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Dienstag, 28. August 2018

Spätsommer in Sauris im italienischen Friaul: Berge, Schinken und den hellgrün schimmernden See erleben

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Unterwegs westlich des Plöckenpasses/ Deutsche Sprachinsel



Das ist das Ziel: Sauris am See in Friaul, an der Südseite der Karnischen Alpen, westlich des Plöckenpasses.      (Alle Fotos/ Bilder, soweit nicht anders angegeben: presseweller)



Von Jürgen Weller

28. August 2018. In der Friulaner Berglandschaft waren wir schon oft unterwegs. Es ist eine teils verwunschen-schöne Welt, meist abseits der Haupttouristenströme. Aber Sauris im Lumieital oberhalb der Flussschlucht hatten wir noch nicht erkundet. Es liegt im Westen einer gedachten Linie zwischen Paluzza und Tolmezzo. Das sind Orte an der Staatsstraße 52, die nach der B 110 vom Plöckenpass oder, auf Italienisch, Monte Croce Carnico kommt. Unsere Freunde empfahlen uns den Ort und machten uns mit ihrem Hinweis auf den guten Sauriser Schinken neugierig. Dann mal los!



Vom Plöckenpass Richtung Süden abwärts bis nach Sutrio, kurz  hinter Paluzza.

Einen Rückblick auf den kurvenreichen Plöckenpass, der am Scheitel an der Grenze rund 1350 Meter hoch ist, nehmen wir uns noch mit. Im Örtchen Timau sind dann schon kleine Weingärten angelegt. Timau, Tischlwang, ist eine deutsche Sprachinsel, wo ein eigener Dialekt gepflegt wird. Das ist in Sauris, im Dialekt Zahre genannt, ebenso – wie in verschiedenen anderen Orten dieses Landstrichs in der Provinz Udine, Region Friaul an der Südseite der Karnischen Alpen. Von der Staatsstraße zweigen wir hinter Paluzza rechts ab und tauchen über Sutrio in die Bergwelt mit malerischen Dörfern und Orten ein. Tourismus gibt es hier ebenfalls, aber doch etwas abseits überlaufener Ortschaften und regen Durchgangsverkehrs. Und das finden wir einfach nur gut! In Sutrio halten wir auf der Rückfahrt nochmals an: Käse kaufen!

Rad-, Bike-und Skigebiet
Gemütlich kreuzen wir über ordentlich befahrbare Straßen durch die Städtchen und Ortschaften wie Ravalscletto, Comeglians, Ovaro und Villa Santina bis Enemonzo. In der Region, zwischen Sutrio und Ovaro, findet sich übrigens auch der über 1700 Meter hohe Monte Zoncolan, der herausfordernde Strecken für Radler bietet. Wintersportfreunde sind im Skigebiet mit seinen zahlreichen Pisten rund um den Zoncolan richtig. Für Motorbiker bieten sich in dieser Region zwischen Plöckenpass und Udine verschiedene abwechslungsreiche Strecken und Rundfahrten an.



Der gesicherte "schiefe Turm von Prato". Nicht alltäglich.


Zwischendurch sehen wir noch einen „schiefen Kirchturm“, der mit starken Drahtseilen gesichert ist. So etwas wie hier in Prato im Pesarinatal sieht man nicht jeden Tag. Außerdem entdecken wir in Persariis einen alten Eisenschmelzofen als Erinnerungsstück an den früheren Erzbergbau. Hier also auch - wie in unserer Heimat, dem Siegerland, wo schon vor über 2500 Jahren die Kelten wirkten. 



Die Beschreibung weist einen Eisenschmelzofen aus. 

Ein Schild übersehen, und wir müssen wieder zurück und die gesperrte Verbindungsstraße weiträumig umfahren. Solche Spontansperrungen zeigen meist auch die Navis nicht an. Wir fahren teils durch dunkle Tunnel. Auf dieser ansonsten landschaftlich reizvollen Strecke steigen die umliegenden Berge bis auf über 2450 Meter an. Die Wälder und Gartenanlagen zeigen sich spätsommerlich, um bald in die wieder anderen Farben des Herbstes zu versinken. Landschaft und Orte haben Charme, wirken einladend. Wir lernten auf Hin- und Rückfahrt Ravascletto, Enemonzo, Ampezzo und viele weitere kennen. Da wir seit Jahrzehnten Nebenstrecken erkunden, ist es jedes Mal wieder erlebnisreich, die Dörfer und Städtchen abseits der Haupttouristenrouten zu sehen, in denen sich häufig historische Baulichkeiten, gepflegte Gärten, schöne Kirchen und gastfreundliche Bewohner zu einem Wohlfühlambiente ohne Schnelllebigkeit einen. Nur gut!

So grün ist der See
Bald kommt der See in den Blick, der smaragd-grün schimmernde Lago di Sauris, wunderschön in den Bergen gelegen. Wie schnell an der – über 130 Meter hohen! - Staumauer zu sehen, ist es kein „richtiger“ See, sondern eine Talsperre. Sie ist in den 1940er-Jahren entstanden. Wir spazieren ein Stück zur Staumauer, blicken über den See und neben der Mauer in den „Abgrund“. Tief unten verläuft die Schlucht. Über das tiefer gelegene Sauris di Sotto, rund 1200 Meter hoch, kurven wir über die gut ausgebaute passartige Straße hoch nach Sauris di Sopra. Das Bergdorf liegt über 1400 Meter hoch. Sauris, bereits um 1200 urkundlich erwähnt, gilt damit als wohl höchstgelegene Gemeinde der Region Friaul. Jeder der kleinen Orte hat eine eigene Kirche.



Oben Sauris di Sotta, Untersauris, unten Obersauris, Sauris di Sopra. 


Angenehme Wärme und guter Schinken
Die Luft ist noch angenehm warm, aber der Sommerhitze gewichen, die oft drückend in den Tälern liegt. Ältere Häuser mit typischen Holzfassaden stehen neben jüngeren in moderner Bauweise. Die Zeit bleibt nicht stehen, dreht sich Tag für Tag und Jahr um Jahr und lässt uns dennoch Altbewährtes und immer wieder Neues sehen und erleben – von Generation zu Generation. Oben im Dorf gibt‘s guten Ausblick, und ein Ristorante ist gleich in der Nähe. Wir kehren in der Pizzeria Da Fausto ein, wo uns freundliche Gastgeber erwarten. Nun, ein Grund unserer Fahrt war der bekannte Sauriser Schinken. Deshalb bestellen wir eine Schinkenplatte, begleitet von Wein und Mineralwasser. Der leicht speziell geräucherte Rohschinken ist überregional bekannt. Wir verständigen uns auf der Gastgeberseite mit ein bisschen Deutsch, auf unserer Seite mit ein bisschen Italienisch: „Si, Prosciutto“ (Ja, Schinken).
Nach kurzer Zeit rollen die Platten an, ein Augenschmaus aus Schinken, Salami, verschiedenen Käsesorten, dem typischen Weißbrot und Grissini. Nach kurzem Anstoßen greifen wir gern und schnell zu. Feiner Geschmack, ein Genuss für den Gaumen und so reichlich, dass wir es dem Ende zu doch etwas langsamer angehen lassen. Schließlich haben wir Zeit, in Ruhe Gutes zu genießen. Die Rechnung für vier Personen war überschaubar – reichlich Schinken, Käse, Brot, Wein und Wasser für 43 Euro. Wir hätten nicht gedacht, dass es so preiswert gewesen wäre. In den Gasthöfen und Restaurants der Region bieten sich natürlich auch andere Schlemmereien an, von Pastavariationen mit frischen Kräutern bis zu den unterschiedlichsten Fleischspeisen. Bei Da Fausto gibt es, wie in vielen Häusern in Sauris, auch Zimmer und Ferienwohnungen zu mieten. Viele davon sind Teil der Albergo Diffuso, einer Kooporative, zu der auch Hotels gehören.




Lecker und bodenständig die Auswahl an Schinken, Salami und Käse.


Draußen vor der Tür sprachen wir noch mit einem älteren Mann aus Sauris. Er fragte, ob alles gut war, worauf wir nur klar „Ja, Si“, sagen konnten. Er erzählte uns, dass er häufig hierherkomme. Er selbst käme ursprünglich nicht aus Sauris, sondern seine Frau und sie spreche noch „Zahrisch“, diesen Dialekt der deutschen Sprachinsel.
Wer sich vom feinen, geschmackvollen Sauris-Schinken und anderen Köstlichkeiten etwas mitnehmen will, sollte im Geschäft der Prosciuttificio Wolf vorbeischauen.



Zimmer und FeWos, hierbei Di Fausto und anderen gibt's auch: Albergo Diffuso.


Wieder anders zurück
„Arrivederci“ (Auf Wiedersehen) rufen wir freudig, als wir wieder den Berg hinabrollen und bald der so beeindruckende grüne See wieder in den Blick kommt. Erneut geht es durch stockfinstere Tunnel weiter nach Ampezzo. Ein Abzweig von dort führt uns schließlich nach Tolmezzo, wo wir auf die Staatsstraße Richtung Paluzza, Monte Croce Carnico (Plöckenpass) abzweigen. In Sutrio halten wir nochmals an, um in der dortigen Caseificia Sociale nach Käse zu schauen. Es gibt ein vielfältiges Angebot zu günstigen Preisen, vom frischen bis zum länger gereiften Käse – hergestellt aus der würzigen Milch, die umliegende Almwirtschaften und Bergbauernhöfe liefern. Dem betriebsamen Käuferandrang nach haben viele, wie wir seit Jahren, gute Erfahrungen damit gemacht; kurz: Der Käse schmeckt einfach gut!
Weiter auf den Plöcken. Als wir auf der Passhöhe auf einen Espresso einkehren, legt sich nach und nach schon die Dämmerung über die spätsommerliche Berglandschaft, die sich nun wieder in einem anderen, weicheren Licht als in der Vormittagssonne zeigt.


Genießen Sie unterwegs die wunderschönen Bergblicke. 


Alle waren sich einig, dass es nur schön und gut war, Sauris, die Sprachinsel und den Ort mit dem klasse Schinken, zu besuchen. Wie immer ist es, wie dieses Mal wieder, einfach nur wundervoll, die verschiedenen Landschaftsformen und Ortsgestaltungen in unserer Welt zu sehen und auf Menschen in deren Alltag und mit ihren je nach Region eigenen Gewohnheiten zu treffen und sich im Gespräch und Miteinander auszutauschen und zu verstehen. Oft die Basis für langjährige Freundschaften.

Tipps: Ob Hin- oder Rückstrecke: Von Paluzza bis Sauris sind es rund 55 Kilometer. Wer von Kötschach-Mauthen (Kärnten) über den Plöckenpass fährt, muss rund 85 Kilometer unter die Räder nehmen. Es ist möglich, dass es bei der Wiedereinreise nach Österreich Grenzkontrollen gibt.
Zu unserer Fahrtzeit waren weder die Staatsstraße noch die Nebenstrecken stark frequentiert. Es ist sinnvoll, auf Sperrschilder wegen Straßenarbeiten und anderem zu achten. Wir mussten einmal über 15 Kilometer zurückfahren und eine andere Abzweigung wählen. In vielen Orten gibt es sehenswerte Kirchen sowie andere historische Baulichkeiten. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten findet man nahezu überall.
Informationen im Internet unter http://www.turismofvg.it/Ort/Sauris und allgemein bei Tourismus Friaul-Julisch-Venetien www.turismofvg.it/Wer-sind-wir;
Zu Kötschach-Mauthen (Nordseite des Plöckenpasses): https://www.koemau.com

Hinweise: Zur Befahrbarkeit von Straßen, Sperrungen aktuell informieren. Wir können keinerlei Gewähr dafür übernehmen, ebenso nicht zu Kilometerangaben, Witterungsverhältnissen, Bestand oder Öffnungszeiten von Gasthöfen und anderen Restaurations- und Nächtigungsbetrieben. Zur Verifizierung von Höhenangaben, Jahreszahlen usw. nutzen wir zum Teil wikipedia.org. Die Fotos stammen aus dem September 2017. Örtlichkeiten/ Ansichten können sich verändert haben. Irrtum bleibt in allen Fällen vorbehalten.

Über die Seiten www.presseweller.de können Sie die verschiedensten Reiseberichte und -Tipps ohne Anmeldung aufrufen – direkt auf Blogs und in Magazinen.

Dienstag, 24. Juni 2014

Friaul: Berge, Seen und Genuss


Vielfalt im Friaul mit Tarvis, Markt, Bergen, Fusine-Seen der Wander- und Bergtourenlandschaft. (Fotos/Montage: presseweller)


Zwischen Tarvisio und Tolmezzo auf Entdeckungsreise

Von Jürgen Weller

Juni 2014. Siegen. Friuli-Giulia-Venezia, der wohlklingende Dreier-Name zeigt, auch mit der deutschen Bezeichnung „Friaul-Julisch-Venetien“, dass man in diesem Landstrich im Nordosten Italiens verschiedene Landschaftsbilder entdecken kann. Von der Südseite der Karnischen Alpen zieht sich die Region bis an die Adria, östlich schirmen die imposanten Julischen Alpen die Region ab. Hauptstadt ist Udine. Im Westen warten mit dem Monte Croce Carnico und dem Kreuzbergpass kurvenreiche Bergstraßen. Die friaulischen Dolomiten gehören ebenso dazu wie Städte mit reicher Geschichte und sehenswerten Baulichkeiten wie Tolmezzo, Cividale und der bestimmende Fluss, der Tagliamento mit seinem breiten Bett. Aber allein schon der Nordostzipfel, das Dreiländereck mit Österreich, Slowenien und Italien, ist eine Reise wert. Romanische, österreichische und slawische Kultur und Geschichte gehen eine angenehme Melange ein, die sich auch in der Küche widerspiegelt. 

Schon vor Jahrzehnten gab uns ein guter Bekannter in Kärnten den Tipp, mal diese Nachbarregion zu besuchen und mit dem Nordostzipfel von Friaul-Julisch-Venetien zu beginnen. Schon der erste Tagesausflug begeisterte, und so verblieben dieses Fleckchen Erde sowie die gesamte Region bis heute in unserem Reise- und Testprogramm mit dem Vermerk. "immer wieder einmal". Die Schöpfung hat hier eine vielfältige Palette hinterlassen, die sich in grünen Wäldern und Bergwiesen, schroffen Gipfeln, wiesigen Hügeln, Weingärten und pittoresken Dörfern sowie schließlich der blauen Adria zeigt. Was für eine schöne Welt! Es ist ein Landstrich, der die Sinne anspricht  „Bella Italia“ beginnt eben bereits im Norden. An nahezu jeder Ecke lassen sich tolle Landschaftspanoramen entdecken, und hier im Nordosten gibt es außerdem klasse Fahrradwege, wie man sie sonst selten sieht. Zwar huschen viele über die Autobahn Richtung Meer an diesem sehenswerten „Eck“  vorbei, aber es lohnt sich einfach, dieses Fleckchen Erde zwischen Tagliamento und Juliern, zwischen Tarvis und Tolmezzo kennen zu lernen.
Von Norden fahren wir von der Autobahn ab und tauchen vor Tarvis in die italienische, die friulanische, Welt ein. Das Städtchen, Tarvisio, ist relativ bekannt. Aus dem nahen Umkreis ist er wegen seines riesigen Marktes seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel. „Market“ ist auch ausgeschildert. Neben vielem anderen werden hauptsächlich Lederwaren, Schuhe, Jeans, diverse Bekleidung feilgeboten. War der Markt vor über 40 Jahren noch ein Heer von Ständen, änderte sich das im Laufe der Jahre: mal planenüberdachte Einzelstände, dann alles unter einem riesigen Gesamt-„Zelt“ und nun schließlich in einem festen Großgebäude. Man parkt auf der Straße oder auf dem darunter liegenden Parkplatz. Der Basar-Charakter hat sich erhalten: Feilschen ist durchaus erwünscht. Will man den Preis zu sehr drücken, sagt der Verkäufer dann vielleicht in gebrochenem Deutsch: „Mama mia“, „ich Frau und Kinder, muss auch was verdienen“. Ringsum haben sich außerdem viele Fachgeschäfte angesiedelt, von Sport- über Taschen- bis zu Schmuckgeschäften. Früher war es mal ein guter Tipp,  Ringe, Ketten  und Co. in Rotgold sowie Marken-Sportbekleidung in Tarvis zu kaufen. Seit Jahrzehnten gehört für so manche Kärntenurlauber und Durchreisende, die diese Besonderheit kennen, der Besuch des Tarviser Marktes „unbedingt“ dazu: bummeln, shoppen und auf Gutes einkehren. Gelati, Eis, Dolce, Kuchen, Pizza, Antipasti, Pasta und mehr sind keine Frage. Ristorante, Café, Bar und und ... Es gibt so viele Möglichkeiten, Gutes zu genießen, ob Käse aus der Region wie auch den geräucherten Ricotta oder den luftgetrockneten Schinken aus San Daniele, ob ein typisches Frico, eine Art Käse-Gratin, oder eine fein zubereitete Forelle. Für manche gehört zum Tarvis-Besuch auch die Pizza, für andere sind es die Spaghetti. Dazu ein Glas Wein aus Friaul. Vielleicht einen weißen Pinot Grigio oder einen roten Cabernet Sauvignon? Alles ganz nach eigenem Gusto.Obwohl nur ein Katzensprung von der Grenze zu Österreich: Alles ist schon typisch italienisch. Etwas oberhalb des Marktes liegt die Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo (Peter und Paul), deren Ursprung auf das 15.Jahrhundert zurückgeht und in der es alte Fresken zu bestaunen gibt. Wir schlendern hin. Vorplatz und Anlagen ringsum wurden neu gestaltet und laden zum Ausruhen ein. Gut zum Ausspannen nach dem Marktbesuch. 
Etwas weiter auf de Staatsstraße zweigt man nach Sella Nevea ab, dem Höhenort am Fuße des Monte Canin an der Grenze zu Slowenien. Einigen Wintersportlern wird er bekannt sein. Auf „Sommerfrischler“ wartet inzwischen ein Abenteuerpark mit Baumplattformen, Hängebrücken, Stegen und mehr, der "Parco Avventure Sella Nevea". Bekannt ist auch der Wallfahrtsberg, der Monte Lussari, der mit der Seilbahn erreicht wird.

 Die Fusine-Seen sehen

Aber wir wollen noch ein Stück weiter, nehmen die Strecke Richtung „Slovenija“ über erst gut ausgebaute, dann engere Straße unter die Räder. Bis zum Abzweig bei Weißenfels „Laghi di Fusine“, also zu den Fusine-Seen. Rechts ab, weiter hoch. Im Nadelwald und vor der imposanten Kulisse der Julischen Alpen in einem Bergkessel schimmert dann grün der erste See. Teilweise spiegelt sich der Nadelwald. Wunderschön! Mit „märchenhaft“ trifft man es noch besser. Etwas abseits der Straße hört man den Bergfluss, sonst Stille. Ein Spaziergang tut gut. Vorher oder nachher im Gasthof auf Essen oder nur einen Cappuccino, einen Espresso oder ein Aqua Minerale einkehren oder Quartier nehmen, wenn man wandern will. Von hier gibt es viele Möglichkeiten, diese so beeindruckende Berglandschaft zu erkunden, die bereits seit den 1970er-Jahren Nationalpark ist. 
Zum zweiten See fahren wir die Straße noch ein Stückchen weiter bergauf. Weitläufigeres Terrain. Auf der Gasthof-Terrasse sitzen Ausflügler und vor allem Wanderer, die von einer Tour aus den Julischen Alpen zurückgekommen sind. Für Bergwanderungen und –touren bietet sich diese „Station“ an. Still ruht der See. Entspannend nach einer Tour. Wellness kann einfach sein. Die malerischen Laghi di Fusine sind von Bergen umgeben, liegen auf über 900 Meter Höhe unter der Nordwand des über 2.670 Meter hohen Mangart, der vielen Bergtourenfreunden bekannt sein wird. 

Über Pontebba nach Tolmezzo

Um von Tarvis weiter nach Süden zu kommen, muss man keine Autobahn fahren. Für Radler  stehen einige sehr gut ausgebaute Radwege über alte Bahntrassen zur Verfügung und Vergnügung. Das ist schon vorbildlich, wie das gemacht wurde! Mit dem Auto bietet sich die Staatsstraße an. Sie führt bis viel weiter in den Süden teils an der Autobahn entlang. Die Italiener haben aber auch hier viel gemacht, um die Dörfer vom Verkehr zu entlasten. Es gibt fast überall Umgehungsstraßen. Waren vor 40 Jahren an markanten Punkten noch teils sehr große Obst- und Warenmärkte, ist das nun sehr eingeschränkt, weil die meisten Reisenden die Autobahn nutzen. Irgendwie schade, wenn wir an die dicken saftigen Pfirsiche und andere frische Früchte denken, die wir uns als „Nachtisch“ für mittags oder abends auf den Märkten besorgten. Der Lauf der Zeiten.
Wer wie wir mehr Eindrücke von den teils pittoresken Orten haben möchte, sollte von der Umgehungsstraße in die Dörfer abfahren. Wir machen das bei Pontebba. Ehedem hieß der große Ort im Kanaltal in einem Teilbereich auch Pontafel. Das hat seinen Grund: Die Pontebbana, der Bergfluss, bildete einst die Grenze zu Österreich. Die Gesamtregion hat eine reiche Geschichte mit den verschiedensten Zugehörigkeiten im Laufe der Jahrhunderte. Kriege und Abkommen brachten immer wieder Veränderungen. Pontebba liegt am Fuße des Pramollo-Passes, den viele als „Nassfeld-Pass“ kennen. Im Ort sollte man auch in die Gassen außerhalb der Hauptstraße gehen. Schon vor vielen Jahren wurde viele Häuser hübsch saniert. Wie eh und je steht die Pfarrkirche "Santa Maria Maggiore" etwas abseits der Hauptstraße an ihrem Platz. Sie beherbergt einen Flügelaltar aus Anfang des 16. Jahrhunderts. Beschaulich ist’s in Pontebba. Oberhalb des Ortes zweigt man in wunderschöne Taler wie das Aupa-Tal, das Blumental, ab oder zum Lanzenpass, der sich eng entlang der Südseite der Karnischen Alpen windet. Wenn die angedachten Planungen, wie wir sie aus Gesprächen mit Touristikern kennen, umgesetzt werden, ist zu erwarten, dass vom Ort bald eine Bergbahn ins international bekannte Skigebiet Nassfeld führen wird. Dann kann man in der Eissporthalle des Ortes in die Schlittschuhe steigen und später auf dem Nassfeld Pisten bügeln. 
Auf der weiteren Tour durchs Kanaltal sind wir fast in Gemona. Wem der Ortsname nichts sagt: In Gemona und im benachbarten Venzone wütete im Mai 1976 ein zerstörerisches Erdbeben. Da wir kurz danach da waren, wissen wir, wie schlimm das aussah, als mehr oder weniger „kein Stein mehr auf dem anderen“ war. Schon seit vielen Jahren sind die Orte wieder aufgebaut und lohnen einen Besuch. Von hier geht es auch zur Höhenstraße am Fuße der Julischen Alpen, die an vielen Stellen wunderschöne Ausblicke auf die weite Talebene mit dem Tagliamento bietet und von wo man ins Collio gelangt, dem bekannten Weingebiet.
An diesem Abzweig liegt auch er vor uns, der Tagliamento, der Fluss mit dem riesigen Bachbett. Bisher hat man ihn noch nicht in ein Korsett gezwängt, aber es wird eine Frage der Zeit sein, wann auch hier durchgesetzt wird, die Randbereiche zu nutzen. Schade, wenn es so kommen würde. In der Sommerzeit fließt der Tagliamento in einem relativ schmalen Bett und bietet schöne Kies-Strand- und Badeplätze  inmitten ausgedehnter Überflutungsflächen. Junge Leute, aber nicht nur, nutzen das für ihre Freizeitgestaltung. Dem Winter zu und vor allem nach der Schneeschmelze beansprucht der Fluss selbst diese Bereiche. So sollte es sein. In den Gärten der Häuser ringsum findet man schon südliche Blumenpracht, Palmen eingeschlossen. Schön.
Unser Abzweig ist rechter Hand, nach Tolmezzo, einer mit über 10.000 Einwohnern schon etwas größeren Stadt mit Gewerbe- und Industrieansiedlungen an den Randbereichen. Der Ort hat eine reiche über tausendjährige Geschichte mit wechselnden Herrschaften. Unter anderem gibt es die historische Altstadt mit Palazzi und Kirchen sowie den Dom San Martino. Bummeln und schauen!
Wenn wir jetzt auch schon im Carnia genannten Gebiet sind, bleiben wir in der Großregion Friaul. Im Ort weiter westlich kann man, teils über Passstraßen in Richtung Norden oder Süden, in schöne, oft verwunschen wirkende Täler abzweigen, in Richtung Süden auch bis Udine und San Daniele, bekannt für seinen Schinken. In der Gesamtregion gibt es verschiedene deutsche Sprachinseln mit aber einem besonderen Dialekt. Unsere Tour führt uns noch weiter nordwestlich bis Arta Terme Richtung des Passes Monte Croce Carnico, den Plöckenpass: Weingärten, Marmorbrüche, Almen, wunderschöne Landschaftspanoramen: beeindruckend. Hier endet diese Tour. Aber natürlich werden wir noch mehr von Friaul-Julisch-Venetien sehen. Das aber ist einem weiteren Reisebericht vorbehalten. 

Ein paar Tipps

Im Kanaltal zwischen Tarvis und Pontebba gibt es einen Laden mit frischem Käse und anderen Milchprodukten. Ein bekannter Käse ist der Montasio. Im Original entsteht er auf den Almen im Nordosten der Region.
Auf dem Weg zwischen Pontebba und Tolmezzo gibt es rechtsseitig eine urige Hähnchenbraterei, in der immer viel Betrieb ist. Das Besondere: Alles wird über Holzfeuer gegrillt. Fährt man vorbei, sieht man draußen schon die großen Holzscheitstapel.
Auf dem Weg von Tolmezzo zum Monte Croce Carnico zweigt man kurz vor Timau links ab Richtung Suttrio zur kommunalen Molkerei, Latteria. Diese liegt direkt links an der Zufahrtsstraße zum Ort. Es gibt jüngere und ältere Hartkäsesorten von den umliegenden Almen und Höfen sowie vieles mehr. Ist man auf dem Heimweg, kann es sich lohnen, das eine und andere mitzunehmen. Uns schmecken diese bodenständigen Käsesorten, die auch preislich vertretbar sind, einfach nur gut. Der Ort selbst, der etwas oberhalb am Hang liegt,  ist beschaulich. Einen Abstecher machen.             (DialogPresseweller)                                       
Internetadressen für weitere Informationen: www.turismofgv.it, www.tarvisiano.org; Reiseberichte zu unterschiedlichen Zielen auch immer über http://www.presseweller.de
Für Radler gibt es auch Tourenbeschreibungen, die von Kärnten ins Friaul führen, auf presseweller.de unter dem Button "Bike-Click" oder über http://www.bikeclick.de. Außerdem im Büchlein "Familienradeln und Mountainbiken - Ostalpen/Südliche Kalkalpen beim Verlag Buch-Juwel, www.buch-juwel.de
Die Fotomontage kann bei presseweller angefordert werden. Einzelfotos auf Anfrage. 
Über die Webseite können auch verschiedene vier- bis sechsseitige Reisemagazine zum Blättern eingesehen werden. 


Freitag, 5. Juli 2013

Auf die Pässe, fertig, los!






                           Blick vom Nassfeld zum Garnterkofel. (Foto: presseweller)



Von Pontebba in Friaul übers Kärntner Nassfeld zum Vrsic-Pass

Juli 2013. Siegen (Dialog). So mancher weiß sie statt Tunnelunterquerung noch zu schätzen: Fahrten über Passstraßen. In den Alpen gibt’s mehr als genug davon und neben den Klassikern wie Großglockner und St. Gotthard viele kleinere, die Spaß beim Fahren und Landschaftsgenuss bringen. Mit dem Start in Pontebba im italienischen Friaul führt die Strecke übers Kärntner Nassfeld bis schließlich auf die Höhe des Vrsic-Passes in Slowenien.


Pontebba ist ein beschauliches Städtchen, wo man gerne auf Pasta, Dolce und einen Espresso einkehrt. An der Nordseite des Dorfes beginnt der Aufstieg auf den Passo Pramollo, den Nassfeldpass. Kehre um Kehre windet sich die Straße hoch, und wir sind beeindruckt, wenn wir ein Stück nach oben schauen. Die Fahrt wird durch Galerien gehen, die am Berg zu hängen scheinen. Die Straße ist teilweise schmal, aber in weiten Teilen gut ausgebaut. Nach rund 13 Kilometern und auf rund 1.530 Meter Seehöhe haben wir es, am Bergsee vorbei, geschafft. Es erwarten uns beindruckende Panoramen mit Gartnerkofel, Auernig und Richtung Süden dem Malurch, der sich im See spiegelt. Wunderschön. Wer in diesem Urlaubsrevier bleiben oder eine Pause einlegen will: Eine rasante Abfahrt kann man auch mit dem „Pendolino“, der Sommerrodelbahn, hinlegen. Sie führt bis aufs Gelände der Tressdorfer Alm.
Bei uns geht's die teils steile und kurvenreiche Passstraße abwärts nach Tröpolach und dort Richtung Osten über das Bezirksstädtchen Hermagor durchs Gailtal Richtung Villach bis zum Abzweig Wurzenpass: mit bis über 18 Prozent hoch in die Karawanken und nach der ehemaligen Grenzstation abwärts über Podkoren nach Kranjska Gora. Kurz vorm Passende gibt es rechts einen kleine Parkmöglichkeit. Es lohnt sich, hier mal anhalten und in die Julische Alpen zu schauen: einfach toll. Ganz dörflich wirken die Örtchen Podkoren und Ratece, die auch zur Einkehr einladen. Vielleicht mal eine Krainer Wurst, einen Grillspieß mit Duvec-Reis oder den luftgetrockneten Prsut, den Karstschinken, mit Weißbrot und Oliven. Genuss, der zur Landschaft passt.

Kehre um Kehre aufwärts
Pulsierend gibt sich Kranjska Gora, unter anderem bekannt von den jährlichen Weltcup-Skirennen. Dem Schild Bovec folgend, fahren wir bald in südliche Richtung auf den Vrsic-Pass, mitten durch die Julier, wo die Berge beispielsweise Prisank, Razor und Triglav heißen, der höchste Gipfel in Slowenien. Gibt sich die Straße zuerst noch mäßig steigend, wird es zunehmend steiler. Vorbei an der „Russischen Kapelle“ winden wir uns in 24 – gepflasterten – Kehren aufwärts. Nach nahezu jeder Kehre gibt es neue, phantastische Ausblicke in die Bergwelt, die einst auch Julius Kugy und Chesne de Bois auf der Suche nach der blauen Blume ihres Herzens durchstreiften. Als Ergebnis entstand ein Alpineum auf der Südseite, im jungen Tal der smaragdfarbenen Soca. Unsere Reise endet leider auf der gut 1.600 Meter hohen Passhöhe. Rechts in den Wiesen grasen Schafe, links geht es steil aufwärts zu einer bewirtschafteten Hütte, in der man sich stärken kann. Die Sonne brennt, ein leichter Wind säuselt durchs Haar. Jetzt würde es genau passen, das einst von Slavko Avsenik und seinen Oberkrainern eingespielte Musikstück „Zauber der Julier“. Ja, sie sind zauberhaft, wie auch die übrigen Landschaften entlang dieser Straßen mit Gailtaler und Karnischen Alpen, Karawanken und Julischen Alpen.
Diese um die 100 Kilometer lange Tour legten wir dem Auto zurück. Sie bietet sich wegen der Passstraßen und Kurven auch für Motorradfahrer an sowie für Radler, gegebenenfalls mit Zwischenübernachtung, die einerseits feste in die Pedale treten und andererseits die Abfahrten genießen wollen. Unterkunftsmöglichkeiten gibt es reichlich entlang der gesamten Strecke. Jürgen Weller

Weitere Rad-, Motorbike- und Ausflugstipps bei http://www.presseweller.de
© 2013 auf Text und Foto presseweller


Freitag, 23. Dezember 2011

Winter in Friaul und Slowenien

Pisten und Loipen rund um Tarvisio und Kranjska Gora

23. Dezember 2011. Siegen (presseweller). Die Bergregionen in Friaul im nordöstlichen Italien sowie im nordwestlichen Slowenien sind seit jeher auch beliebte Wintersport-Destinationen. Sie sind von Deutschland nahezu durchgehend über die Autobahn/Tauernautobahn erreichbar. Im Verbund mit Kärntner Skigebieten wie dem Nassfeld bieten sie sich auch für Ausflüge an: Dreiländer-Skisport.
Im bekannten italienischen Grenzort Tarvisio locken mehrere Örtlichkeiten mit Bergbahnen und Liften. Für Langläufer werden Loipen gespurt. Ein bekannter Wintersportort ist Sella Nevea, östlich oberhalb von Tarvisio. Das Plateau am Fuße des über 2.580 Meter hohen Monte Canin liegt auf über 1.100 Meter. Die Pisten führen bis auf 2.300 Meter. Das Skigebiet ist ebenfalls vom slowenischen Bovec im Soca-Tal aus erschlossen. Die Gesamt-Pistenlänge wird mit 34 Kilometern angegeben.
Freunde des Eissports können im italienischen Kanaltal in Pontebba, am Fuße des Passo Pramollo – Übergang zum Nassfeld und nach Österreich – die Eishalle nutzen.
Einer der bekanntesten slowenischen Wintersportorte ist Kranjska Gora, auf über 800 Metern zwischen Karawanken und Julischen Alpen gelegen. Es sind rund 25 Pistenkilometer im Bereich der Julier angelegt. Wenige Kilometer westlich von Kranjska Gora geht es ins Planica-Tal, wo die weltbekannten Skiflug-Schanzen stehen.
Weiter östlich ist die Hochebene über dem Bleder See eine wichtige Adresse für Langläufer, noch ein Stück weiter, bei Bohinj, liegt das Skigebiet Vogel. Dort führen die Pisten, etwa 18 Kilometer, bis auf rund 1.800 Meter Seehöhe.
In allen Höhen erschließen sich wundervolle Bergpanoramen, je nach Standort auf die Julischen Alpen, die Karawanken und die Karnischen Alpen. Sowohl in Friaul-Julisch-Venetien als auch im westlichen Slowenien gibt es über diese kleine Auswahl hinaus viele weitere Gebiete für Winteraktivitäten. Zu Schneelagen sowie Pisten- und Loipenangebot sollte man sich jeweils aktuell informieren, zum Beispiel bei www.tarvisio.it oder www.slovenija.info. Quartiermäßig gibt es die gesamte Bandbreite, von der Pension bis zum guten Hotel.
Die Anreise mit dem Auto ist am einfachsten über die Tauernautobahn Richtung Italien bis zur Abfahrt Tarvisio. Vom Ort geht es auch weiter nach Slowenien. Alternativ kann auch die Tauernautobahn Richtung Slowenien und durch den Karawankentunnel gefahren werden. Es fallen Autobahn- und Tunnelmautgebühren an. Mit der Bahn kann der Zielort Tarvisio oder, in Slowenien, Jesenice sein.

Samstag, 28. Mai 2011

Per Bike: Landschaftserlebnis Aupatal in Friaul




Einfach nur schön: das Aupatal in Friaul
auf der Südseite der Karnischen Alpen. Foto: dia/Jürgen Weller

Eine schöne Landstraßentour für Radler, Biker, Autofahrer

Mai 2011 Siegen. Die Sonne brennt, der Himmel ist ritzeblau. Von Tarvisio in Friaul, Nord-Ost-Italien, sind wir entlang des Kanaltals nach 22 Kilometern nahezu eben in Pontebba am Fuße der Karnischen Alpen angekommen. Nach einer kurzen Auffahrt zweigen wir links ab Richtung Aupa. Das Tal wird in Reiseführern teils auch als Blumental beschrieben. Eine tolle Landschaft wird auf dem weiteren Weg der Begleiter sein.

Wer wie wir über die österreichische Grenze bei Arnoldstein/Thörl-Maglern in kurzer Zeit ins lebhafte Tarvis mit dem international bekannten überdachten Markt und den vielen Fachgeschäften, Ristoranti und Pizzerias kommt, kann als Biker relativ leicht in die Pedale treten. Ab Tarvis geht es nahezu eben durchs Kanaltal zum Örtchen Pontebba. Wer es herausfordernder haben will, startet von Tröpolach im Gailtal in Kärntnens Naturarena und fährt über den Nassfeldpass. Dabei sind harte Steigungen zu nehmen. Auf über zwölf Kilometern müssen rund 900 Höhenmeter überwunden werden. Dann kommt aber, ebenfalls über gut zwölf Kilometer, die erfrischende Abfahrt. Vorsicht ist wegen der gepflasterten Tunneldurchfahrten geboten! Noch vor dem Passende kommt eine „Verteilerbrücke“. Für die Fahrt zum Aupatal geht’s rechts ab, und man kommt bald nach Studena Alta. Alle, auch die folgenden Straßen, haben Teerschicht, so dass man auch mit dem Rennrad fahren könnte.
Von nun an steigt die Straße ständig und teils steil bergauf. Wer nun glaubt, nach acht Kilometern Bergauffahrt in Aupa das meiste geschafft zu haben, liegt falsch. Das kleine Staßendorf in den Bergen liegt quasi mittendrin im weiteren Aufstieg. Fast überall sind sommerbunte Wiesen und Gärten am Wegesrand zu sehen, und es gibt tolle Ausblicke auf die Berge. „Imposant, einfach schön“ sind denn auch die Kommentare dazu. Das setzt sich fort, wenn der Scheitel erreicht ist.
Endlich geht’s abwärts, oft am rauschenden Bergbach und Wäldern vorbei. Selten begegnet man einem Auto. Da die Straße sowohl auf der Auffahrt als auch auf der Abfahrt bis zum unteren Bereich teils sehr eng und kurvenreich ist, muss dennoch stets mit aller Vorsicht gefahren werden. Wenn auch sonst alles wie „Natur pur“ aussieht, hat man dem Bergbach im unteren Bereich aus Schutzgründen doch Stufen angelegt. Bald mündet er in den Tagliamento.
Von Aupa aus waren es bis zum Scheitel und abwärts ins Tal noch 19 Kilometer. Schließlich sind wir – nach der Abfahrt bei Pontebba – nach 27 Kilometern in Moggio Udinese angekommen. Das Thermometer zeigt 27 Grad. Hochsommer. Wir schauen noch einmal zurück in diese Welt toller Bergpanoramen und gönnen uns etwas später eine Einkehr. Stark frequentiert ist das Ristorante, das für seine Hähnchen vom Holzgrill bekannt ist. Das passt – mit reichlich Salat und Pommes. Einen erstaunlichen Blick gibt’s aber noch auf den Radweg gegenüber. Er ist autobahnähnlich ausgebaut – eine ehemalige Bahntrasse. Das haben die Friulaner toll hinbekommen.
Die Temperaturen auf der Alpensüd- und hier zusätzlich auf der Karnischen Südseite sind oft von Frühjahr bis Herbst ein bisschen höher als im Norden. Da die Witterung aber nur noch schwer einschätzbar ist, ist es ratsam, sich aktuell vor einem Ausflug zu informieren. Es ist zwefellos schöner, dieses Landschaftserlebnis bei Sonnenschein zu genießen.
Die Tour eignet sich für Radler/Mountainbiker, für Motorbiker und auch für diejenigen, die einen tollen Autoausflug, zum Beispiel vom Urlaubsstandort Friaul-Julien oder vom Kärntner Gailtal aus (www.naturarena.com) unternehmen wollen. Diese und weitere Touren findet man auch auf www.bikeclick.de oder über den Button Bike-Click bei presseweller.de.
Weitere Fotos gibt's auf Wunsch. (© DialogPresseweller/Jürgen Weller)