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Donnerstag, 22. November 2018

Wenn Winterzauber überm Land liegt

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Verschneite Wälder, hier in Siegen, bezaubern. (Fotos: presseweller)


 „Kurzreise“ vom Norden bis in den Schwarzwald

Am Nachmittag des 20. November 2018 säuselten bereits dickere Schneeflocken übers südwestliche Westfalen, ohne denn, zumindest in unserem Ort, eine Schneedecke aufzuhäufen. In der frühen Dämmerung war es schön, dem leicht wirbelnden Schauspiel vor kahlen Bäumen und dem noch belaubten dunklen Wald zuzuschauen. 

Nun kommen in vielen Gegenden Deutschlands, Jahr für Jahr unterschiedlich, die ersten Flocken bereits im Oktober/ November, die sich dann erst einmal wieder verabschieden. Längst nicht jedes Jahr gab es „weiße Weihnachten“, dafür aber Schnee teils zu Silvester oder später im Januar und nicht selten bis sogar nach Ostern. Ohnehin ist dem Sonnenlauf nach auf unserer Erdseite erst am am 21. Dezember – wie in diesem Jahr – oder am 22. Dezember Winterbeginn. Vor allem Wintersportler warten bereits auf eine g‘führige Unterlage mit guter Schneedecke, andere auf den Spaziergang voller Ruhe in einem Schneewald oder über Wege im „flachen Land“, das seine eigenen Winterreize hat. Im Alpenraum sind die Verhältnisse wieder anders. Der Winter hat seine schöne Seiten in den Bergen, aber ebenfalls im Mittelgebirge und den weiten Ebenen in Nord- und Mitteldeutschlandland.

Der Winter mit seinem besonderen Zauber wird vor allem von der Adventszeit bis Neujahr von vielen als romantisch, gemütlich und kuschelig beschrieben. Frühe Dunkelheit und eine „warme Stube“ sind beste Zutaten, es sich im Haus gemütlich zu machen. Sind die Kinder noch klein, erleben wir diese Zeit meist noch eindringlicher und mit Rückbesinnung auf unsere eigenen Kindertage.



Schneelandschaft im Siegerland. 


Südwestfalen, Geest und Havelland
Kühl, teils sehr kalt und oft weiß von Reif, Eis oder Schnee bedeckt, zeigt sich seit jeher der Winter bei uns. In der Siegerländer Heimat sind wir Schnee und Frost gewöhnt und freuen uns über die weißen Waldbilder. In der Mittelgebirgslandschaft gibt es viele Örtlichkeiten für zünftige Schlittenpartien, je nach Unterlage sind aber auch Langlauf und Skiabfahrten wie zum Beispiel auf der Lützel bei Hilchenbach möglich oder im Skigebiet in Burbach. In Wittgenstein zieht der Skihang in Hesselbach bei Bad Laasphe viele an. Außerdem liegt das Sauerland mit seinen Pisten und Liften in der Nähe. Dicht dabei ist ebenfalls der Westerwald mit seinen schönen Ausblicken von den Höhen, der großen Krippenausstellung wie in Waldbreitbach an der Wied und mehr. Für uns war es eine Erlebnis, die Ausstellung anzuschauen.



Skispaß im Wittgensteiner Land, der Hang in Hesselbach. 

Schon öfter erlebten wir Wintertage in manch anderen Regionen, zum Beispiel in der norddeutschen Geest und im Alten Land. Es sieht magisch aus, wenn dünner Schnee über den Wäldern, Häusern, Wegen und Straßen liegt. Es verlockt – dick eingemummt – zu Spaziergängen entlang von Mooreichen und Birken oder über den Elbedeich im Alten Land. In der Adventszeit ist es schön, die kleinen Weihnachtsmärkte auf den Dörfern und die größeren in den Städten zu besuchen. In der reizvollen Altstadt von Buxtehude beginnt der Markt, der in diesem Jahr „Wintermärchen“ heißt, am 26. November Wie schön ist es doch, in der Vorweihnachtszeit zu bummeln, zu schauen, einzukehren und zu entschleunigen.



Gänse im November in der Nordheide - Weihnachten rückt näher.

Lichterglanz und Spaziergang-Ruhe erlebten wir im Havelland. Ein Weg führte uns nach Ribbeck mit dem Schloss – bekannt durch das „Birnbaum-Gedicht“ über „Herrn Ribbeck von Ribbeck im Havelland ...“, so wunderschön vom „Dichter der Mark“, Theodor Fontane, beschrieben.



Stimmungsvoller Wintermorgen im Havelland. 

Schwarzwaldabstecher
Dezembertage ohne Schnee und mit verhaltener Kälte erlebten wir in der Ortenau im Schwarzwald, rund um Oberkirch. Es war eine gute Gelegenheit für ausgiebige Spaziergänge und gute Einkehr. Unterhalb der Burgruine Schauenburg folgten wir den Spuren des „Simplicissimus“, des Schriftstellers Christoffel von Grimmelshausen, und kehrten auf Gutes ein.



Dezembertag in der Ortenau im Schwarzwald, im Hintergrund die Burgruine Schauenburg - auf "Simplicissimus-Spuren" in Gaisbach. (Montage: prw)

Jede Landschaft hat zu jeder Jahreszeit ihre eigenen Reize. Im Winter mit und ohne Schnee oder Reif und der früh einsetzenden Dunkelheit liegt oft ein besonderer Zauber über Dörfern und Städten, über Wiesen und Wäldern. Jahr für Jahr entdecken wir wieder Neues, oft romantisch und heimelig. Außer in den hier kurz beschriebenen Örtlichkeiten gibt es in Deutschland auch in allen anderen Regionen so vieles zu entdecken, ob bei einem Ausflug, einer Kurzreise oder einem Urlaub. (jw)

= In den im Reisebericht genannten Gebieten gibt es Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Zu freien Zimmern sollten Sie sich allerdings vorher informieren. In der Regel findet man Hinweise zu Hotels und anderen Anbietern auf den Tourismusseiten der Regionen oder Orte. Internetadressen haben wir unten für Sie aufgeführt. =
Mit dem Auto sind die beschriebenen Örtlichkeiten - abgesehen von Baustellen und Staus - relativ gut über die Autobahn, Bundes- und Landstraßen erreichbar: Siegerland und Wittgenstein A 45, Westerwald A 45 und A 3, Havelland A 2 oder A 24, Ortenau A 5. Je nach Zielort die günstigste Abfahrt aussuchen. Meist muss man dann kurz oder weiter noch über "normale" Straßen fahren.   

Informationsmöglichkeiten im Internet
www.siegen-wittgenstein.info/de/
www.westerwald.info
www.tourismus-altesland.de
www.buxtehude.de
www.havelland-tourismus.de
www.oberkirch.de
www.schwarzwald-tourismus.info

Immer wieder Urlaubstipps und Hinweise bei Presseweller: http://www.presseweller.de/Tourismus/tourismus.html

Allgemeine Infos: www.presseweller.de

Hinweis: Alle Fotos aus verschiedenen Jahren. © presseweller, Siegen. Es gilt deutsches Urheberrecht. Örtlichkeiten können sich verändert haben. Irrtum bleibt stets vorbehalten. Bei Interesse an den obigen oder anderen Einzelfotos bitte bei uns anfragen.

Donnerstag, 5. März 2015

Kurs Nord: Landidylle, Blüte, Radelspaß


Obstbaumblüte im Alten Land und Bremen-Besuch. (Fotos: presseweller)


Über Bremen und Sittensen ins Alte Land an die Elbe


März 2015. Auf unserer Nordtour sind wir gut in der Zeit. Also nehmen wir uns Bremen noch mit, schauen im Schnoorviertel vorbei, danach aber von der Weser durch die Geest und an die Elbe, zumeist etwas abseits eingefahrener Touristenrouten, dafür schön von der Landschaft her, ruhig sowie sehens- und erlebenswert - dort, wo Radler sich angesichts der zig Radwege wie Könige fühlen können.

Wenn sich jetzt auch, während wir diesen Text schreiben, der Winter teils noch grau und trüb zeigt, so wissen wir doch, dass bald wieder ein neuer Frühling kommt und Lust auf Ausflüge und Reisen macht. Auf Kurs Nord: Etwas abseits der Route schauen wir uns in Bremen das Schnoorviertel an, kommen alten Zeiten auf die Spur. Enge Gässchen, Fachwerk,  Kunst- und Kunsthandwerksgeschäfte, Galerien und dies und das und natürlich jede Menge Einkehrmöglichkeiten in Cafés, Gaststätten und Restaurants. Reizvoll. Eine Bremerin sagt uns, dass sie und die Familie diese Mischung aus alten Zeiten und Neuzeit mögen, und dann der jährliche Freimarkt …! Uns führt der Weg in östliche Richtung nach Sittensen in der Geest und Nordheide, am Rande des Ostetales. Ein Park mit alter Mühle, Mühlteich und Heimathaus. Im Museum sehen wir, wie früher für die „Aussteuer“ vorgesorgt wurde. Schon beeindruckend solch ein gefüllter Wäscheschrank. Auf einem kleinen Hügel die Kirche St. Dionysius. Die Ursprünge gehen auf das 17.Jahrhundert zurück. Am Wegesrand überall Felder, weite Wiesen und Weiden, Pferde, bunt blühende Abschnitte, wo „Blumen zum Selberpflücken“ angeboten werden. Es ist aber auch das Land der Moore und des Torfs. In Sauensiek vom Torfwerk fährt ein Bähnchen hinaus ins Moor. Idyllisch.



In Sittensen an der alten Mühle, die Kirche St. Dionys im Hintergrund. 


Per Rad durch die Landschaft

Radler, die keine herausfordernden Berge suchen, müssen sich hier wie Könige fühlen. Durch Wiesen und Anpflanzungen deutlich getrennt, führen viele Radwege neben den Straßen her, und natürlich kann man Abzweige nehmen. Dörfer, Wälder, hohe Eichen, Birken, die sich im Wind wiegen, dunkle Moorbäche. Die Wege sind meist eher eben, aber es gibt auch kleine Steigungen und ab und an Gegenwind, gegen den die Radler anstrampeln müssen. Gerade, wer weitere Wege fahren will und nicht so sportlich ist, hat hier auch mit dem Pedelec, dieser E-Bike-Art, einen guten Partner. Es geht von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf. Unter „Bike-Click“ auf www.presseweller.de findet man eine Radtourbeschreibung zu einem Museumsbauernhof.

Hofläden und Elbedeich

Richtung Elbe schauen wir uns noch um. Wer kennt Bliedersdorf? Da machen wir Station. Bereits auf der Straße von Apensen nach Harsefeld kommt gleich beim Abzweig zum Ort links ein riesiger Hofladen in den Blick. Obst, Gemüse, Käse und Schinken und anderes gibt's reichlich, dazu zig Artikel für die schöne Gartendeko. Im alteingesessenen Gasthof schräg gegenüber kann man auf Gutes aus der norddeutschen und deutschen Küche einkehren. Uns hat nicht nur das Essen, sondern das gesamte Ambiente gefallen. In Bliedersdorf selbst gibt es neben Heimatmuseum und Kirche auf einem kleinen Hügel ebenfalls einen Hofladen mit einem runden Angebot. Ein Augenmerk liegt auch hier auf der Spargelsaison. Das königliche Gemüse wächst ringsum auf den Feldern und wird zur Erntezeit quietschend frisch angeboten.


Am kleinen See in Harsefeld. 



Harsefeld mit Klosterpark, See und mehr sowie Stade mit seiner Altstadt sind eigene Geschichten wert. Wir sehen den Elbdeich, sind im Alten Land, lernen Jork, Grünendeich und weitere Orte kennen. Die schmucken Häuser, die großen Höfe mit den besonderen Toren, die schier endlosen Baumreihen aus Kirschen, Äpfeln und Co. Wie wunderschön das während der Blütezeit ist. Aber angenehm ist es auch, wenn das Obst gereift ist, man es an den vielen Ständen und bei den Direktanbietern auf den Höfen kaufen kann und man im Frische-Genuss schwelgt. Jetzt aber ist die Landschaft neben dem saftigen Grün der Deiche erst einmal ein Erlebnis in Weiß und Rotweiß. Blüte! „Bilderbuchhaft“, sagt der Schriftsteller Georg Hainer, „hier wachsen Träume von Ländlichkeit und Weite, malen blauer Himmel, die Farben der Natur und friedlich grasende Deichschafe Bildidyllen in den Kopf.“
Wir schlendern über den Deich. Schauen über die Elbe nach Blankenese. Kehren ein, lassen uns - mit Elbeblick - mit Gutem verwöhnen. „Da unten“ liegt Hamburg, „da oben“ Cuxhaven, Elbmündung, Da muss man bald auch noch einmal hin. (jw)


Download der Foto-Montage oben unter „Medientexte Tourismus“ auf http://www.presseweller.de
Zu Einzelfotos bitte anfragen.

Auf den Presseweller-Seiten findet man unter „Magazine, Videos, Blogs“ zugangsfrei auch weitere Berichte, Online-Magazine und Videos zu Norddeutschland und anderen Regionen.

Zur Region bieten zum Beispiel die Internetseiten stade-tourismus.de, tourismus-altesland.de und sittensen.de zahlreiche Informationen, auch zu Veranstaltungen, Museen und vielem mehr.


Samstag, 15. September 2012

Vom Lunch bis zum Lammbraten





Leckere Auswahl an Wild und diversen Braten, Gemüsen und Beilagen im Heidenauer Hof (l.) und feiner Lachs an gestaltetem Rösti im Parkhotel Krone. Foto*: (c) presseweller


Kleine Genussreise von der Nordheide bis nach Carnia


15. September 2012. Siegen (Dialog). Bunte Wälder, Felder, Wiesen, Wild, Wein und Pilze: Der Herbst, der goldene Sonnenstreifen übers Land malt, in dem das Abendrot Berge rot glühen lässt und die Felder abgeerntet sind, steht für viele auch für Genuss und Gemütlichkeit. Da wird Frisches aus der Region serviert, heimelt die Wärme des Kachelofens an. Aber wenn man unterwegs und auf Reisen ist,  muss es  nicht nur der Herbst sein, in dem man sich einfach etwas Gutes schmecken lassen will, ob je nach Gusto im Landgasthof oder im feinen Restaurant, ob vegetarische Verführungen oder als großes Büfett, das dem Gaumen schmeichelt. Ein ganz kleiner Streifzug von Nord nach Süd bis über die Grenze nach Osttirol, Kärnten und Carnia..

Gut speisen kann man heute an vielen Orten. Wenn man unterwegs ist, probiert man das eine und andere aus. Regionales, Saisonales, Frisches  ist uns neben freundlichen Gastgebern und angenehmer Anrichtung wichtig. Unter dieser Prämisse sind viele Geschmacksrichtungen willkommen, egal, ob im Landgasthof oder Restaurant.  Abgesehen von „geht gar nicht“, ist das Essen ohnehin im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache. Ganz individuell. Die beispielhafte Kulinarienreise beginnt im deutschen Norden und endet im italienischen Paularo. 
Ist man, wie auf unseren Testfahrten, öfter im Norden unterwegs, sollte man mal in Heidenau vorbeischauen. Der Ort am Schnittpunkt von Nordheide und Geest hat eine eigene Autobahnabfahrt auf der A1 zwischen Bremen und Hamburg. Der Heidenauer  Hof ist eine beliebte Anlaufstelle. Die großzügigen, ansprechenden Räumlichkeiten, teils mit Pflanzenpracht durchsetzt, laden zur Einkehr ein. Wenn das Wetter passt, steht auch die große, gleich anschließende  Terrasse zur Verfügung.
Freundliche und zügige Bedienung war auch bei großem Betrieb stets gewährleistet. Als Auftakt eines guten Mahls bietet sich die Heidenauer Hochzeitssuppe an. Sie ist gehaltvoll und für den Gaumen wie „Dans op de Deel“.  Es stehen viele Fleisch- und auch Fischgerichte zur Auswahl, oft jahreszeitlich angepasst. Ob vom Schwein wie der leckere Honigbraten, Rind oder Wild: alles lecker angemacht und mit passenden Gemüsen. Für uns ist der sonntägliche Lunch ein Zähler: Da ist die Auswahl in Verbindung mit dem Salatbüfett riesig. Der Reigen ging von Rinderroulade und Sauerbraten über Schweinebraten, alles mit köstlichen Soßen, und Schnitzel, Gänse- und Wildschweinbraten bis zum Lachs. Dazu verschiedene Gemüse und Beilagen. Auswahl wie Kompotts, Pudding und mehr ist auch beim Nachtisch eingeschlossen.. Da alles so lecker angemacht ist: immer wieder gern! Preislich sehr überschaubar. Je nach Getränken waren wir für diese so üppige Auswahl pro Person meist mit deutlich unter 20 Euro dabei. Ein paar Kilometer weiter, in Sauensiek, zwischen Sittensen und Buxtehude, kann man bei Klindwort’s Gasthof zur Kaffeezeit einkehren. Dort gibt es sonntags Kuchenbüfett zum günstigen Festpreis. Es locken allerlei süße Verführungen. Lunch, Büfett und Brunch haben große Vorteile: Man kann von mehreren Köstlichkeiten probieren und Portionen nach Wunsch wählen. Also auch kleinere Zusammenstellungen. Ohnehin lohnt sich aber ein Abstecher in die Geest mit ihren Dörfern. Im Herbst zeigen sich die Mischwälder im Farbenrausch.

Weiter nach Süden

Der Schwarzwald ist neben seiner beeindruckenden Landschaft für das kulinarische Angebot seiner Gastronomie bekannt. Gourmets wissen das zu schätzen. Im südlichen Schwarzwald, im Örtchen  Maleck, das zu Emmendingen im Breisgau gehört, gibt es ein Kleinod, das Parkhotel Krone Maleck mit seinem schönen Außengelände, eben dem Park.  Der Lachs an nahezu künstlerisch gestalteten Röstis bietet ebenso geschmacklichen Feinsinn wie der gratinierte Ziegenkäse mit Feigensenf. Dazu warten die verschiedensten Gerichte wie Rinderrücken mit Spätburgunderjus auf kulinarische Erkundung. Und ein Pilzrahmrisotto passt jahreszeitlich sowieso. Klar, dass hier Badische und Kaiserstühler Weine ideale Begleiter sind, die sonnenverwöhnt fruchtig über die Kehle rinnen.  Die Gerichte in der Krone Maleck mit ihren fein ausgestatteten Räumlichkeiten schmeicheln den Augen und dem Gaumen. Die Preisgestaltung wird dem angenehmen Ambiente des Hauses, der schon optisch ansprechenden Herrichtung der Speisen und dem Genuss gerecht. 
Das Essensthema wechselt in Bad Tölz. Die Entscheidung fiel auf griechische Küche. Im Restaurant Olympia im Lindenhof. Nettes Ambiente, ganz freundliche und kommunikative Bedienung. Schon der erste Eindruck: sehr angenehm! In der Runde verschiedene Hauptspeisen, mal mit Fleisch wie Souvlaki oder Bifteki, mal vegetarisch. Gefüllte Weinblätter. So schmackhaft, dass man sie öfter essen will. Dazu der üppige und richtig schmackhafte griechische Bauernsalat. Es war ausnahmslos gut, wirkte authentisch! Für vorneweg bestellten wir uns Kanapedakias, also Kanapees, normalerweise kleine belegte Weißbrot- oder Baguettestücke.  Die Appetitanreger mit verschiedenen Belägen, von Feta über Tsatsiki bis zu würzigem Streichkäse, hatten wir bisher beim Griechen noch nicht. Hier fielen sie so groß aus, dass wir erst einmal eine Essenspause einlegen mussten. Vielleicht sollten wir mal wieder öfter griechisch essen. Alles war perfekt organisiert. Auf jeden Fall gibt’s vom Gesamteindruck her ein dickes Lob von uns fürs Olympia! Preise ganz zivil, von uns als günstig eingestuft. 

Über die Grenze

Im schönen Osttirol kehrten wir im Defereggental in St. Jakob beim Zollwirt auf der Straße zum Staller Sattel hin ein. Ländlich gediegen. Die Speisekarte ist umfangreich. Die Wirtsleute halten selbst Schafe, die im Sommer auf den Bergwiesen ihr Fressen finden. Das ist regional, bodenständig. Zur Vorspeise gab es „Lammhenkele“ mit Weißbrot. Die „Henkele“ sind eine Art Schinken. So etwas hatten wir noch nie gegessen. Aber es war soo köstlich! Darauf folgte der zarte Lammbraten mit grünen Bohnen. Der zerging auf  der Zunge. Natürlichkeit: Man glaubt, sie zu schmecken. Es war einfach ein Genuss. Beim Zollwirt gibt es aber mehr als nur Berglamm, das in perfekter Zubereitung dem Gaumen schmeichelt. Und dazu ist die Landschaft berauschend schön - quasi ein zusätzlicher Nachtisch nach dem Restaurant-Nachtisch. Im Hochtal, mitten im Nationalpark Hohe Tauern, kann man es sich auch in anderen Gasthöfen und Restaurants, preislich überschaubar, munden lassen.
In Kärnten ist im Gailtal der Landgasthof Schabus, in Jenig an der Hauptstraße zwischen Kötschach-Mauthen und Hermagor,  für uns oft eine Adresse: eigene Landwirtschaft, eigener Garten. Ein Schnitzel Wiener Art mit Salat ist hier eben formidabel: goldbraune Panade, zartes Fleisch. Wenn man fragt, gibt’s auch eine kleinere Portion. Klar, dass man auch eine Jause – heimischer Schinkenspeck, Almkäse, Bauernbrot und Beilagen -  probiert haben muss. Gibt’s für unter zehn Euro. Nur rund fünf Kilometer weiter in Tröpolach unterhalb des Nassfelds, ist der Tröpolacher Hof alteingesessen. Hier setzt man ebenfalls auf traditionelle, selbst hergerichtete Speisen. Allein schon eine Leberknödelsuppe überzeugt. In Hermagor selbst ist der Bärenwirt in der Hauptstraße einen Besuch wert. Hier wird vieles auf den Tisch gezaubert, auch der Teller mit pikant angemachten Eierschwammlein – also mit Pfifferlingen – und die mit Topfen gefüllte  Kärntner Nudel, regional und bodenständig. Topfen ist in Deutschland Quark. Das Portemonnaie wird geschont. 
Während im Restaurant des Hotels Wulfenia auf dem Nassfeld im Winter Arnold Pucher wieder seine anerkannte Spitzenküche kreiert und zelebriert, lockt in Kötschach-Mauthen das  Sonnleitner. Sissy Sonnleitner, gourmetmäßig dekoriert und 1990 „Köchin des Jahres“, versteht sich unter anderem auf Alpen-Adria-Küche. Die konnten wir schon vor Jahrzehnten im Restaurant Kellerwand, Sonnleitner, genießen, vom feinen Parfait als Vorspeise bis zum überaus deliziösen Wild-Hauptgericht. Regionales und Saisonales spielen im Restaurant besondere Rollen. Das Wildkräutergratin ist hier ebenso zu haben wie die Gailtaler Lachsforelle in der Zubereitung des Hauses. In diesem Restaurant werden Gourmets auf ihre Kosten kommen.
Da es vom Restaurant aus schnell auf den Plöckenpass geht, fahren wir auch noch über die Grenze, nach Friaul-Julisch-Venetien, Italien, in die Region Carnia. Von der Staatsstraße, die nach Tolmezzo führt, biegen wir auf eine aussichtsreiche Bergstraße ab und gelangen nach Paularo. Hier waren wir vor vielen Jahren schon einmal in einem Ristorante eingekehrt, dass uns aber vom Gesamtambiente her damals nicht zusagte. Mitten im Ort, der malerisch in den Bergen liegt, gibt’s ein Schild „Pizzeria“. Aha, Al Fogolar. Unscheinbar. Die Ausstattung einfach, aber sauber, wie alles in diesem Haus. Die Wand voll mit Bildern. Da waren auch die „amici“ aus dem Nachbartal, dem Gailtal, jenseits der Grenze und Berge bei gemeinschaftlichen Festlichkeiten, Musikantentreffen und mehr abgelichtet. So geht wohl Völkerverständigung zwischen Carnia und Kärnten auf kleinem Raum über Grenzen hinweg. Boxfreunde scheint es ebenfalls zu geben, weil ein Bild auch Wladimir Klitschko mit einem Fan zeigt.
Die Wirtin kann nur ein bisschen Deutsch, poco. Das machte aber nichts. Die Pizza- und Pastakarte war reichhaltig und nummeriert und schloss auch den wunderbaren San-Daniele-Schinken ein. Und ein „Aqua Minerale“  oder einen aus der Karte ausgesuchten „Vino rosso“ kann man auch so bestellen. Aber das ist ebenso wenig ein Problem,  wie vor der unseligen und als teurer empfundenen Eurozeit die Abrechnung in Lire. Das war damals ein Stück Urlaub.
Die Pizzen Funghi – also mit Pilzen -  und Quattro Stazione  mit vier unterschiedlichen Belägen wurden in der zum Gastraum offenen Küche nicht aus dem Froster geholt, sondern frisch gemacht. Und die waren so lecker, dass es einfach eine Freude für den Gaumen war. Ein richtiger Genuss! Die richtig große Pizza gab’s für gerade einmal 5,80 Euro. In den vergangenen Jahren hatten wir selten so gute Pizzen gegessen. Auch hier, in der Provinz, bot die Speisekarte die Wahl zwischen normaler und kleinerer Portion. Das scheint insgesamt gesehen noch nicht überall durchgedrungen zu sein. Dickes Lob für die Gastgeber!
Klar, von Paularo kann man nun noch zu anderen Stationen starten wie nach San Daniele bei Udine, wo in den Proscutterias die verschiedensten Schinkenspezialiäten warten. Aber hier ist erst einmal Ende der Genussreise von Nord nach Süd. (presseweller)

* Foto: Original kann angefordert werden. Siehe unten.

In allen Orten/Regionen und teils direkt in den Häusern gibt es auch Unterkunftsmöglichkeiten.

Webadressen von Häusern/Regionen können hier angefordert werden: 
MedienbüroPresseweller, dialog at dialog-medienbuero.de