürgen Weller

Juni 2014. Siegen. Friuli-Giulia-Venezia, der wohlklingende Dreier-Name zeigt, auch mit der deutschen Bezeichnung „Friaul-Julisch-Venetien“, dass man in diesem Landstrich im Nordosten Italiens verschiedene Landschaftsbilder entdecken kann. Von der Südseite der Karnischen Alpen zieht sich die Region bis an die Adria, östlich schirmen die imposanten Julischen Alpen die Region ab. Hauptstadt ist Udine. Im Westen warten mit dem Monte Croce Carnico und dem Kreuzbergpass kurvenreiche Bergstraßen. Die friaulischen Dolomiten gehören ebenso dazu wie Städte mit reicher Geschichte und sehenswerten Baulichkeiten wie Tolmezzo, Cividale und der bestimmende Fluss, der Tagliamento mit seinem breiten Bett. Aber allein schon der Nordostzipfel, das Dreiländereck mit Österreich, Slowenien und Italien, ist eine Reise wert. Romanische, österreichische und slawische Kultur und Geschichte gehen eine angenehme Melange ein, die sich auch in der Küche widerspiegelt. 

Schon vor Jahrzehnten gab uns ein guter Bekannter in Kärnten den Tipp, mal diese Nachbarregion zu besuchen und mit dem Nordostzipfel von Friaul-Julisch-Venetien zu beginnen. Schon der erste Tagesausflug begeisterte, und so verblieben dieses Fleckchen Erde sowie die gesamte Region bis heute in unserem Reise- und Testprogramm mit dem Vermerk. "immer wieder einmal". Die Schöpfung hat hier eine vielfältige Palette hinterlassen, die sich in grünen Wäldern und Bergwiesen, schroffen Gipfeln, wiesigen Hügeln, Weingärten und pittoresken Dörfern sowie schließlich der blauen Adria zeigt. Was für eine schöne Welt! Es ist ein Landstrich, der die Sinne anspricht  „Bella Italia“ beginnt eben bereits im Norden. An nahezu jeder Ecke lassen sich tolle Landschaftspanoramen entdecken, und hier im Nordosten gibt es außerdem klasse Fahrradwege, wie man sie sonst selten sieht. Zwar huschen viele über die Autobahn Richtung Meer an diesem sehenswerten „Eck“  vorbei, aber es lohnt sich einfach, dieses Fleckchen Erde zwischen Tagliamento und Juliern, zwischen Tarvis und Tolmezzo kennen zu lernen.
Von Norden fahren wir von der Autobahn ab und tauchen vor Tarvis in die italienische, die friulanische, Welt ein. Das Städtchen, Tarvisio, ist relativ bekannt. Aus dem nahen Umkreis ist er wegen seines riesigen Marktes seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel. „Market“ ist auch ausgeschildert. Neben vielem anderen werden hauptsächlich Lederwaren, Schuhe, Jeans, diverse Bekleidung feilgeboten. War der Markt vor über 40 Jahren noch ein Heer von Ständen, änderte sich das im Laufe der Jahre: mal planenüberdachte Einzelstände, dann alles unter einem riesigen Gesamt-„Zelt“ und nun schließlich in einem festen Großgebäude. Man parkt auf der Straße oder auf dem darunter liegenden Parkplatz. Der Basar-Charakter hat sich erhalten: Feilschen ist durchaus erwünscht. Will man den Preis zu sehr drücken, sagt der Verkäufer dann vielleicht in gebrochenem Deutsch: „Mama mia“, „ich Frau und Kinder, muss auch was verdienen“. Ringsum haben sich außerdem viele Fachgeschäfte angesiedelt, von Sport- über Taschen- bis zu Schmuckgeschäften. Früher war es mal ein guter Tipp,  Ringe, Ketten  und Co. in Rotgold sowie Marken-Sportbekleidung in Tarvis zu kaufen. Seit Jahrzehnten gehört für so manche Kärntenurlauber und Durchreisende, die diese Besonderheit kennen, der Besuch des Tarviser Marktes „unbedingt“ dazu: bummeln, shoppen und auf Gutes einkehren. Gelati, Eis, Dolce, Kuchen, Pizza, Antipasti, Pasta und mehr sind keine Frage. Ristorante, Café, Bar und und ... Es gibt so viele Möglichkeiten, Gutes zu genießen, ob Käse aus der Region wie auch den geräucherten Ricotta oder den luftgetrockneten Schinken aus San Daniele, ob ein typisches Frico, eine Art Käse-Gratin, oder eine fein zubereitete Forelle. Für manche gehört zum Tarvis-Besuch auch die Pizza, für andere sind es die Spaghetti. Dazu ein Glas Wein aus Friaul. Vielleicht einen weißen Pinot Grigio oder einen roten Cabernet Sauvignon? Alles ganz nach eigenem Gusto.Obwohl nur ein Katzensprung von der Grenze zu Österreich: Alles ist schon typisch italienisch. Etwas oberhalb des Marktes liegt die Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo (Peter und Paul), deren Ursprung auf das 15.Jahrhundert zurückgeht und in der es alte Fresken zu bestaunen gibt. Wir schlendern hin. Vorplatz und Anlagen ringsum wurden neu gestaltet und laden zum Ausruhen ein. Gut zum Ausspannen nach dem Marktbesuch. 
Etwas weiter auf de Staatsstraße zweigt man nach Sella Nevea ab, dem Höhenort am Fuße des Monte Canin an der Grenze zu Slowenien. Einigen Wintersportlern wird er bekannt sein. Auf „Sommerfrischler“ wartet inzwischen ein Abenteuerpark mit Baumplattformen, Hängebrücken, Stegen und mehr, der "Parco Avventure Sella Nevea". Bekannt ist auch der Wallfahrtsberg, der Monte Lussari, der mit der Seilbahn erreicht wird.

 Die Fusine-Seen sehen

Aber wir wollen noch ein Stück weiter, nehmen die Strecke Richtung „Slovenija“ über erst gut ausgebaute, dann engere Straße unter die Räder. Bis zum Abzweig bei Weißenfels „Laghi di Fusine“, also zu den Fusine-Seen. Rechts ab, weiter hoch. Im Nadelwald und vor der imposanten Kulisse der Julischen Alpen in einem Bergkessel schimmert dann grün der erste See. Teilweise spiegelt sich der Nadelwald. Wunderschön! Mit „märchenhaft“ trifft man es noch besser. Etwas abseits der Straße hört man den Bergfluss, sonst Stille. Ein Spaziergang tut gut. Vorher oder nachher im Gasthof auf Essen oder nur einen Cappuccino, einen Espresso oder ein Aqua Minerale einkehren oder Quartier nehmen, wenn man wandern will. Von hier gibt es viele Möglichkeiten, diese so beeindruckende Berglandschaft zu erkunden, die bereits seit den 1970er-Jahren Nationalpark ist. 
Zum zweiten See fahren wir die Straße noch ein Stückchen weiter bergauf. Weitläufigeres Terrain. Auf der Gasthof-Terrasse sitzen Ausflügler und vor allem Wanderer, die von einer Tour aus den Julischen Alpen zurückgekommen sind. Für Bergwanderungen und –touren bietet sich diese „Station“ an. Still ruht der See. Entspannend nach einer Tour. Wellness kann einfach sein. Die malerischen Laghi di Fusine sind von Bergen umgeben, liegen auf über 900 Meter Höhe unter der Nordwand des über 2.670 Meter hohen Mangart, der vielen Bergtourenfreunden bekannt sein wird. 

Über Pontebba nach Tolmezzo

Um von Tarvis weiter nach Süden zu kommen, muss man keine Autobahn fahren. Für Radler  stehen einige sehr gut ausgebaute Radwege über alte Bahntrassen zur Verfügung und Vergnügung. Das ist schon vorbildlich, wie das gemacht wurde! Mit dem Auto bietet sich die Staatsstraße an. Sie führt bis viel weiter in den Süden teils an der Autobahn entlang. Die Italiener haben aber auch hier viel gemacht, um die Dörfer vom Verkehr zu entlasten. Es gibt fast überall Umgehungsstraßen. Waren vor 40 Jahren an markanten Punkten noch teils sehr große Obst- und Warenmärkte, ist das nun sehr eingeschränkt, weil die meisten Reisenden die Autobahn nutzen. Irgendwie schade, wenn wir an die dicken saftigen Pfirsiche und andere frische Früchte denken, die wir uns als „Nachtisch“ für mittags oder abends auf den Märkten besorgten. Der Lauf der Zeiten.
Wer wie wir mehr Eindrücke von den teils pittoresken Orten haben möchte, sollte von der Umgehungsstraße in die Dörfer abfahren. Wir machen das bei Pontebba. Ehedem hieß der große Ort im Kanaltal in einem Teilbereich auch Pontafel. Das hat seinen Grund: Die Pontebbana, der Bergfluss, bildete einst die Grenze zu Österreich. Die Gesamtregion hat eine reiche Geschichte mit den verschiedensten Zugehörigkeiten im Laufe der Jahrhunderte. Kriege und Abkommen brachten immer wieder Veränderungen. Pontebba liegt am Fuße des Pramollo-Passes, den viele als „Nassfeld-Pass“ kennen. Im Ort sollte man auch in die Gassen außerhalb der Hauptstraße gehen. Schon vor vielen Jahren wurde viele Häuser hübsch saniert. Wie eh und je steht die Pfarrkirche "Santa Maria Maggiore" etwas abseits der Hauptstraße an ihrem Platz. Sie beherbergt einen Flügelaltar aus Anfang des 16. Jahrhunderts. Beschaulich ist’s in Pontebba. Oberhalb des Ortes zweigt man in wunderschöne Taler wie das Aupa-Tal, das Blumental, ab oder zum Lanzenpass, der sich eng entlang der Südseite der Karnischen Alpen windet. Wenn die angedachten Planungen, wie wir sie aus Gesprächen mit Touristikern kennen, umgesetzt werden, ist zu erwarten, dass vom Ort bald eine Bergbahn ins international bekannte Skigebiet Nassfeld führen wird. Dann kann man in der Eissporthalle des Ortes in die Schlittschuhe steigen und später auf dem Nassfeld Pisten bügeln. 
Auf der weiteren Tour durchs Kanaltal sind wir fast in Gemona. Wem der Ortsname nichts sagt: In Gemona und im benachbarten Venzone wütete im Mai 1976 ein zerstörerisches Erdbeben. Da wir kurz danach da waren, wissen wir, wie schlimm das aussah, als mehr oder weniger „kein Stein mehr auf dem anderen“ war. Schon seit vielen Jahren sind die Orte wieder aufgebaut und lohnen einen Besuch. Von hier geht es auch zur Höhenstraße am Fuße der Julischen Alpen, die an vielen Stellen wunderschöne Ausblicke auf die weite Talebene mit dem Tagliamento bietet und von wo man ins Collio gelangt, dem bekannten Weingebiet.
An diesem Abzweig liegt auch er vor uns, der Tagliamento, der Fluss mit dem riesigen Bachbett. Bisher hat man ihn noch nicht in ein Korsett gezwängt, aber es wird eine Frage der Zeit sein, wann auch hier durchgesetzt wird, die Randbereiche zu nutzen. Schade, wenn es so kommen würde. In der Sommerzeit fließt der Tagliamento in einem relativ schmalen Bett und bietet schöne Kies-Strand- und Badeplätze  inmitten ausgedehnter Überflutungsflächen. Junge Leute, aber nicht nur, nutzen das für ihre Freizeitgestaltung. Dem Winter zu und vor allem nach der Schneeschmelze beansprucht der Fluss selbst diese Bereiche. So sollte es sein. In den Gärten der Häuser ringsum findet man schon südliche Blumenpracht, Palmen eingeschlossen. Schön.
Unser Abzweig ist rechter Hand, nach Tolmezzo, einer mit über 10.000 Einwohnern schon etwas größeren Stadt mit Gewerbe- und Industrieansiedlungen an den Randbereichen. Der Ort hat eine reiche über tausendjährige Geschichte mit wechselnden Herrschaften. Unter anderem gibt es die historische Altstadt mit Palazzi und Kirchen sowie den Dom San Martino. Bummeln und schauen!
Wenn wir jetzt auch schon im Carnia genannten Gebiet sind, bleiben wir in der Großregion Friaul. Im Ort weiter westlich kann man, teils über Passstraßen in Richtung Norden oder Süden, in schöne, oft verwunschen wirkende Täler abzweigen, in Richtung Süden auch bis Udine und San Daniele, bekannt für seinen Schinken. In der Gesamtregion gibt es verschiedene deutsche Sprachinseln mit aber einem besonderen Dialekt. Unsere Tour führt uns noch weiter nordwestlich bis Arta Terme Richtung des Passes Monte Croce Carnico, den Plöckenpass: Weingärten, Marmorbrüche, Almen, wunderschöne Landschaftspanoramen: beeindruckend. Hier endet diese Tour. Aber natürlich werden wir noch mehr von Friaul-Julisch-Venetien sehen. Das aber ist einem weiteren Reisebericht vorbehalten. 

Ein paar Tipps

Im Kanaltal zwischen Tarvis und Pontebba gibt es einen Laden mit frischem Käse und anderen Milchprodukten. Ein bekannter Käse ist der Montasio. Im Original entsteht er auf den Almen im Nordosten der Region.
Auf dem Weg zwischen Pontebba und Tolmezzo gibt es rechtsseitig eine urige Hähnchenbraterei, in der immer viel Betrieb ist. Das Besondere: Alles wird über Holzfeuer gegrillt. Fährt man vorbei, sieht man draußen schon die großen Holzscheitstapel.
Auf dem Weg von Tolmezzo zum Monte Croce Carnico zweigt man kurz vor Timau links ab Richtung Suttrio zur kommunalen Molkerei, Latteria. Diese liegt direkt links an der Zufahrtsstraße zum Ort. Es gibt jüngere und ältere Hartkäsesorten von den umliegenden Almen und Höfen sowie vieles mehr. Ist man auf dem Heimweg, kann es sich lohnen, das eine und andere mitzunehmen. Uns schmecken diese bodenständigen Käsesorten, die auch preislich vertretbar sind, einfach nur gut. Der Ort selbst, der etwas oberhalb am Hang liegt,  ist beschaulich. Einen Abstecher machen.             (DialogPresseweller)                                       
Internetadressen für weitere Informationen: www.turismofgv.it, www.tarvisiano.org; Reiseberichte zu unterschiedlichen Zielen auch immer über http://www.presseweller.de
Für Radler gibt es auch Tourenbeschreibungen, die von Kärnten ins Friaul führen, auf presseweller.de unter dem Button "Bike-Click" oder über http://www.bikeclick.de. Außerdem im Büchlein "Familienradeln und Mountainbiken - Ostalpen/Südliche Kalkalpen beim Verlag Buch-Juwel, www.buch-juwel.de
Die Fotomontage kann bei presseweller angefordert werden. Einzelfotos auf Anfrage. 
Über die Webseite können auch verschiedene vier- bis sechsseitige Reisemagazine zum Blättern eingesehen werden. 


Mittwoch, 30. April 2014

In der Ortenau: Fachwerk, Obst und Wein


Obstwiesen, Fachwerk wie hier in Oberkirch und die Rench bestimmen 
das Bild der Ortenau mit. (Fotos: presseweller)


Zwischen Schwarzwaldhängen und der Rheinebene

 April 2014. (Dialog/jw). Rebhänge, Obstwiesen und schöne Örtchen und Städtchen: Wir sind in der Ortenau, die sich zwischen den Westhängen des Schwarzwalds und der Rheinebene erstreckt. Um gute Tröpfchen ist man hier nicht verlegen, wie nahezu überall im sonnigen Südwesten Deutschlands. Man pflegt die badische, vom nahen Elsass beeinflusste Küche, so dass sich dem Genießer Tür und Tor öffnen. Aber auch wer Aktivitäten oder Erholung sucht, ist richtig zwischen Waldluft und Wiesengrün, beim Bummeln und bei einer der zahlreichen Veranstaltungen.
Kommt man von Baden-Baden über die Schwarzwaldhochstraße am idyllisch gelegenen Mummelsee vorbei und fährt bald talabwärts, genießt man den Blick auf die weite Ebene, die dem Rhein zustrebt. Wir schauen zu einsam gelegenen Höfen und Wiesen voller Obstbäume. Deren Früchte dienen nun weitaus nicht nur zum Essen. Fein aufbereitet werden sie zu Obstbränden, für die die Gegend bekannt ist. So schauen wir mal in Kappelrodeck und Sasbachwalden vorbei. Schmuckes Fachwerk und gute Tröpfchen gehen Hand in Hand. Irgendjemand erzählt uns die alte Mär von der „Hex vom Dasenstein“. Es sind aber nicht nur die gehaltvollen Obstbrände, die in der Ortenau gepflegt werden, auch der Wein ist bestens vertreten ist, vom glutvollen Spätburgunder bis zum weißen Burgunder. Und wer „Klingelberger“ liest, sollte wissen, dass sich dahinter ein Riesling verbirgt. Bei einer Fahrt entlang der Badischen Weinstraße kommt man dem Werk der Winzer, romantischen Dörfchen und Städten näher auf die Spur. In diesem Jahr wird das 60-Jährige der Straße gefeiert. Der Auftakt war bereits Ende April, die Abschlussveranstaltung wird den derzeitigen Ankündigungen nach am 19. September sein.
Den flüssigen Genuss rundet man mit einem guten Essen ab, vielleicht ein Kalbsragout, oder, ideal zum „Veschpern“, also zum abendlichen Vespern, ein Stück Flammekuchen. Wer schon gesehen hat, wie üppig der Bärlauch hier wächst, wird sich vielleicht auch noch vorneweg für eine geschmacksintensive Bärlauchsuppe entscheiden, quasi als Ouvertüre des folgenden Hauptmahls. Lecker.

Ins Tal der Rench

In Oberkirch grüßen von der Höhe die Burgruine Schauenburg und Rebhänge. Fachwerk, die Pfarrkirche und Straßencafés, die  von schon südlichem Leben zu erzählen scheinen, laden zum Schauen und Verweilen ein. Die Rench, die sich teils im breiten Bett zeigt, begegnet einem überall und ist unterwegs auf ihrem relativ kurzen Weg zum Rhein. Obsthöfe mit Schnapsbrennereien gehören ebenso zu Oberkirch wie die Weingüter. Im alten Rathaus lädt das Heimat- und Grimmelshausenmuseum zum Besuch ein. Grimmelshausen? Schulzeit? Ja, da war doch was. Genau. Der Erzähler, der viele Jahre vor den Toren Oberkirchs lebte, schrieb den „Simplicissimus“, sein wohl bekanntestes Werk.  Ein buntes Veranstaltungsprogramm, unter anderem auf der Burgbühne und im ’s freche Hus“ sorgt für Abwechslung. Und am 24. und 25. Mai wird laut Veranstaltungsseite auf der Webseite der Stadt das Erdbeerfest mit einem runden Programm gefeiert.
Von Oberkirch lässt sich das Renchtal weiter erkunden, außerdem bieten sich die verschiedensten Ausflüge an, zum Beispiel nach Straßburg, das nur um die 25 Kilometer entfernt liegt. Familien und hier vor allem den Nachwuchs wird es freuen, dass auch der Europa-Park, der Freizeitpark in Rust, in der Nähe liegt. Man nimmt sich also eine Ferienwohnung oder quartiert sich in einer Pension, einem Gasthof oder Hotel in Oberkirch oder auch in einem anderen Ort der Ortenau ein, unternimmt Ausflüge, genießt oder ist aktiv. Wandern, Rad fahren - auch mit dem Pedelec, dem E-Bike, und Mountainbike - sind beispielsweise gute Möglichkeiten, sich Bewegung zu verschaffen. Für Radler bieten sich verschiedene Tourenmöglichkeiten an, Wanderer können zum Beispiel den Renchtalsteig oder Etappen verschiedener Fernwanderwege  nutzen.
Für uns geht es weiter Richtung Süden. Nördlich von Kenzingen endet die Ortenau. Dann schließt sich der Breisgau an, von dem es ebenfalls viel zu erzählen gibt. (presseweller)


Zu weiteren Informationen bieten sich die Internetseiten von Ortenau-Tourismus, Renchtal-Tourismus und Oberkirch an. Auf den Seiten http://www.presseweller.de findet man mehr zum Schwarzwald und anderen Zielen, einschließlich Zugang zu kleinen Magazinen und Filmen. Alles frei zugänglich und kostenlos.