Posts mit dem Label Fusine werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fusine werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. Juni 2016

Wunderschöne Landschaften und verwunschene Seen Von Osttirol über Kärnten bis ins nordöstliche Friaul


Traumhaft, die Bergkulisse mit dem Fusine-See in Friaul. (Fotos: (c) JoeW/ presseweller)


Entdeckungen südlich der Hohen Tauern mit Staller Sattel, Lesachtal, Nassfeld, Friaul / Für Autoausflügler, Radler und Motorbiker



**Entschuldigung für die ggü. der Ankündigung etwas verspäte Einstellung**

Mai 2015. (DialogPrW). Lust auf Urlaub? Schon zur Jugendzeit begeisterte uns der reiseerfahrene Otto, wenn er von den vielen Möglichkeiten des Bergurlaubs erzählte. „Wenn du morgens bei Sonnenschein aus dem Fenster auf grüne Wiesen und Bergspitzen unter blauem Himmel blickst, hast du direkt gute Laune.“ Auf der ersten gemeinsamen Tour führte er uns in einer dreitägigen Autoreise über zig Alpenpässe an die Südseite der Hohen Tauern bis nach Kärnten ins Gailtal. Von dort erkundeten wir so einiges wie die bunten italienischen Märkte in Friaul. Wir labten uns an frischen dicken, saftigen Pfirsichen und schauten uns Schuhe und Lederwaren an. Bei Passriach am Südufer des Pressegger Sees stiegen wir ins angenehm warme Wasser, und an der Garnitzenklamm vorbei fuhren wir hoch zur Eggeralm – ein wunderschönes Almdorf, wo wir Decken auf der Wiese ausbreiteten, uns sonnten und sich hier und da einmal eine Kuh oder eine Pferd diese „Sommerfrischler“ anschaute. Unsere Vorliebe für die Landschaften war geweckt und blieb erhalten. So konnten wir in den vielen folgenden Jahren noch so einige weitere lohnende Ziele entdecken. Nur einige wenige davon sind unten zusammengestellt, vom Stallersattel in Osttirol übers Lesachtal und das Nassfeld bis zu Seen im italienischen Friaul. Gucken Sie mal.

Nun ist es einmal so, dass man je nach Ziel meist die Autobahn oder die großen Hauptdurchgangsstraßen nutzt, um möglichst schnell am Urlaubsort anzukommen. So manches Sehenswerte bleibt dabei einfach am Wegesrand liegen. Gerne fahren wir die – mautpflichtige – Felbertauernstraße, auf der es von Mittersill aus auf gut ausgebauter Strecke und durch den Tunnel auf die Südseite der Hohen Tauern geht, malerische Ausblicke inklusive. Wir sind in Osttirol. Nach rund 46 Kilometern (km) von Mittersill aus kommt man auf der Südrampe nach Huben. Biegt man hier links nach Kals ab, geht es, an einem Wasserfall vorbei, über die „Kalser Glocknerstraße“ bergauf. Oben ist man dem Großglockner ein Stück näher.


Der Stallersattel im Defereggental lohnt einen Ausflug. Über die kehrenreiche Bergstraße geht es westlich ins Antholzer Tal. Von oben sieht man den See auf italienischer Seite. 
In Huben kann man auch rechts abfahren, Richtung Stallersattel durchs Defereggental, vorbei an Dörfern und Steilwiesen bis zur Passhöhe auf rund 2000 Metern Seehöhe. Kurz vorm Übergang nach Südtirol liegt rechts idyllisch der Obersee: Spaziergänge machen wie rund um den See, einkehren oder von hier zu einer Wanderung aufbrechen. Berauschend ist es, am oberen Hangrand hinab über die kehrenreiche Passstraße hinweg ins Südtiroler Antholzer Tal zu schauen, wo das Auge einen weiteren See schimmern sieht. Klar, dass bei Motorradfahrern* solche Bergstrecken wie nach Kals und über den Staller Sattel beliebt sind, und auch für Mountainbiker gibt es viele Möglichkeiten.


Lienz in Osttirol glänzt schon mit mediterranem Flair. 

Lienz, Gail- und Lesachtal

Auf der Felbertauern-Weiterfahrt kommt ab Huben nach rund 20 km Lienz. Es lohnt sich anzuhalten, weil die Stadt bereits mediterranes Flair verbreitet, schön und angenehm zum Bummeln ist. „Lienz begeistert uns schon lange“, sagen uns Bekannte. Wenn wir auf der Rückfahrt von Italien sind, legen wir dort meist eine Pause mit mindestens einer Übernachtung ein.“
Für uns ist nun östliche Richtung der Drau entlang angesagt. Radler** können dem Drautalradweg folgen, schöne Bergpanoramen inklusive. Unterwegs wechselt das Bundesland, man sieht es am Schild: Kärnten. In Oberdrauburg biegen wir rechts über den kehrenreichen Gailbergsattel nach Kötschach-Mauthen ab. Wir sind im Gailtal. Im Ort gibt es das Museum 1915 bis 1918 mit zahlreichen Exponaten zum 1. Weltkrieg. Auf der Weiterfahrt nach Süden über den Plöckenpass kann man zu dieser Thematik auch ein Freilichtmuseum mit alten Stellungen, Durchgängen und mehr erkunden. Der aussichtsreiche Weg bergab führt in die Region Carnia, Italien: sehr vielfältig und mit so vielen klasse Routen, Dörfern, Panoramen und Besonderheiten, dass die Region demnächst in einem anderen Bericht vorgestellt werden. Der Plöcken ist übrigens im Ursprung ein alter Alpenübergang aus der Römerzeit.


Natur wird im Lesachtal großgeschrieben. Eng mit dem Hochtal verbunden ist die Basilika Maria Luggau. Dorthin führen jedes Jahr zahlreiche Wallfahrten.

Basilika und Wolayer See

Zweigt man in Kötschach-Mauthen vorher rechts ins Lesachtal ab, gelangt man in das weitgehend naturbelassene Hochtal mit Heuwiesen und grünen Matten sowie an der Straße und über die Hänge verteilte Dörfer: wundervoll, ein Natur- und Kulturland, das Träume von Märchen und Mythen aufkommen lässt. Im Wallfahrtsort Maria Luggau (gut 25 km von Kötschach) steht die ehrwürdige Basilika Maria Schnee mit Kloster. Die Ursprünge gehen bereits auf Ende des 16. Jahrhunderts zurück. Für Radler ist das Hochtal herausfordernd, Motorbiker haben es mit zig Kurven und Kehren zu tun. Die Straße ist in den vergangenen Jahren ständig verbessert worden. Viele Gräben, die wir früher noch durchfahren mussten, sind heute überbrückt.
Wer wandern will, sollte sich den zirka 1950 Meter hoch gelegenen Wolayer See anschauen, der wie ein großes „Auge“ zwischen den Bergen liegt. Über Nostra kann man bis zum Wanderparkplatz an der Hubertuskapelle im Wolayertal fahren, aber dann muss man noch einige Zeit zu Fuß und meist hoch wandern. Zum See kann man auch vom Plöckenpass aus wandern.



Wie ein Auge liegt der Wolayersee in den Bergen. Eine Wanderroute führt über Nostra.



Man beginnt an der Hubertuskapelle. Dort gibt es auch einen großen Parkplatz.

Nassfeld, Almen, Wulfenia und Geo-Park

Zurück nach Kötschach-Mauthen. Wir folgen nun dem Gailtal. Fahrradfahrer steigen in den Gailtal-Radweg R 3 ein. Hinter Strass gibt es einen Abzweig „Nassfeld“, der übers Dorf Tröpolach führt, von Kötschach etwa 26 km. Von dort rund zwölf Kilometer bergauf, und wir stehen an der Grenze zu Italien. Von hier bestehen zig Wandermöglichkeiten, auch solche, die keine Stundenwanderungen erfordern und relativ leicht zu bewältigen sind. Das ist zum Beispiel so, wenn man am Pramollo-See entlang spaziert; sich für die Tressdorfer Alm im Westen entscheidet, wo es eine Schaukäserei gibt, oder zur Watschiger Alm geht, etwas stärker ansteigend, auf östlicher Seite. Von hier ist der Weg nur kurz zum Wachstumsgebiet der blauen Wulfenia (Wulfenia carinth.), die in dieser Art und Verbreitung bis auf Unterarten einzig hier blühen soll. Schön anzusehen. Blütezeit ist je nach Witterung meist Mitte bis Ende Juni, Anfang Juli. Über das gesamte Gebiet, bis ins Lesachtal, erstreckt sich auch der Geo-Park. Auf Geo-Trails kann man der Erdgeschichte auf die Spur kommen, Fossilien inklusive. Das ist meist auch für Kinder sehr interessant. Für den Nachwuchs gibt es rund ums Nassfeld auch sonst viele Möglichkeiten. Hoch kommt man übrigens leicht: direkt aus dem Tal bis zum Kofelplatz, mit der Kabinenbahn, dem Millennium-Express, weiter oder anders mit Sesselliften.



Tolle Ausblicke gibt es von oberhalb des Nassfelds am Kofelplatz. Man kann spazieren und wandern, und es gibt verschiedene Möglichkeiten für Kinder. Es ist praktisch, mit der Kabinenbahn Millenniumexpress von Tröpolach auf die Höhe zu fahren.



Eine Alm besuchen und einkehren. Hier, auf der Tressdorfer Alm, gibt es eine Schaukäserei
.

Rüber nach Italien

Normalerweise gelangt man über den Nassfeldpass ins italienische Pontebba, den wir auf Hin- oder Rückweg immer gerne nutzen. Wegen eines Felssturzes auf italienischer Seite ist er zurzeit gesperrt. Jetzt Mitte Mai 2016 war uns nicht klar, wann er wieder geöffnet wird. Deshalb hier nun die andere Route durchs Gailtal***. Wir zweigen bei Arnoldstein/ Thörl Maglern Richtung Italien ab nach Tarvisio, ein pulsierendes Städtchen mit seinem großen, altbekannten Markt, nur rund 50 km von Tröpolach entfernt. „Der Marktbesuch, nach Klamotten schauen und dann gemütlich auf Cappuccino und Pizza einkehren, gehören für uns immer dazu,“ erzählen uns zwei langjährige Gailtalurlauberinnen. „Tarvis muss einmal im Urlaub sein!“ Einfach mal selbst bummeln und anschauen. Ringsum gibt es überall Cafés und viele weitere Einkehrmöglichkeiten – nah zu Österreich, trotzdem alles in italienischem Ambiente. Si, ja!



Taschen, Schuhe, Klamotten und mehr gibt es auf dem Tarviser Markt. 


Nun kann man ein Stück weiter nach Süden fahren, wo Radler bald auf richtig klasse breite Radwege treffen. Wir fahren aber östlich hoch Richtung Slowenien und zweigen unterwegs bei Valroma (Weißenfels) ab, wo wir nach gut zehn Kilometern zu den Laghi di Fusine, den Fusine- oder Weißenfelser Seen (siehe Titelfoto) gelangen, die sich auf über 900 Metern in die Berge schmiegen, umrahmt von den Julischen Alpen und überragt vom fast 2700 Meter hohen Mangart. Es sind magische Momente, unteren und oberen See mit ihrem grünlichen Wasser vor der Wald- und Bergkulisse zu sehen. Wanderer und Berggeher haben hier alle Möglichkeiten. Am oberen Fusine treffen wir im Ufer-Restaurant unseren alten Bekannten Norbert Schluga und seine Gruppe. Sie waren mit Bergwanderern seines Campingplatzes gerade von einer Tour durch die Julier zurückgekommen: „Es war wieder einmalig und nur schön“, erzählte er uns, als wir auf der Terrasse des Gasthauses saßen. Die ganze Gruppe war bester Laune.

Weiter zum Predilpass und Raibl-See

Aber zurück nach Tarvisio. Wir fahren ein kurzes Stück südlich und dann auf den Predilpass. Auf dem Weg zur slowenischen Grenze – Steigung rund zwölf Prozent, Passhöhe und Grenze bei über 1150 Meter nach rund 14 km – kommt dann bereits ein kurzes Stück unterhalb der Predilsee, der Raiblsee. Wie ein Zauber prägen sich das grün-blaue Wasser und die Berglandschaft in die Sinne ein. Wie es einfach nur schön ist, dass alles sehen und erleben zu können, ob im späten Frühling, im Sommer oder bunten Herbst.


Wie wunderschön, der See am Predil, auch Raiblsee genannt.

Die Passtraße führt schließlich am Berg Mangart vorbei ins Tal der Soca in Slowenien, die später auf italienischer Seite Isonzo heißt. Dieses beeindruckende und geschichtsträchtige Tal haben wir mehrmals erkundet. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Ein Biker erzählte uns abends beim gemütlichen Treff in Kreuth oberhalb von Hermagor im Panoramahotel Hauserhof, wo selbst Touren geplant und begleitet werden, dass es wohl seit einigen Jahren vom Predilpass aus einen Weg Richtung Mangart gäbe: „Einfach nur toll, haben wir schon mit mehreren gefahren!“ Nach unseren Recherchen zweigt diese Straße, zum Teil eng und sehr steil sowie mit Tunnels, etwa drei Kilometer nach der Passhöhe ab und führt auf über elf Kilometern bis auf über 2050 Höhenmeter. Der Ausblick von da oben soll einfach nur toll sein!

Je nach Urlaubs-Standort in diesen Regionen sind die Ausflugsziele mit Auto oder Motorrad gut zu erreichen, meist mit einer kleineren oder auch größeren Tagestour. Wer wandern will, findet zig Möglichkeiten. Für Fahrradfahrer und Mountainbiker, die verschiedene Anlaufstellen auf längeren Strecken unter die Räder nehmen wollen, bieten sich für die gesamte Bandbreite eher Etappen mit wechselnden Standorten an. (jw)

*Für Motorbiker gibt es zig lohnende Strecken. Jahr für Jahr sind Einzelfahrer und Gruppen unterwegs. Es ist ratsam, sich vor der Tour zu aktuellen Wetter-, Straßenzustands- und Befahrkeitshinweisen zu informieren! Es gibt viele Gastbetriebe, die sich auf Motorbiker eingestellt haben.
**Für Fahrradfahrer und Mountainbiker gilt das ebenfalls. In den Talbereichen sind zwar oft ordentliche Radwege, wer über Passstraßen in die Pedale treten will, muss das oft auf der normalen Straße tun. Besondere Vorsicht ist angesagt. Die meist kurvenreichen Abfahrten sollten nicht unterschätzt werden. Zum Teil ist es auch möglich, über Alm- oder ausgewiesene Wege nach oben und später wieder ins Tal zu kommen. Gute Radkarten oder Informationen vor Ort helfen weiter.
***Auto- und Motorradfahrer, die im Gailtal den Gailtalzubringer ab Höhe Nötsch und bis Arnoldstein nutzen, benötigen das österreichische Autobahn-Pickerl! Unabhängig davon, dass Autobahnen in Österreich und Italien sowie manche Bergstraßen mautpflichtig sind!

Generell gilt für Wanderer, Bergtourengeher, Radler, Mountain- und Motorbiker, die Wetter- und Witterungslage mit Vorankündigungen zu beachten, da gerade in den Bergen schnelle Änderungen möglich sind. Gute Karten sind empfehlenswert. Für Autofahrer ist das ebenfalls ratsam, weil sich die Befahrbarkeit kurzfristig ändern kann und auch Sperrungen möglich sind. Informationen bieten zum Beispiel die Tourist- oder Tourismusinformationen in den Regionen.
Kilometer- und Höhenangaben im Bericht sind nur Zirka-Angaben, Befahrbarkeit kann sich ändern. Dafür und für Sperrungen wird keinerlei Gewähr übernommen. Insgesamt ist Irrtum vorbehalten.
Auf den Routen finden sich die verschiedensten Unterkunftsmöglichkeiten. Es gibt inzwischen schon viele, die sich auch auf Radler und Motorradfahrer, -gruppen eingestellt haben. Meist weist das ein Schild aus.
Fotos aus verschiedenen Jahren. Örtlichkeiten/ Ansichten können sich geändert haben.

Nützliche Links
www.felbertauernstrasse.at
www.defereggental.org
www.nlw.at (für Kärnten: Lesachtal, Gailtal, Nassfeld usw.)



Über die Seite http://www.presseweller.de können Sie unterschiedlichste Reiseberichte und aktuelle Kundenberichte aufrufen, zurzeit von Camping über Golf bis zum Almrosenfest und zu Klettern.

Dienstag, 24. Juni 2014

Friaul: Berge, Seen und Genuss


Vielfalt im Friaul mit Tarvis, Markt, Bergen, Fusine-Seen der Wander- und Bergtourenlandschaft. (Fotos/Montage: presseweller)


Zwischen Tarvisio und Tolmezzo auf Entdeckungsreise

Von Jürgen Weller

Juni 2014. Siegen. Friuli-Giulia-Venezia, der wohlklingende Dreier-Name zeigt, auch mit der deutschen Bezeichnung „Friaul-Julisch-Venetien“, dass man in diesem Landstrich im Nordosten Italiens verschiedene Landschaftsbilder entdecken kann. Von der Südseite der Karnischen Alpen zieht sich die Region bis an die Adria, östlich schirmen die imposanten Julischen Alpen die Region ab. Hauptstadt ist Udine. Im Westen warten mit dem Monte Croce Carnico und dem Kreuzbergpass kurvenreiche Bergstraßen. Die friaulischen Dolomiten gehören ebenso dazu wie Städte mit reicher Geschichte und sehenswerten Baulichkeiten wie Tolmezzo, Cividale und der bestimmende Fluss, der Tagliamento mit seinem breiten Bett. Aber allein schon der Nordostzipfel, das Dreiländereck mit Österreich, Slowenien und Italien, ist eine Reise wert. Romanische, österreichische und slawische Kultur und Geschichte gehen eine angenehme Melange ein, die sich auch in der Küche widerspiegelt. 

Schon vor Jahrzehnten gab uns ein guter Bekannter in Kärnten den Tipp, mal diese Nachbarregion zu besuchen und mit dem Nordostzipfel von Friaul-Julisch-Venetien zu beginnen. Schon der erste Tagesausflug begeisterte, und so verblieben dieses Fleckchen Erde sowie die gesamte Region bis heute in unserem Reise- und Testprogramm mit dem Vermerk. "immer wieder einmal". Die Schöpfung hat hier eine vielfältige Palette hinterlassen, die sich in grünen Wäldern und Bergwiesen, schroffen Gipfeln, wiesigen Hügeln, Weingärten und pittoresken Dörfern sowie schließlich der blauen Adria zeigt. Was für eine schöne Welt! Es ist ein Landstrich, der die Sinne anspricht  „Bella Italia“ beginnt eben bereits im Norden. An nahezu jeder Ecke lassen sich tolle Landschaftspanoramen entdecken, und hier im Nordosten gibt es außerdem klasse Fahrradwege, wie man sie sonst selten sieht. Zwar huschen viele über die Autobahn Richtung Meer an diesem sehenswerten „Eck“  vorbei, aber es lohnt sich einfach, dieses Fleckchen Erde zwischen Tagliamento und Juliern, zwischen Tarvis und Tolmezzo kennen zu lernen.
Von Norden fahren wir von der Autobahn ab und tauchen vor Tarvis in die italienische, die friulanische, Welt ein. Das Städtchen, Tarvisio, ist relativ bekannt. Aus dem nahen Umkreis ist er wegen seines riesigen Marktes seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel. „Market“ ist auch ausgeschildert. Neben vielem anderen werden hauptsächlich Lederwaren, Schuhe, Jeans, diverse Bekleidung feilgeboten. War der Markt vor über 40 Jahren noch ein Heer von Ständen, änderte sich das im Laufe der Jahre: mal planenüberdachte Einzelstände, dann alles unter einem riesigen Gesamt-„Zelt“ und nun schließlich in einem festen Großgebäude. Man parkt auf der Straße oder auf dem darunter liegenden Parkplatz. Der Basar-Charakter hat sich erhalten: Feilschen ist durchaus erwünscht. Will man den Preis zu sehr drücken, sagt der Verkäufer dann vielleicht in gebrochenem Deutsch: „Mama mia“, „ich Frau und Kinder, muss auch was verdienen“. Ringsum haben sich außerdem viele Fachgeschäfte angesiedelt, von Sport- über Taschen- bis zu Schmuckgeschäften. Früher war es mal ein guter Tipp,  Ringe, Ketten  und Co. in Rotgold sowie Marken-Sportbekleidung in Tarvis zu kaufen. Seit Jahrzehnten gehört für so manche Kärntenurlauber und Durchreisende, die diese Besonderheit kennen, der Besuch des Tarviser Marktes „unbedingt“ dazu: bummeln, shoppen und auf Gutes einkehren. Gelati, Eis, Dolce, Kuchen, Pizza, Antipasti, Pasta und mehr sind keine Frage. Ristorante, Café, Bar und und ... Es gibt so viele Möglichkeiten, Gutes zu genießen, ob Käse aus der Region wie auch den geräucherten Ricotta oder den luftgetrockneten Schinken aus San Daniele, ob ein typisches Frico, eine Art Käse-Gratin, oder eine fein zubereitete Forelle. Für manche gehört zum Tarvis-Besuch auch die Pizza, für andere sind es die Spaghetti. Dazu ein Glas Wein aus Friaul. Vielleicht einen weißen Pinot Grigio oder einen roten Cabernet Sauvignon? Alles ganz nach eigenem Gusto.Obwohl nur ein Katzensprung von der Grenze zu Österreich: Alles ist schon typisch italienisch. Etwas oberhalb des Marktes liegt die Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo (Peter und Paul), deren Ursprung auf das 15.Jahrhundert zurückgeht und in der es alte Fresken zu bestaunen gibt. Wir schlendern hin. Vorplatz und Anlagen ringsum wurden neu gestaltet und laden zum Ausruhen ein. Gut zum Ausspannen nach dem Marktbesuch. 
Etwas weiter auf de Staatsstraße zweigt man nach Sella Nevea ab, dem Höhenort am Fuße des Monte Canin an der Grenze zu Slowenien. Einigen Wintersportlern wird er bekannt sein. Auf „Sommerfrischler“ wartet inzwischen ein Abenteuerpark mit Baumplattformen, Hängebrücken, Stegen und mehr, der "Parco Avventure Sella Nevea". Bekannt ist auch der Wallfahrtsberg, der Monte Lussari, der mit der Seilbahn erreicht wird.

 Die Fusine-Seen sehen

Aber wir wollen noch ein Stück weiter, nehmen die Strecke Richtung „Slovenija“ über erst gut ausgebaute, dann engere Straße unter die Räder. Bis zum Abzweig bei Weißenfels „Laghi di Fusine“, also zu den Fusine-Seen. Rechts ab, weiter hoch. Im Nadelwald und vor der imposanten Kulisse der Julischen Alpen in einem Bergkessel schimmert dann grün der erste See. Teilweise spiegelt sich der Nadelwald. Wunderschön! Mit „märchenhaft“ trifft man es noch besser. Etwas abseits der Straße hört man den Bergfluss, sonst Stille. Ein Spaziergang tut gut. Vorher oder nachher im Gasthof auf Essen oder nur einen Cappuccino, einen Espresso oder ein Aqua Minerale einkehren oder Quartier nehmen, wenn man wandern will. Von hier gibt es viele Möglichkeiten, diese so beeindruckende Berglandschaft zu erkunden, die bereits seit den 1970er-Jahren Nationalpark ist. 
Zum zweiten See fahren wir die Straße noch ein Stückchen weiter bergauf. Weitläufigeres Terrain. Auf der Gasthof-Terrasse sitzen Ausflügler und vor allem Wanderer, die von einer Tour aus den Julischen Alpen zurückgekommen sind. Für Bergwanderungen und –touren bietet sich diese „Station“ an. Still ruht der See. Entspannend nach einer Tour. Wellness kann einfach sein. Die malerischen Laghi di Fusine sind von Bergen umgeben, liegen auf über 900 Meter Höhe unter der Nordwand des über 2.670 Meter hohen Mangart, der vielen Bergtourenfreunden bekannt sein wird. 

Über Pontebba nach Tolmezzo

Um von Tarvis weiter nach Süden zu kommen, muss man keine Autobahn fahren. Für Radler  stehen einige sehr gut ausgebaute Radwege über alte Bahntrassen zur Verfügung und Vergnügung. Das ist schon vorbildlich, wie das gemacht wurde! Mit dem Auto bietet sich die Staatsstraße an. Sie führt bis viel weiter in den Süden teils an der Autobahn entlang. Die Italiener haben aber auch hier viel gemacht, um die Dörfer vom Verkehr zu entlasten. Es gibt fast überall Umgehungsstraßen. Waren vor 40 Jahren an markanten Punkten noch teils sehr große Obst- und Warenmärkte, ist das nun sehr eingeschränkt, weil die meisten Reisenden die Autobahn nutzen. Irgendwie schade, wenn wir an die dicken saftigen Pfirsiche und andere frische Früchte denken, die wir uns als „Nachtisch“ für mittags oder abends auf den Märkten besorgten. Der Lauf der Zeiten.
Wer wie wir mehr Eindrücke von den teils pittoresken Orten haben möchte, sollte von der Umgehungsstraße in die Dörfer abfahren. Wir machen das bei Pontebba. Ehedem hieß der große Ort im Kanaltal in einem Teilbereich auch Pontafel. Das hat seinen Grund: Die Pontebbana, der Bergfluss, bildete einst die Grenze zu Österreich. Die Gesamtregion hat eine reiche Geschichte mit den verschiedensten Zugehörigkeiten im Laufe der Jahrhunderte. Kriege und Abkommen brachten immer wieder Veränderungen. Pontebba liegt am Fuße des Pramollo-Passes, den viele als „Nassfeld-Pass“ kennen. Im Ort sollte man auch in die Gassen außerhalb der Hauptstraße gehen. Schon vor vielen Jahren wurde viele Häuser hübsch saniert. Wie eh und je steht die Pfarrkirche "Santa Maria Maggiore" etwas abseits der Hauptstraße an ihrem Platz. Sie beherbergt einen Flügelaltar aus Anfang des 16. Jahrhunderts. Beschaulich ist’s in Pontebba. Oberhalb des Ortes zweigt man in wunderschöne Taler wie das Aupa-Tal, das Blumental, ab oder zum Lanzenpass, der sich eng entlang der Südseite der Karnischen Alpen windet. Wenn die angedachten Planungen, wie wir sie aus Gesprächen mit Touristikern kennen, umgesetzt werden, ist zu erwarten, dass vom Ort bald eine Bergbahn ins international bekannte Skigebiet Nassfeld führen wird. Dann kann man in der Eissporthalle des Ortes in die Schlittschuhe steigen und später auf dem Nassfeld Pisten bügeln. 
Auf der weiteren Tour durchs Kanaltal sind wir fast in Gemona. Wem der Ortsname nichts sagt: In Gemona und im benachbarten Venzone wütete im Mai 1976 ein zerstörerisches Erdbeben. Da wir kurz danach da waren, wissen wir, wie schlimm das aussah, als mehr oder weniger „kein Stein mehr auf dem anderen“ war. Schon seit vielen Jahren sind die Orte wieder aufgebaut und lohnen einen Besuch. Von hier geht es auch zur Höhenstraße am Fuße der Julischen Alpen, die an vielen Stellen wunderschöne Ausblicke auf die weite Talebene mit dem Tagliamento bietet und von wo man ins Collio gelangt, dem bekannten Weingebiet.
An diesem Abzweig liegt auch er vor uns, der Tagliamento, der Fluss mit dem riesigen Bachbett. Bisher hat man ihn noch nicht in ein Korsett gezwängt, aber es wird eine Frage der Zeit sein, wann auch hier durchgesetzt wird, die Randbereiche zu nutzen. Schade, wenn es so kommen würde. In der Sommerzeit fließt der Tagliamento in einem relativ schmalen Bett und bietet schöne Kies-Strand- und Badeplätze  inmitten ausgedehnter Überflutungsflächen. Junge Leute, aber nicht nur, nutzen das für ihre Freizeitgestaltung. Dem Winter zu und vor allem nach der Schneeschmelze beansprucht der Fluss selbst diese Bereiche. So sollte es sein. In den Gärten der Häuser ringsum findet man schon südliche Blumenpracht, Palmen eingeschlossen. Schön.
Unser Abzweig ist rechter Hand, nach Tolmezzo, einer mit über 10.000 Einwohnern schon etwas größeren Stadt mit Gewerbe- und Industrieansiedlungen an den Randbereichen. Der Ort hat eine reiche über tausendjährige Geschichte mit wechselnden Herrschaften. Unter anderem gibt es die historische Altstadt mit Palazzi und Kirchen sowie den Dom San Martino. Bummeln und schauen!
Wenn wir jetzt auch schon im Carnia genannten Gebiet sind, bleiben wir in der Großregion Friaul. Im Ort weiter westlich kann man, teils über Passstraßen in Richtung Norden oder Süden, in schöne, oft verwunschen wirkende Täler abzweigen, in Richtung Süden auch bis Udine und San Daniele, bekannt für seinen Schinken. In der Gesamtregion gibt es verschiedene deutsche Sprachinseln mit aber einem besonderen Dialekt. Unsere Tour führt uns noch weiter nordwestlich bis Arta Terme Richtung des Passes Monte Croce Carnico, den Plöckenpass: Weingärten, Marmorbrüche, Almen, wunderschöne Landschaftspanoramen: beeindruckend. Hier endet diese Tour. Aber natürlich werden wir noch mehr von Friaul-Julisch-Venetien sehen. Das aber ist einem weiteren Reisebericht vorbehalten. 

Ein paar Tipps

Im Kanaltal zwischen Tarvis und Pontebba gibt es einen Laden mit frischem Käse und anderen Milchprodukten. Ein bekannter Käse ist der Montasio. Im Original entsteht er auf den Almen im Nordosten der Region.
Auf dem Weg zwischen Pontebba und Tolmezzo gibt es rechtsseitig eine urige Hähnchenbraterei, in der immer viel Betrieb ist. Das Besondere: Alles wird über Holzfeuer gegrillt. Fährt man vorbei, sieht man draußen schon die großen Holzscheitstapel.
Auf dem Weg von Tolmezzo zum Monte Croce Carnico zweigt man kurz vor Timau links ab Richtung Suttrio zur kommunalen Molkerei, Latteria. Diese liegt direkt links an der Zufahrtsstraße zum Ort. Es gibt jüngere und ältere Hartkäsesorten von den umliegenden Almen und Höfen sowie vieles mehr. Ist man auf dem Heimweg, kann es sich lohnen, das eine und andere mitzunehmen. Uns schmecken diese bodenständigen Käsesorten, die auch preislich vertretbar sind, einfach nur gut. Der Ort selbst, der etwas oberhalb am Hang liegt,  ist beschaulich. Einen Abstecher machen.             (DialogPresseweller)                                       
Internetadressen für weitere Informationen: www.turismofgv.it, www.tarvisiano.org; Reiseberichte zu unterschiedlichen Zielen auch immer über http://www.presseweller.de
Für Radler gibt es auch Tourenbeschreibungen, die von Kärnten ins Friaul führen, auf presseweller.de unter dem Button "Bike-Click" oder über http://www.bikeclick.de. Außerdem im Büchlein "Familienradeln und Mountainbiken - Ostalpen/Südliche Kalkalpen beim Verlag Buch-Juwel, www.buch-juwel.de
Die Fotomontage kann bei presseweller angefordert werden. Einzelfotos auf Anfrage. 
Über die Webseite können auch verschiedene vier- bis sechsseitige Reisemagazine zum Blättern eingesehen werden.