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Samstag, 26. Mai 2018

Im Kärntner Gailtal kommt Urlaubslust auf


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Vom Weg zur Rattendorfer Alm hat man diesen Ausblick auf Rattendorf und die Gailtaler Alpen.



Almen, Radwege und mehr/ Schön wohnen wie am Kastnerhof in Rattendorf

26. Mai 2018 (DiaPrw). Grüne Wiesen und Wälder, der Gailfluss und Berggipfel malen im westlichen Gailtal zwischen Kötschach-Mauthen und Pressegger See ein wunderschönes Landschaftsbild. Das Gailtal zwischen Gailtaler und Karnischen Alpen, in denen auf der Höhe die Grenze zu Italien verläuft, ist so beeindruckend und romantisch, dass viele Gäste immer wieder hierher kommen. Mit seinen Almen, den Brauchtumsfesten, dem warmen Pressegger See, den Wander-, Rad- und Mountainbikewegen einerseits sowie dem international bekannten Skigebiet Nassfeld andererseits ist es seit Jahrzehnten ein beliebtes Sommer- und Winterziel! Uns ist seit Jahren ein Dorf ans Herz gewachsen, Rattendorf.



Der Kastnerhof in Rattendorf. Links im Hintergrund die Spitze des Zweikofels in den Karnischen Alpen, rechts Seitenansicht mit "Spielecke"-Garten und Balkonblumenschmuck. 

Rattendorf kennen wir seit der Jugend. Der Name hat nichts mit den Nagern zu tun, sondern könnte mit „Roden“ zusammenhängen. Seit Jahren quartieren wir uns gerne in einer Ferienwohnung mit inklusivem Frühstück ein. Das ermöglicht zum Beispiel der Kastnerhof (www.kastnerhof.com). Neben den großzügigen Ferienwohnungen gibt es auch Zimmer – alles übrigens neu gestaltet und renoviert sowie natürlich mit Dusche/ WC, teils mit Balkon, SAT-TV, W-LAN und mehr sowie zu erschwinglichen Preisen. Die Ungezwungenheit sowie die freundlichen und sich kümmernden Gastgeber lassen uns stets sagen: „Wir fühlen uns hier wohl!“

Teil des großzügigen Ess-Küchen- und Wohnbereichs mit Sat-TV (o.). Hübsche Dekos im und vorm Haus lockern auf. Am Kastnerhof kann man sich auch mit "Kuh"-ten - statt guten - Tag begrüßen. (Fotos (c) oberhalb: Kastner 3, presseweller 3/ alle Fotos unterhalb: presseweller)


„Kuh-ten“ Tag
Aufgrund der vielen Stammgäste mag es anderen Gästen ebenso gehen wie uns. Kinder und Enkel werden im Haus, in dem man sich wegen der Kuhhaltung auch mit „kuh-ten Tag“ begrüßen kann, ihre Freude haben. Einen kleinen Spielplatz gibt es im Vorgarten, wo die Eltern oder Großeltern aus der idyllischen Laube zuschauen können, gleich gegenüber ist der größere Gemeinde-Spielplatz. Abends sitzen die Erwachsenen, oft auch auch mit den Gastgebern, gerne zu gemütlich-fröhlichen Runden auf der Vorterrasse zusammen, wobei über die Erlebnisse des Tages und vieles andere erzählt wird. Irgendwann endet der Abend im Resümee: Das war wieder einmal ein rundum schöner Urlaubstag. Der Kastnerhof steht hier gleichsam für andere Urlaubsbetriebe im Dorf und im Tal, von der Ferienwohnung über Pensionen und Campinganlagen bis zum Viersternehotel.



Praktisch: Einstieg in den Gailtal-Radweg direkt von Rattendorf aus. 


Radweg, Almweg und Spazierstrecken
Rattendorf liegt quasi direkt am Gailtal-Radweg R 3. Auf dem nahezu ebenen und gut ausgeschildertem Weg, der von Kötschach-Mauthen bis bei Villach führt, können kleinere und größere Etappen unter die Räder genommen werden. Da er größtenteils abseits der Hauptverkehrsstraßen verläuft und immer wieder in Dörfer abgezweigt werden kann, eignet er sich auch gut für Familien. Wenn das Bike nicht dabei ist: Es gibt verschiedene Ausleihmöglichkeiten. Zum Teil halten auch die Gastbetriebe Räder vor. Mountainbiker haben in den Karnischen Alpen zig Möglichkeiten, hoch zu schnaufen und sich nachher beim Downhill den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Zu Spaziergängen laden zum Beispiel der Wasser-Erlebnis-Weg ein, der Weg zur Fischzucht und ein ausgiebiger Dorfrundgang. Für mehrstündige Wanderungen, zum Beispiel zur Rattendorfer Alm, wo während der Saison der schmackhafte Almkäse produziert wird, gibt es viele Möglichkeiten.


Zur Rattendorfer Alm wandern und den Ausblick genießen. Von hier geht es auch zum Einstieg in den Karnischen Höhenweg - nach Ost Richtung Nassfeld, nach West Richtung Plöckenpass.


Von der Alm unterhalb des fast 2300 Meter hohen Trogkofels steigen Wanderfreunde in den Karnischen Höhenweg ein, den Fernwanderweg Via della Pace, den Friedensweg. Ringsum gibt es zahlreiche Almen. Deshalb beschrieb bereits vor Jahrzehnten der westfälische Autor Georg Hainer das Gailtal als „Tal der Almen“. Vom Frühsommer bis zum Spätherbst lohnt sich die Fahrt mit dem Millennium-Express. Die Talstation der Kabinenbahn im Rattendorfer Nachbarort Tröpolach liegt nur rund zwei Kilometer entfernt. Endstation ist auf knapp 2000 Metern auf der Madritsche, mitten in einer fürwahr aussichtsreichen Bergwelt rund um das international bekannte Wintersportgebiet Nassfeld und in der Sommerzeit mit vielen Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene. Klar, dass man sich oben auch stärken kann. Bergluft macht Hunger.


Ob auf der Alm oder im Gasthof: Eine gute Jause, Zwischenmahlzeit, sollte man sich mal gönnen. Neben "Speck" gehören auch Hauswurst und der Almkäse dazu.


Badespaß, Bummel und Einkehr
Viele verbinden Sommer mit Badespaß. In etwa 20 Auto-Minuten ist von Rattendorf aus der bekannte Pressegger See mit seinen Strandbädern erreicht: schwimmen. planschen Bötchen fahren. Außerdem lockt dort der „1. Kärntner Erlebnispark“. Der See gilt als einer der wärmsten Kärntens. Schwimm- und Badespaß lässt sich auch im Freibad Kirchbach erleben. Mit dem Auto ist es von Rattendorf aus in wenigen Minuten erreichbar.


Der Pressegger See wird auch liebevoll "Gailtaler Badewanne" genannt. An den Strandbädern ausruhen, schwimmen, eine Bötchenfahrt unternehmen - es ist vieles möglich. 


Zum Geschäftsbummel laden die Bezirkshauptstadt Hermagor sowie das quirlige Kötschach-Mauthen ein. Aufgrund der zentralen Lage von Rattendorf ist es auch nicht weit nach Villach oder ins italienische Tarvisio mit seinem großen Markt.



Lecker und typisch: Kärntner Nudel, hier beim Almabtriebsfest. 


Wenn es darum geht, auf Gutes einzukehren, haben Gäste rund um Rattendorf die Auswahl aus vielen Gasthöfen und Restaurants, in denen Bodenständiges und Internationales serviert wird. Fahren Sie in Jenig die Bergstraße hoch nach Kreuth zum Hotel Presslauer. Die Speisenkarte ist reichlich, das Essen klasse, und Sie sitzen im Panoramarestaurant oder auf der Terrasse mit Blick auf die Karnischen Alpen. „Drinnen oder draußen“ heißt es ebenfalls beim Waidegger Wirt mit dem runden und guten Speisenangebot. Der „Wirt“ liegt nur unweit vom Golfplatz entfernt. Bodenständiges, von der Leberknödelsuppe bis zum Zwiebelrostbraten, ist richtig lecker. Wir haben es schon gerne im Tröpolacher Hof genossen. Schräg gegenüber ist der Pizzastadl. Dort gibt es Pizza, Pasta und mehr. Natürlich finden sich im Umland viele weitere Möglichkeiten guter Einkehr. Schließlich ist das Gailtal der Slow-Food-Bewegung angeschlossen. In Rattendorf selbst lädt, gleich gegenüber des Kastnerhofes, das kleine aber gemütliche Café Maier – ein Dorfprojekt - auf Snacks bis zur Pizza ein. Eine großer Gastgarten gehört dazu. Für einen abendlichen Fußweg lohnen sich auch die Jeniger Stubn im Nachbarort Jenig. Es gibt neben Getränken aller Art ebenfalls Kleinigkeiten zum Essen. Alle beschriebenen Lokalitäten und viele mehr in der Region haben wir bereits öfter ausprobiert, und wir waren stets zufrieden! Zu den je nach Saison aktuellen Öffnungszeiten sollte man sich vor Ort informieren.


Der "Hausberg", der über 2150 Meter hohe Gartnerkofel, ist von Rattendorf aus gut zu sehen.


Bei Festen mitfeiern
Von Frühsommer bis Herbst laden im Gailtal zahlreiche bodenständige Festlichkeiten zum Mitfeiern ein, vom Honigfest über das überregional bekannte Gailtaler Speckfest bis zu Kirchtagen mit „Kufenstechen“, ein Reitwettbewerb mit langer Tradition. In Rattendorf sind es über den Sommer bis in den September hinein zum Beispiel der mehrtägige Kirchtag, das beliebte Waldfest und schließlich der Almabtrieb. Überall sind Urlauber stets gern dabei – so, als gehöre man dazu!
Wenn dann abends in gemütlicher Runde noch einige Gailtaler diese besonderen Kärntner Lieder anstimmen, die von Sehnsucht, Heimat, Almleben und Liebe erzählen, dann wird‘s ringsum stiller, bevor bald der Abend ausklingt. Da wird vielen Gästen schnell klar, warum ihnen dieses so schöne Fleckchen Erde im Südwesten Kärntens schon längst zur „Urlaubs-Heimat“ geworden ist.

Tipp: Im Gailtal gibt es zahlreiche Feste. Neben den Kirchtagen und dem Kufenstechen wie in Egg stehen zahlreiche Genussfeste im Vordergrund wie das Gailtaler Speckfest in Hermagor sowie dort auch das Honigfest sowie das Käse-Festival in Kötschach-Mauthen, außerdem gibt es auch ein Apfelfest und ein Polentafest und viele mehr. Informieren Sie sich zu Veranstaltungen auf der Webseite der Region, www.nlw.at



Da haben Kinder ihren Spaß: Spielplatz in Rattendorf und überall Tiere wie Kühe, Pferde und sogar Esel und mehr. 

Abwechslung für Kinder/ Immer wieder Neues
Urlauberfamilien sind seit jeher in Rattendorf anzutreffen. Auf dem Programm für den Nachwuchs stehen je nach Alter kleine Radrunden, spielen, ein Spaziergang mit den Eltern zum Doberbach, wo Steine gesucht werden, die dann beim Werfen möglichst oft übers Wasser springen sollen, und Steinmännchen, „Steinmanderl“ gebaut werden. Auf weiterem Weg sieht man einen Wasserfall. Wegen der Tiere, Blumen, Pflanzen und schönen Aussichten haben Kinder meist auch Spaß beim Besuch einer der Almen. Gern werden auch dort Steine gesucht. Vielleicht ist eine Versteinerung, eine Fossilie, zu finden. Im Geo-Park Karnische Alpen lässt sich einiges entdecken – ein gutes Stück Erdgeschichte. Alleine spielen? Im Ort gibt es viele Kinder, und Anschluss ist meist schnell gefunden. So entstehen bei Stammgästen häufig Freundschaften über Jahrzehnte und Generationen.
Die hohe Stammgästequote mag daher rühren, weil sich Urlauber in den Hotels, Gasthöfen, Pensionen und Ferienwohnungen einfach wohlfühlen und es außerdem in der Region immer wieder Neues zu entdecken und zu erleben gibt. Da kommen dann gegenseitig Gästefragen wie „Habt ihr euch das schon angeschaut?“ „Nein, wussten wir noch gar nicht.“
Schon die Berge wie der Reißkofel, der Zweikofel, der Trogkofel und Gartnerkofel, der Spitzegel beim Pressegger See und das große Dobratsch-Massiv zeigen von jeder Seite aus sowie im Morgen- und Abendlicht wieder andere Bilder. In den Bergen warten verwunschene Seen wie der Zollnersee und Wiesen mit teils seltenen Blumen wie die Wulfenia, Trichterlilie, Kohlrösl, Frauenschuh und natürlich Enzian und Edelweiß. Was für ein wunderschöne und abwechslungsreiche Bergwelt!
„Wir kommen seit über 25 Jahren hierher“, erzählt uns eine Mutter hoch oben auf der Restaurant-Terrasse. Inzwischen urlauben auch die Kinder mit den Enkeln hier.“ Bei einem Paar aus Holland ist es ähnlich. Es erzählt uns auch von seinen Ausflügen und Wanderungen. Schließlich sind die Möglichkeiten im Gailtal vielfältig, über Grenzen hinweg!

Tipp: Für Abwechslung und Aktivitäten haben Sie zahlreiche Möglichkeiten. Für viele wird im Sommer der Badespaß im Vordergrund stehen. Was kann sonst noch auf dem Programm stehen?  Nur als Beispiele: Wandern in verschiedenen Höhenlagen, Radtouren, Mountainbiken, Motorradtouren, Golf, Besuch der Garnitzenklamm in Möderndorf bei Hermagor, von Möderndorf auch zum Almdorf rund um die Egger Alm, wo man nahezu eben spazieren oder hoch zur Poludnigalm wandern kann, Museums- und Kirchenbesuche sowie Autoausflüge zum Weissensee, ins nahe Italien und nach Slowenien. Verschiedenes finden Sie in unseren Reiseberichten auf diesem Blog.


Wenn die Sonne über den Bergen erwacht ist, freut man sich auf einen schönen Tag.


Anreise mit dem Auto
Grundsätzlich kann auch die Bahn genutzt werden, die über Villach, Arnoldstein bis Hermagor fährt. Mit dem Auto empfehlen sich mehrere Wege, die ihre landschaftlichen Reize haben. Als Zwischenziel nehmen wir München. Beliebt sind die Routen über die Tauernautobahn bis nach Arnoldstein/ Thörl-Maglern über den Gailtalzubringer bis Nötsch und weiter über die B 111 Richtung Hermagor. Eine etwas nähere Alternativstrecke ins westliche Gailtal besteht über die Abfahrt bei Feistritz/ Drau und dann über die teils enge Passstraße Windische Höhe ins Gailtal.
Für das westliche Gailtal wie nach Rattendorf ist es von Rosenheim/ Inntaldreieck kilometermäßig kürzer über die reizvolle Felbertauernroute, ab Kufstein/ Süd/ Felbertauern allerdings ohne Autobahn. Freunde von Passfahrten können auch die Radstädter Tauern und den Katschberg statt der Autobahn nutzen.
Entfernung München – Hermagor um die 300 Kilometer, je nach Stecke mal weniger und mal mehr.
Für Autobahnen und teilweise Schnellstraßen benötigen Sie eine Autobahnvignette, „Pickerl“. Für manche Tunnels (Felbertauern und Tauernautobahn) und Passstraßen (hier zum Beispiel Großgockner) fällt zusätzlich Maut an. (jw)

Mehr Infos: www.kastnerhof.com  Tel./Fax: (0043) /0/ 4285 443, E-Mail: kastnerhof@speed.at
Auf der Seite erfahren Sie mehr zu den Ferienwohnungen, Zimmern, inklusive Preisen, sowie zum Haus.
Zum Gebiet: www.nassfeld.at
Informationen zur Region, einschließlich Aktivmöglichkeiten. Unter „Suche“ Rattendorf eingeben.

Reiseberichte und -tipps sind wie Autothemen immer ohne Anmeldung über die Seite www.presseweller.de aufrufbar.

Autor Jürgen Weller schreibt und veröffentlicht seit 40 Jahren Reiseberichte und -tipps zu Deutschland und von dort mit dem Auto relativ nah erreichbaren Zielen in Europa wie Österreich,  nordöstliches Italien und nordwestliches Slowenien.

Hinweis für Medien: Falls Sie an einem Abdruck, einer Einstellung des Reiseberichts, auch in verkürzter Form, sowie an den Fotos oben oder anderen Fotos interessiert sind, fragen Sie bitte bei uns an. 

Freitag, 25. August 2017

Voll geil, das Gailtal: Almen, Berge, Abenteuer


In Herbstfarben, Teil des Oberen Gailtals. (Alle Fotos: Presseweller)


Liebliche Landschaft im Südwesten Kärntens


August 2017 (DiaPrw). Spätestens nachdem wir Urlaubstage am Starnberger See und am Kochelsee in Oberbayern verbracht hatten, waren die Alpen für uns ein Sehnsuchtsziel. So ist es irgendwo in den Gehirnwindungen der Kindheit abgelegt. Bei Otto war es ähnlich. Er schwärmte nach dem Urlaub im Kärntner Gailtal vom felsigen Berg, den er und Familie aus ihrem Pensionszimmer sahen, von der Gail mit den kleinen Kiesbänken und vom nahen Pressegger See. Das untermauerte er damals mit seiner imposanten Diavorführung, womit er auch uns Lust auf diese Landschaft machte. Wie schön ist doch die Welt! Nach einigen Beratungen in den Folgewochen folgten wir seiner Empfehlung, uns für das nächste Jahr zusammen mit seiner Familie für den Sommer anzumelden. Und wir gewannen noch eine weitere befreundete Familie dafür. Man schrieb das Jahr 1961, und wir Kinder waren begeistert dabei. So machten wir uns im Sommer 1962 mit drei Autos auf die damals lange Reise. Die Begeisterung für die liebliche Landschaft hat sich bei allen über mehrere Jahre gehalten. Bei uns ist das bis heute so.



Das war und ist der Fensterblick: auf den Zweikofel in den Karnischen Alpen. 

Um ein Zimmer im Sommer zu bekommen, musste man sich früher bereits zur Weihnachtszeit anmelden. Vieles hat sich seitdem geändert, aber das liebliche Tal mit seinen Dörfern und Almen begeistert uns noch immer. Schaut man im Dorf, in Rattendorf, in diese Richtung aus dem Fenster, ist der Berg noch stets vor Augen, der knapp 2060 Meter hohe Zweikofel, dem sich das Zuckerhütl anschließt, hinter dem dann der mächtigere Trogkofel liegt. Die Landschaft ist zauberhaft, die Menschen sind gastfreundlich und nett,. „Urlaub bei Freunden“. Bis in den Spätsommer bietet sich für alle „Urlaub nach Gusto“ an. Wasserratten haben viele Möglichkeiten, beispielsweise im Bad Kötschach-Mauthen, im Freibad Kirchbach, im Naturschwimmbad Radnig und im Erlebnis-Naturbad Vorderberg, Gemeinde St. Stefan. Und natürlich lockt der warme Pressegger See mit seinen Strandbädern und Liegewiesen. Aber auch der Herbst ist wunderschön.

Baden, Boot fahren und mehr

Der Pressegger See erstreckt sich etwa zwischen der Bezirksstadt Hermagor-Pressegger See und St. Stefan. Oft haben wir ihn erkundet und auf der Südseite wie auf der Nordseite unseren Badespaß gehabt. Hin und wieder haben wir uns ein Boot geliehen, um mit Muskelkraft über den See zu schippern. Vor allem dem Osten zu schließt sich ein großer Schilfgürtel an, in dem Vögel wie der Teichrohrsänger und andere beheimatet und wo die unterschiedlichsten Pflanzen anzutreffen sind. Im Norden hat man die Gailtaler Alpen mit dem über 2100 Meter hohen Spitzegel im Blick, im Süden die Karnischen Alpen. Angeschlossen ist der 1. Kärntner Erlebnispark, sodass es reichlich Gelegenheiten für Spiel und Sport gibt.


Klein, aber groß genug für Wasserspaß: der Pressegger See. 

Der See, den die Einheimischen liebevoll „Gailtaler Badewanne“ nennen, lässt sich gut mit dem Auto erreichen. Es gibt einen großen Parkplatz. Viele kommen mit dem Fahrrad. Das Gailtal verfügt mit dem Gailtal-Radweg, R3, der von Kötschach-Mauthen bis bei Villach führt, über gute Möglichkeiten für Radler.


Der Gailtalradweg eignet sich auch gut für Familien.


Erlebnisreich: Almen
Mit dem Fahrrad oder besser mit dem Mountainbike lassen sich die Almen erkunden. Aus den Taldörfern muss man zu den Sennereien in den Karnischen Alpen jeweils rund zwölf Kilometer bergauf einkalkulieren. Teils steiler, aber meist kürzer, sind die Wege zu den Almen in den Gailtaler Alpen. Einen imposanten Blick zum höchsten Berg der Gailtaler Alpen, dem über 2370 Meter hohen Reißkofelmassiv, hat man von der Reisacher Jochalm. Der massige Berg scheint „direkt gegenüber“ zu liegen. Die andere Möglichkeit ist, sich die Almen zu erwandern, was vor Jahrzehnten noch Standard war. Einige Stunden – je nach Gehtempo – ist man unterwegs. Dabei geht es oft schattig durch Wälder und teils an Bergbächen vorbei. Hier und da bieten sich tolle Ausblicke aufs Tal. Seit vielen Jahren sind die meisten Almen mit dem Auto erreichbar.
Entdecken Sie die Vielfalt. Schon vor Jahrzehnten wurde das Gailtal als „Tal der Almen“ beschrieben. In den Bergsennereien wird meist die Milch direkt verarbeitet. Der würzige Gailtaler Almkäse g. U (geschützte Ursprungsbezeichnung) halt viele Freunde, aber auch Topfen, das ist Quark, den es in Variationen gibt, und Joghurt gehören zu den Produkten. Bei einem Almbesuch sollten Sie sich eine deftige Jause nicht entgehen lassen. Außer Käse und Brot gehören meist auch Hauswürstel, eine Art Mettwurst, und Gailtaler Speck g. g. A. (geschützte geografische Angabe) dazu. Alles köstlich! Vielleicht können Sie sich auch das Käselager zeigen lassen, wo die Käse-Laibe reifen. Almkäse, Speck und mehr finden Sie ebenfalls auf Bauernmärkten wie in Hermagor. Ihr Gastgeber wird Ihnen sagen können, wo und wann Bauernmarkt ist. Genießen Sie Regionales.


Da reift der würzige Almkäse, bodenständig, regional, lecker!


Von den Almen aus bieten sich die verschiedensten weiteren Wanderungen an. Naturfreunde schauen sich die reiche Blumen- und Gräserwelt an. Je nach Witterung endet die Almsaison teils schon Anfang September. Es ist schön, einen Almabtrieb mitzuerleben. In Rattendorf ist der – mit Bauernmarkt und mehr – für 2017 auf den 9. September terminiert.

Auf Abenteuerspuren
Wohin soll es mit dem Mountainbike gehen? Vielleicht einmal den Nassfeld-Pass bis zur italienischen Grenze unter die Pedale nehmen? Im Gailtal finden Sie zig herausfordernde Strecken, laut den Webseiten-Angaben des Tourismusbüros lockt alleine am Nassfeld ein Wegenetz mit 31 Strecken. Nach dem Aufstieg verlocken die Abfahrten. So lassen sich zum Beispiel von der knapp 2000 Meter hohen Madritsche knapp zwölf Kilometer, oft auf Schotterfahrbahn, bis ins Tal abspulen. Praktisch: Die Tour kann ohne eigenen Aufstieg oben beginnen. Dafür gibt es den „Lift- und Bike-Giro“: Das Bike in der Bergbahn Millennium-Express, Talstation Tröpolach, mitnehmen. Endstation ist auf der Madritsche. Dann, vielleicht nach einer kurzen Rast, auf zum Radspaß ins Tal. Von verschiedenen Ausgangspunkten sind auch grenzüberschreitende Touren nach Italien möglich. Die Herausforderung von Bergtouren brauchen wir nicht mehr. Wir radeln ab und zu gemütlich ein Stück des familiengerechten Gailtaler Radwegs oder drehen eine Runde im Dorf.
Hinweis für Radler: Es bestehen auch Leihmöglichkeiten für Räder und E-Bikes. Ob Radtour, Wanderung, Motorrad- oder Autofahrt: Im Grenzgebiet ist es immer wichtig, die Ausweispapiere dabei zu haben sowie bei Kraftfahrzeugfahrten den Führerschein und Autopapiere!
Ein Spaß ist auch stets die Abfahrt mit der Sommerrodelbahn „Pendolino“ von der Madritsche bis zur Tressdorfer Alm. Läuft gut!
Fahren Sie mit dem Millennium-Express bis zur Tressdorfer Alm, lässt sich von dort leicht der NTC-Outdoorpark mit Felsenlabyrinth und Flying Fox erreichen. Im Felsenlabyrinth stehen unter anderem zwölf Parcours durch Wald und Felsen zur Auswahl.


Von der Tressdorfer Alm geht es zum NTC-Outdoorpark. 

Ganz nach persönlichem Wunsch sind überall natürlich Bergwanderungen und -touren möglich, zum Beispiel eine Etappe über den Karnischen Höhenweg, den „Friedensweg“. Planen Sie mehrere Stunden vom Nassfeld zur Rattendorfer Alm oder umgekehrt ein. In Kötschach-Mauthen steigen Sie seitlich des Plöckenpasses bei der Valentinalm in einen herausfordernden Weg ein, der in einer mehrstündigen Wanderung zum Wolayersee im Lesachtal führt. Immer wichtig ist es, die Wetteransagen schon vor einer Tour zu verfolgen oder sich örtlich zu informieren. Sofern Ihnen der Weg unbekannt ist, fragen Sie im Tourismusbüro oder in ihrem Gastbetrieb. Zumindest wird man Ihnen Ansprechpartner nennen können. Gutes Kartenmaterial sollte man immer dabei haben. Unsererseits wurden die Wege Nassfeld – Rattendorfer Alm bereits in beiden Richtungen gegangen sowie der Weg Plöcken – Wolayersee. Die Bergwege sind zum Teil schmal. Für viele Strecken sollte man schwindelfrei sein.
Hinter Möderndorf bei Hermagor ist der Einstieg in die Garnitzenklamm, in der wir schon mehrmals einige vordere Etappen begangen haben. Hohe Felsen, rauschender Bach, teils schmale Wege mit Drahtseilen zum Festhalten malen Schluchtenbilder. Es gibt mehrere Sektionen mit ansteigenden Schwierigkeitsgraden. Am besten informieren Sie sich im Eingangsbereich an der Kasse.
Mit Kindern empfehlen sich leichte Wanderungen über Almwege oder im Tal durch Wiesen und entlang von Bächen. In manchen Dörfern bieten sich Spielplätze an. Auf dem Nassfeld locken Themenspielplätze, die sich zum Beispiel rund um die altbekannten Comic-Figuren Fix und Foxi drehen. Da wird der Nachwuchs seine Freude haben.

Unterhaltung und Geschichte
Bis in den Herbst hinein kann man sich auf verschiedenen Festen vergnügen, zum Beispiel beim Apfelfest in Kirchbach am ersten Sonntag im Oktober, beim Kufenstechen in Egg oder beim Käsefestival in Kötschach-Mauthen, das in diesem Jahr 2017 auf das Wochenende 23./ 24. September terminiert ist – Unterhaltungsprogramm inklusive.


Beim Käsefestival in Kötschach-Mauthen gibt's feine Produkte und Unterhaltung.

Wenn Sie auf Geschichtsspuren wandeln wollen, schauen Sie sich im Museum „1. Weltkrieg“ im Rathaus in Kötschach-Mauthen um. Alleine von den Bildern her kann man erahnen, welche Mühen und Qualen die Soldaten hoch oben im Berg an dieser ehemaligen Frontlinie auf sich nehmen mussten. Zahlreiche Exponate veranschaulichen die damalige Ausrüstung. Wir wurden nachdenklich und waren beeindruckt. Eine Ergänzung dazu liefert das Freilichtmuseum am Plöckenpass mit alten Stellungen, engen Durchgängen und vielem mehr.
An Erdgeschichte und Fossilien Interessierte sind in Dellach im Besucherzentrum GeoPark Karnische Alpen richtig. Lassen Sie rund 500 Millionen Jahre Erdgeschichte Revue passieren. Bei Wanderungen in den Karnischen Alpen sind wir schon häufig auf Fossilien mit Farnen und Muschel-Eindrücken gestoßen. Ja, damals war das Meer hier!
Im Schloss Möderndorf bei Hermagor bietet das Gailtaler Heimatmuseum einen reichen Einblick in die Geschichte, Kultur und Traditionen des Tales. Zu den Exponaten gehören unter anderem auch eine alte Luther-Bibel und ein versteinerter Baumstamm.
In Nötsch stehen das Schloss Wasserleonburg sowie das Museum des Nötscher Kreises. Der bekannten Künstlergruppe gehörten vier Maler an, unter anderem Franz Wiegele. Aufgrund eines unserer früheren Berichte wissen wir zur schönen Schlossanlage Wasserleonburg noch, dass hier einst der wegen seiner Heirat abgedankte britische König Edward VIII. mit seiner Frau Wallis Simpson seine Flitterwochen verbracht hat. So „klein“ war schon damals die Welt – ein Stück vor Mitte des 20. Jahrhunderts.
Für Motorrad- und Autoausflüge gibt es außerdem zig lohnende Ziele, ob in Kärnten oder in den angrenzenden Ländern Italien und Slowenien. Für Motorbiker bieten manche Hotels außer passenden Einrichtungen auch viele Infos und zum Teil begleitete Touren an.
Wenn Sie einen großen überdachten Markt mit allen möglichen Sachen besuchen wollen, dann empfehlen wir Tarvisio, nur ein paar Kilometer hinter der italienischen Grenze bei Arnoldstein/ Thörl-Maglern. Tarvis empfiehlt sich auch zum Bummeln und Einkehren. Mit genügend Zeit kann man auch eine Radtour dorthin einplanen. 

Auf gute Einkehr
Überall im Tal finden Sie Einkehrmöglichkeiten in traditionellen Gasthöfen und Restaurants und in neueren Lokalitäten. In vielen sind wir bereits eingekehrt, einschließlich des Restaurants Kellerwand von Sissy Sonnleitner in Kötschach-Mauthen. Ja, nahezu überall hat's gut geschmeckt, "gepasst". Deshalb geben wir auch keine „Spezialtipps“ ab. Gerne sind wir dort, wo auch Traditionelles wie die „Kärntner Nudel“ sowie Speisen mit Produkten aus der Region serviert werden. Probieren Sie mal wieder einen deftigen Schweinsbraten oder entscheiden Sie sich für Vegetarisches. Sie werden in vielen Dörfern ebenso fündig wie in Kötschach-Mauthen und Hermagor. Im Vorjahr waren die Preise ähnlich wie in Deutschland.



Ganz nach Gusto:Kärntner Nudel und deftiger Schweinsbraten mit gemischtem Salat. 


Von Camping bis Hotel
An Unterkünften steht Ihnen die gesamte Bandbreite zur Verfügung: Campingplätze, auch im Winter, Ferienwohnungen (FeWo), Bauernhöfe und Privatpensionen, Gasthöfe, Hotels bis zu Wellnesshotels. Zum Teil werden auch Extras wie begleitete Motorradtouren, Radtouren und Wanderungen geboten. Wir haben quasi schon alle Wohnarten genutzt und waren bisher sehr zufrieden. Meist nehmen wir auch wieder Quartier bei einem der vorherigen Betriebe. 
Auf Preisangaben verzichten wir, weil sie sehr unterschiedlich sind. Sie finden meist FeWos und Pensionen, die für Familien durchaus erschwinglich sind, und auch Hotelpreise, die im Rahmen liegen. Klar, in den Anfängen haben wir in der privaten Bauernhofpension noch um die 21 Schilling, etwas über drei D-Mark, für Übernachtung mit Frühstück gezahlt. Die Zeiten sind längst vorbei. Nur zum Vergleich: Heute lässt sich ein weitaus besser ausgestattetes Zimmer ab um die 30 Euro finden. Auf den Internetseiten der Orte oder der Region (www.nlw.at) finden Sie Anbieter. Klicken Sie von da direkt, soweit vorhanden, zur Webseite des Betriebes. Größere Einzelorte im oberen Talbereich und bis hinter Hermagor sind: Kötschach-Mauthen, Dellach/ Gail, Kirchbach, Hermagor, St. Stefan/ Gail, Nötsch, Feistritz/ Gail.



Die Gail, hier im Frühherbst, gab dem Tal den Namen.

Ob Aktiv- und Erlebnismöglichkeiten, Unterhaltung, Geschichte und anderes: Aufgrund der Vielfalt sind jeweils nur einige Beispiele angegeben. Es gibt so vieles mehr, das das Erkunden und Anschauen lohnen. Wir waren bereits an die 100-mal dort, haben so vieles gesehen und entdecken doch immer wieder Neues und sagen „Da waren wir noch gar nicht“. In einem Lied zum Gailtal heißt es: Stets wenn ich in den Bergen bin, denk ich an mein Tal, liegt im tiefen Kärnten drin, grüß es viel tausendmal. Das ist mein Gailtal ...“.



Immer ein Augenschmaus: die weiten Ausblicke, hier über die Rattendorfer Alm hinweg.


Es ist ein lieblich Tal der ungezählten Urlaubsmöglichkeiten, das auch reichlich Platz zum Ausspannen bietet. Wir sind jedes Mal neu begeistert. Es ist für uns zur „Urlaubsheimat“ geworden. Wir danken Otto, der 1961 die Idee hatte, alle gemeinsam ins Kärntner Gailtal zu fahren. (jw)

Anfahrt-Hinweise
Wir beginnen in München, weil sich die Zufahrten aus dem Südwesten, Norden und Osten anders gestalten als aus dem Westen. Kilometer ab München, je nach Anfahrtsroute und Zielort, ca. 280 km. Wahl 1: Autobahn Richtung Salzburg, Tauernautobahn. Entweder bis kurz vor die italienische Grenze (Südrast), Abfahrt Hermagor, Karnische Region usw. Über Thörl-Maglern, Arnoldstein und Gailtalzubringer sind Sie dann schon direkt mittendrin im Gailtal.
Alternativ: je nach Urlaubsort Abfahrt bei Feistritz/ Drau Richtung Hermagor. Über die Windische Höhe – teils enge Passstraße – gelangen Sie auf die Gailtalbundesstraße. Dann je nach Ziel Richtung Westen oder Osten abbiegen.
Wahl 2: Autobahn Richtung Salzburg bis Inntaldreieck, dann abbiegen Richtung Innsbruck. Bis Kufstein-Süd. Teils Kreiselverkehr. Dort der Beschilderung Felbertauern folgen. Über Pass Thurn und Mittersill durch den Felbertauerntunnel nach Lienz (Kreisel), dort Richtung Oberdrauburg. Dort rechts Richtung Kötschach-Mauthen usw. abbiegen und über den Gailbergsattel (starke Kuren und Kehren) fahren. Am Fuß erreichen Sie Kötschach-Mauthen und sind im Gailtal.
Da es in Österreich außer für die Autobahn auch Maut für bestimmte „Schnellstraßen“ gibt, empfehlen wir auf jeden Fall, sich vor der Einreise eine Mautvignette (Pickerl) zu kaufen und sie anzubringen. Die Mautkarte ist weitaus günstiger, als die eventuelle hohe Strafzahlung. Für die Tunnels auf Tauernautobahn und Felbertauernstrecke sind zusätzlich Mautgebühren zu zahlen. Das ist auch so, wenn man die Passfahrt über die Großglockner-Hochalpenstraße genießen will.

Nützliche Links
Zu einzelnen Orten, Unterkunftszusammenstellungen, Veranstaltungen und mehr gelangen Sie zentral über die Seite: www.nlw.at
Nassfeld – auch ein bekanntes Winterrevier: www.nassfeld.at
Für Radler/ Biker: Verschiedene Touren auch aus Kärnten und zum Teil länderübergreifend:

Reiseberichte und Magazine, teils auch zum Südwesten Kärntens und länderübergreifend
Text/ Fotos/ Repros: Alle Urheberrechte © 2017 bei presseweller. Es gilt deutsches Urheberrecht. Fotos aus verschiedenen Jahren/ Jahrezeiten. Keine Gewähr für Termine, Aktualität der Örtlichkeiten, ebenfalls keine Gewähr für Straßen- und Wege-Befahrbarkeiten.Zu Almen ist es ratsam, sich zu Saison-Schlusszeiten zu informieren sowie bei Bergbahnen zu den einzelnen Fahrtzeiten und ebenfalls zu den Saison-Schlusszeiten.Textveröffentlichungen nur unter Beibehaltung der Kürzel DiaPrw und jw oder mit dem Hinweis presseweller. Bei Abdruck erbitten wir Link-Angabe oder PDF. Originalfotos für Print-Abdrucke senden wir gern. Es stehen außerdem zwei Infotafeln zu Bergen der Umgebung und Almen zur Verfügung. Bitte zu Konditionen anfragen.  

Donnerstag, 12. Januar 2017

Winterurlaub und Genuss: Streifzüge in Gail- und Savetal


Abendliche Winterszenerie im Gailtal/ Kärnten. (Alle Fotos: (c) presseweller)

Südwestliches Kärnten und nordwestliches Slowenien machen Reiselust


Januar 2017. (DialogPrW). Ist es nicht immer wieder beeindruckend, im Winter die verschneiten Berglandschaften zu schauen? Sie taugen nicht nur zum Wintersport, sondern auch zum Erholen und Genießen. Die gute Einkehr auf Bodenständiges oder Feines gehört dazu. Gemütlich sitzt es sich später am warmen Kachelofen, um in Ruhe zu lesen, zu stricken oder in kleiner Runde über Gott und die Welt zu reden. Schon so oft konnten wir uns an winterlichen Tagen in und an den Bergen erfreuen. Zwischen Gailtaler und Karnische Alpen schmiegt sich das Gailtal im südwestlichen Kärnten, zwischen Karawanken und den imposanten Julischen Alpen das Savetal.

Bereits bei der Anfahrt in die Regionen kosten wir von den wunderschönen Landschaftsbildern. Im Oberen Gailtal steuern wir Tröpolach an. Dort ist die Talstation des Millennium-Express', mit dem man ins bekannte Skigebiet Nassfeld gelangt. Wer oben ist, kann während der Wintersaison rund 110 Pistenkilometer unter die Bretter nehmen. Zur Unterkunft haben Urlauber zahlreiche Hotels der Drei- und Viersternekategorie wie beispielsweise Sonnenalpe, Wulfenia, Haus Nassfeld, Gartnerkofel, Almhotel und Alpenhotel sowie Ferienwohnungen und Ferienhäuser zur Auswahl. Praktisch: Zu Fuß oder mit kurzer Autofahrt entlang des Pramollo-Sees ist man schon in Italien und kann in den dortigen Restaurants italienische Küche kosten.


Am Nassfeld im dicken Schnee auf der Piste.


Im Tal und in den Gailtaler Alpen

Zwischen den Orten Waidegg, Jenig, Rattendorf, Tröpolach und Hermagor laden ebenfalls viele Hotels ein. In Tallage zum Beispiel der Waidegger Wirt in Waidegg, das Sonnleitn in Jenig und das Viersternehaus Hansbauerhof in Rattendorf sowie in Tröpolach, alles in Nähe der Talstation des Millenniumexpress', das Q2 Nassfeld, Carinzia, Tröpolacherhof und Samerhof. Ein bisschen auf Höhe in den Gailtaler Alpen geht es in ebenfalls komfortable, ruhige und ansprechend ausgestattete Hotels, unter anderem ins Berghotel Presslauer in Kreuth, oberhalb von Jenig, und ins Panoramahotel Hauserhof in Kreuth, oberhalb von Hermagor.
Dazu gibt es in der gesamten Region bis zum Pressegger See jede Menge Zimmer, Apartments und Ferienwohnungen. Wintercamping ist ebenfalls möglich.
Ob am Berg oder im Tal: Wir haben bereits in zahlreichen Hotels, Pensionen und in Ferienwohnungen schöne Tage verbracht und die bekannt angenehme Gastfreundschaft kennengelernt. Für uns entsprach sie dem alten Kärnten-Slogan: Urlaub bei Freunden. Ja!
Kehren Sie auf Gutes ein. Eine feine Auswahl bietet neben anderen der Waidegger Wirt. Hier schmeckt's! Bodenständig und gut, ob typischer Schweinsbraten oder Leberknödelsuppe, ist das Essen im Tröpolacher Hof. Schön, man kann die üppigen Gerichte auch als „kleine Portion“ bekommen. Das ist leider längst noch nicht überall Standard. Pizza? Dem Hotel Samerhof in Tröpolach ist der „Pizza-Stadl“ angegliedert. Die Pizzen sind klasse, natürlich gibt es auch anderes wie Nudelgerichte. Mittagessen im Berghotel Presslauer in Kreuth haben wir voriges Jahr mal wieder probiert. Es gibt nicht nur eine gute Auswahl, das Essen ist schön angerichtet und bereitet dem Gaumen Freude. Das ist auch so im Biedermeier-Schlössl Lerchenhof an der Straße ins Gitschtal, übrigens auch ein gutes Hotel mit großem Park. In Hermagor selbst essen wir immer wieder gerne im Bärenwirt an der Hauptstraße: eine feine Auswahl von der bodenständigen Kärntner Nudel bis zum Kalbsschnitzel.
Urlaub soll die Sinne berühren, eine ausgewogene Mischung aus Ausspannen und Aktivität haben und schließlich auch „durch den Magen gehen“.



        Im oberen Savatal, im Hintergrund felsige Julier rund um den Mt. Kanin und Mangart.


Im Oberen Savatal in Slowenien

Schon oft konnten wir uns an dieser majestätischen Bergkulisse erfreuen. Der bekannteste Ort ist Kranjska Gora. Das ist auch im Winter so. An den Hängen der Julischen Alpen werden jedes Jahr Ski-Weltcups ausgefahren. Für Freunde des alpinen Skifahrens stehen daher die verschiedensten Abfahrten zur Verfügung, insgesamt rund 20 Pistenkilometer, die es aber mit roten und auch schwarzen Pisten in sich haben. Zum direkten Umfeld gehören die Orte Ratece, von wo es in die Planica abgeht, weltbekannt für die Skiflugschanzen, und Podkoren, am Fuße des Wurzenpasses. Zur Unterkunft finden Sie Zimmer in Pensionen, Gasthöfen und Hotels. Im lebendigen Krajnska Gora selbst stehen verschiedene gute Hotels zur Auswahl, zum Beispiel Kompass, Lek, Kotnik, Prisank-Ramada und mehr. Schon in der noch jugoslawischen Zeit haben wir in vielen Hotels im Ort übernachtet und waren stets sehr zufrieden. Die komfortablen Hotels glänzten bereits damals mit umfangreicher Ausstattung, teils inklusive Hallenbad.



Ist schon heftig, die Abfahrt in den Julischen Alpen im oberen Savatal.


Genießer haben die große Auswahl sowohl in Kranjska Gora als auch in den Nebenorten. Außer den Hotels laden Gostilnas (Gasthöfe) und Restavracijas (Restaurants) ein. Wenn auch üppig, sollte man sich eine bodenständige Vorspeisenplatte mit Karstschinken, Prsut, und reicher Zusatzbelegung nicht versäumen. Es gibt richtig gute Suppen. Wer Sauerkraut mag, dem ist Jota zu empfehlen. Sauerkraut ist die Hauptzutat dieser landestypischen „Juha“, was allgemein für Suppe steht. Aber es gibt vieles mehr neben diesen und den aus Deutschland von „Balkanrestaurants“ bekannten Speisen.
Nicht umsonst schwärmen manche grenznah wohnende Österreicher von den Gasthöfen in Podkoren und Ratece. Wir nutzen sie ebenfalls gerne. Da es einige dieser Häuser gibt, hier nur einmal ein paar Namen: Ponca Doo, Gostilna Surc, Mojmir und Pri Zejavu. Wenn Sie aus Italien über Ratece einreisen, finden sie kurz nach der Grenze rechts ein gutes Gastronomieangebot in der Gostilna Ponca. Was von Weitem wie eine Raststätte aufgrund des großen Parkplatzes aussieht, erweist sich als Schatz für gutes Essen. Aber noch mehr: Es gibt eine Terrasse, von der Sie einen Blick auf eine steile Ski-Abfahrtsstrecke haben und in den Talbereich, wo Langläufer unterwegs sind.
Wollen Sie den Nachmittag mit Kaffee und Kuchen beschließen, kehren Sie zum Beispiel in Kranjska Gora ins feine Café London ein, seitlich dem Ramada-Hotel in der Ortsmitte angegliedert, und wählen Sie aus Törtchen, Gebäck und Co. und Ihrer Café-Spezialität. Klasse Ambiente und gut!



Vor dem Hauptgang eine gute Suppe!


Preissituation

In beiden Regionen sind die Preise für Übernachtungen und Essen ähnlich wie in Deutschland, für manche Produkte wie Espresso und einiges anderes in Slowenien auch etwas günstiger. Die Übernachtungs- und Pensionspreise sind ebenfalls ähnlich. Es kommt immer darauf an, welchen Standard man möchte. Wer ein bisschen schaut, kann durchaus preiswerte, erschwingliche Möglichkeiten finden. Zum Teil gibt es auch Packages, bei denen verschiedene Leistungen wie der Skipass eingeschlossen sind, oder auch hohe Ermäßigungen für Kinder – ja nach Alter. Ein wichtiger Faktor ist außerdem der Zeitraum: Hauptsaison, Ferienzeit oder zwischendurch.

Anfahrt

Um auf die Südseite der Hohen Tauern zu kommen, nutzen wir während des Winters je nach aktueller Wetterlage die Felbertauernstraße oder die Tauernautobahn sowie für die Weiterfahrt verschiedene Strecken. Um bei winterlichen Verhältnissen Passstrecken zu vermeiden, kann man von der Tauernautobahn bei Arnoldstein auf den Gailtalzubringer abzweigen, der bei Nötsch endet. Dann Bundesstraße bis Hermagor und weiter. Nach Slowenien kann man ebenfalls bei Arnoldstein/ Thörl Maglern die Autobahn verlassen und bis Tarvisio fahren oder bis zu dem Städtchen auf der Autobahn bleiben. Von dort folgt man bei mäßiger Steigung dem Schild Slovenija und passiert bei Ratece die Grenze. Alternativ durch den Karawankentunnel und danach bei Jesenice abfahren und Richtung Westen über die Staatsstraße Richtung Kranjska Gora. Für die Autobahn(en) wird in beiden Ländern eine Mautkarte, „Pickerl“ benötigt, zusätzlich fällt Maut für Tunnel(s) an. (jw)

Hinweise

Wegstrecken und Befahrbarkeit orientieren sich an der allgemeinen Wetter- und Verkehrssituation. Da es auch plötzlich heftig schneien kann, ist es ratsam, stets den Verkehrsfunk zu hören oder sich anderweitig wie Navi oder Wetter-App zu informieren. Unsere Hinweise sind nur Tipps ohne jegliche Gewähr. Namen von Hotels, Gasthöfen usw. sind nur mit dem Grundnamen, meist ohne vorgestellte Erweiterungen zu Hotelgruppen oder anderem benannt. Es kann auch Änderungen zu Namen geben und dazu, ob sie aktuell geöffnet sind oder nicht. Detailpreise zu Übernachtungen und Speisen haben wir nicht angegeben, da sie sich jederzeit und ja nach Saison ändern können. Rechnen Sie aber für ein durchschnittliches Mittags- oder Abendgericht zumindest mit zwischen etwa neun und dreizehn Euro – weiter nach oben kann es natürlich auch gehen. Unsere Preiseindrücke beziehen sich auf zuletzt Herbst 2016.
Zu Details der Skigebiete, der aktuellen Schneelage und dem allgemeinen Angebot, inklusive Unterkünften und deren Verfügbarkeit, können Sie sich direkt auf den Homepages der Regionen oder Orte informieren. Von dort gelangen Sie meist weiter auf die Internetseite von Hotels, Gasthöfen, FeWos und Pensionen. Sofern Sie allgemein Ort und Hotels im Web eingeben, gelangen Sie oft auf Buchungsportale mit den dort gelisteten Anbietern. Wir nutzen lieber den Direktkontakt zum Vermieter und sind damit seit Jahrzehnten „gut gefahren“. Aber jeder, wie er es mag. Irrtum in unserem Bericht ist stets vorbehalten.

Aktuell zum 14. Januar 2017: Das Nassfeld meldet auf seiner Homepage 50 cm Neuschnee sowie eine Pistenschneehöhe von 70 - 110 cm; für Kranjska Gora meldet das Portal schneehohen.de für Tal/ Berg 50 cm/ 70 cm. Auf oder über die Homepages unten können Sie auch mehr zu den zurzeit zugänglichen präparierten Pisten sowie zu den Bergbahnen/ Liften erfahren, die zurzeit in Betrieb sind,.     

Schauen Sie hier:


Reisen, Urlaub und mehr:



Der Journalist, Buch- und Magazinautor Jürgen Weller (jw) schreibt und veröffentlicht seit 1978 Reiseberichte. Mit seinem Medienbüro DialogPresseweller greift er gerne auch Örtlichkeiten und Themen abseits ausgetretener Touristenpfade auf. Im PR-Bereich war Weller für verschiedene Tourismusorganisationen tätig, beratend und ausführend. 

Montag, 19. September 2016

Herbstzauber in Karnischen Alpen und Dolomiten


Herbstidyll im Kärntner Gailtal: grasende Pferde. (Fotos(c): presseweller)


Eine wundervolle Reise durch Kärnten, Südtirol und Friaul-Venetien


Jürgen Weller

September 2016. Ist es zu allen Jahreszeiten eine Lust, in den Bergen unterwegs zu sein, so malen Spätsommer und Herbst wieder andere und besondere Bilder. Die Urlauberkinder haben schnell Freundschaft geschlossen. Sie sammeln „Keschtn“, Kastanien, für die Wildfütterung im Winter. Wie oft schon bin ich auf diesen Herbstspuren im Kärntner Gailtal zwischen Morgensonne und Dämmerung unterwegs gewesen. Hier, wo die Karnischen Alpen die Grenze zu Italien bilden und hoch oben der Via della Pace, der Friedensweg, verläuft. Wenn morgens die Sonne aus dem Osten Schritt für Schritt dem Süden zuwandert, taucht sie Almmatten und Berge in ein strahlendes gelbliches Licht. Es ist so wundervoll und beeindruckend wie auch wieder viele Stunden später das beginnende Dämmerlicht. Dann versetzt die rote Kugel der im Westen untergehenden Sonne die Felswände von Gartner- und Zweikofel in ein magisches Rot, bevor sie irgendwo ganz hinten hinter Lesachtal- und Drautal wegtaucht. Der letzte Schimmer will wohl sagen „Morgen habt ihr mich wieder.“ Und morgen, dann schauen wir im Lesachtal vorbei und blicken in Südtirol auf die Dolomiten, fahren durch die westlichen Karnischen bis nach Sappada und weiter.

In dieser Jahreszeit sind überall Wanderer unterwegs. Sie schätzen die gegenüber dem Hochsommer milderen Temperaturen und die Fernsicht, die von den Bergen in diesem südwestlichen Kärntner Landstrich je nach Standort bis zu den Dolomiten und den Julischen Alpen reichen. Auch Radler und Ausflügler genießen diese Jahreszeit, in der auf überdachten Balkonen der Kukuruz, die Maiskolben, zum Trocknen hängen, Holz geschnitten und in ofengroßen Stücken gestapelt wird. Schließlich ist der Winter absehbar. Der Almabtrieb ist zum großen Teil vorbei. Aber Pferde und Kühe genießen noch ihre „Freizeit“ auf grünen Wiesen. Enten watscheln um die Hofstelle. Noch gibt es vielerorts diese bäuerliche Idylle. Schön! Die Tage gehen freilich schnell dahin. Schon früh setzt die Dämmerung ein. Man zieht sich in die Stuben zurück und gönnt sich eine Jause. Der köstliche Almkäse, gewürzter Topfen (Quark), Hauswurst, kerniges Brot und mehr gehören dazu. Man hockt gemütlich zusammen und erzählt, bis bald Bettzeit ist.



Durchs Lesachtal zum Dolomitenblick

Blauer Himmel am Morgen. Dem Westen zu, ins Lesachtal. Das für seine Naturbelassenheit bekannte Hochtal wird von Lienzer Dolomiten im Norden und dem Karnischen Hauptkamm im Süden eingerahmt. Ganz früher war die Durchfahrt noch beschwerlich. Die Straße führte durch die zahlreichen Gräben, mal runter, mal rauf. Inzwischen geht es dank vieler Brücken einfach. Links oben zwischen grünen Wiesen Nostra. Von hier wandert man zum Wolayersee, der wie ein grünblaues Auge in den westlichen Karnischen Alpen liegt. In Maria Luggau, über 1170 Meter hoch gelegen, erster Halt. Der Ort ist bekannt wegen seines Servitenklosters und der schon bei der Anfahrt sichtbaren Basilika Maria Schnee, bei der sich barocke und spätgotische Elemente, Stuckarbeiten und Malereien finden. Sie ist seit jeher ein Wallfahrts- und Pilgerziel. Jahr für Jahr wallfahren Menschen, teils seit Jahrhunderten und über hohe Bergpässe, von der Südseite der Karnischen Alpen „in die Luggau“. Nach Mitte September sind es die Gläubigen aus dem italienischen Sappada, auch „Pladen und Plodn“ genannt, die sich auf den vielstündigen beschwerlichen Weg begeben. Dorthin kommen wir auch noch.  




Die Basilika und Wallfahrtskirche Maria Schnee in Maria Luggau.


Im Lesachtal entspringt die Gail, und so wird es bald zum „Tiroler Gailtal“. Wir sind in Osttirol und fahren vorbei an Obertilliach bergab ins Drautal, dort nach Sillian und Innichen, wo wir die italienische Grenze passieren bald links abbiegen und an Sexten vorbei nach Moos ins Fischleintal fahren. Dort führt ein Weg Richtung Berge. Parken, aussteigen, schauen. Hier sind wir nicht alleine. Schließlich gibt es den „Dolomitenblick“ mit den imposanten Drei Zinnen. Aber der Himmel zeigt sich wolkenverhangen, sodass wir diesen dennoch schönen Ausblick auf die Dolomiten nur zum Teil genießen können. Überall auf der bisher gefahrenen und der weiteren Strecke gibt es Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. 
Wir fahren ein Stück zurück und Richtung Kreuzberg. Pässe dieses Namens gibt es mehrere. Dieser ist gut ausgebaut und führt mit bis zu zwölf Prozent Steigung auf über 1600 Meter Höhe von Südtirol nach Venetien. Unser Ziel ist der Monte Croce Carnico, der Plöckenpass. Im Örtchen Dosoledo machen wir Rast. Direkt an der Straße gibt es ein „Restaurant, Gelateria, Bar Dolomiti La Pizza“ mit Terrasse und gepflegten Gasträumen. Wenn wir schon hier sind, soll es auch eine Pizza sein. Die Pizzen sind reichlich belegt und schmecken einfach nur „richtig gut“. Abrundung durch ein Gelati (Eis) und einen Espresso. Alles zu empfehlen. Die Preise sind ähnlich wie in Deutschland. Gleich gegenüber ist ein großes hohes Antiquitätenhaus. Schon im Schaufenster konnten wir so manches „Schätzchen“ bewundern. Dort war leider noch Mittagspause.  



Klasse Pizza im Restaurant in Dosoledo.


Über Sappada zum Plöckenpass


Wie beeindruckend doch diese Bergwelt ist! Die Straße führt uns weiter nach Sappada im Piavetal, den Ort, der Ausgang der Wallfahrt nach Maria Luggau im Lesachtal und eine deutsche Sprachinsel ist. Fein herausgeputzt mit seinen alten Häusern, lebensgroßen Figuren, Geschäftchen und Geschäften mit einem bunten Angebot und dem in jede Richtung sehenswerten Blick auf die Berge mit Dolomiten und Karnischen Alpen, die sich in dieser Ansicht besonders imposant zeigen. Ein Bummel durch Sappada lohnt sich. Tradiertes Brauchtum steht neben moderner Ausrichtung. Natürlich sind auch hier Wanderern Tür und Tor geöffnet, zum Erkunden, zum Erleben, Herbsttage zu genießen.
  

Welch ein Panorama in Sappada.


Beim Dorfbummel in Sappada gibt es einiges zum Schauen.

In dieser Region, die an Venetien, Friaul, Carnico – auch Carnia und Karnien – und Österreich grenzt, durchfahren wir auf der Südseite der Karnischen Alpen so manche beschauliche Dörfer und gelangen über Rigolato bis vor Tolmezzo. Etwas nördlich der Stadt zweigen wir auf die Staaatsstraße Richtung Österreich ab und erreichen bald den „Monte Croze Carnico“, den Plöckenpass. Es geht unter anderem durch Timau. Der Ort wird auch Tischlwang genannt und ist ebenfalls eine deutsche Sprachinsel mit ganz eigenem Dialekt. An Weinfeldern vorbei kommen wir an den Aufstieg der kurvenreichen Passstraße. Von weiter oberhalb blicken wir auf Almen in den umliegenden Bergen und auf den Marmorbruch in der Tiefe. Auf der nur rund 1350 Meter hohen Passstraße, die im Ursprung auf die Römer zurückgeht, gibt es klasse Aussichten, bis schließlich zur Hohen Warte. Mit knapp 2800 Metern gilt der Berg als höchste Erhebung der Karnischen Alpen. Auf der Passhöhe kehren wir auf Kaffee und Kuchen ein. In Nähe der Passhöhe gibt es seit Jahrzehnten ein Windrad zur Stromerzeugung, es gilt als eines der oder das höchst gelegene in Österreich. In dieser Zone wird es gut zu tun haben, denken wir.

Gemächlich fahren wir bergab. Weiter unten gibt es einen schönen Ausblick auf Kötschach-Mauthen und die Gailtaler Alpen. Bald sind wir wieder im Gailtal. „Finito“ mit der Tour, also Ende. Die vielen Eindrücke der wunderschönen Berglandschaften begleiten uns. Wir sind wieder zurück im Gailtaler Herbst und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Vor ein paar Tagen habe ich schon wieder „Herbsturlaub“ gebucht.


Ausklang im Café Maier in Rattendorf im Gailtal. Auf Wiedersehen!


Hinweise: Je später es in den Herbst geht, desto eher kann es sein, dass das eine und andere Hotel oder auch manche andere Beherbungsbetriebe bereits geschlossen haben, um sich auf die Wintersaison vorzubereiten. Daher ist es ratsam, sich über die Tourismusbüros der Gemeinden oder Regionen zu informieren und/ oder gezielt anzufragen. Örtlichkeiten und Befahrbarkeiten wie hier angegeben und auf Fotos gezeigt, können sich geändert haben. Deshalb keinerlei Gewähr. Irrtum bleibt generell vorbehalten.


Nützliche Links: www.nlw.at zum Südwesten Kärntens; www.lesachtal.com; www.maria-luggau.at; www.pustertal.org; www.sappadadolomiti.com; www.italia.it/de – unter Friaul-Julisch-Venetien.

Jürgen Weller, Inhaber von Medienbüro + PR DialogPresseweller schreibt und veröffentlicht seit 1978 Reiseberichte zu verschiedensten Zielen in Deutschland, Österreich, Norditalien und zum westlichen Slowenien. Es gibt wohl kaum jemanden, der in dieser Zeit mehr Berichte zum südwestlichen Kärnten - Gailtal, Lesachtal, Gitschtal - geschrieben und veröffentlicht hat. Er zeigt vor allem Regionen und Örtlichkeiten etwas abseits ausgefahrener und belebter Reise- und Durchreiserouten. Schließlich gibt es jenseits dieser Strecken so viele schöne Landschaften, Orte und Besonderheiten, die einen Besuch oder Urlaub lohnen. 

Über die Webseite http://www.presseweller,de gibt es Reisetipps und -berichte, Magazine und Videos. Alles ohne Anmeldung aufrufbar und frei zum Anschauen und Lesen.

(c) für alle Artikel bei DialogPresseweller. Es gilt deutsches Urheberrecht. Weitere Fotos auf Anfrage. Bei Printabdruck Seitenbeleg oder PDF, 



Donnerstag, 7. Juli 2016

Im Kärntner Gailtal: Almbesuche, Radeln, Wanderlust


Die Kühe kommen! Almabtrieb in Rattendorf im Kärntner Gailtal ist ein fröhliches Fest für Gäste und Einheimische. Vom Kastnerhof aus hatten wir quasi einen Logenplatz.  (Foto: Kastner)


Im Spätsommer den Almabtrieb miterleben/ Gemütlich wohnen und die Urlaubstage rundum genießen


7. Juli 2016. Siegen (DiaPrW). Das Gailtal im Südwesten Kärntens schmiegt sich zwischen die meist grünen Kuppen der Gailtaler und die Felsformationen der Karnischen Alpen, gleich unterhalb der Grenze zu Italien. Es ist ein Landstrich mit lieblichen Dörfern, der Naturerlebnis mit nahezu alle Möglichkeiten für Aktivitäten vereint, vom Badespaß im warmen Pressegger See und in Freibädern über Radeln und Wandern bis zum Golf. So spaziert man zum Beispiel in Rattendorf gemütlich über den Wassererlebnisweg oder erwandert sich die Rattendorfer Alm, wo ein schmackhafter Käse produziert wird und man den Bergmassiven von Trogkofel und Zweikofel ein Stück näher ist. Radfreunde steigen in den nahezu eben verlaufenden Gailtal-Radweg ein, von dem man immer wieder in Dörfer abzweigen kann, oder steigen aufs Mountainbike, um herausfordernde Bergstrecken unter die Räder zu nehmen. Für Golfer sind es nur wenige Kilometer zur Anlage „Nassfeld Golf“ in Waidegg.

Im Gailtal gibt es so vieles zu entdecken und zu erleben, dass Familien, Jung und Alt, jeden Tag etwas anderes unternehmen können. Mit ein Grund, warum wir Rattendorf schon so oft mit gemütlicher Unterkunft wie auf dem Kastnerhof als Urlaubsziel hatten. Früher hatte die Jugend einmal einen Spruch kreiert, der so ähnlich hieß wie hier: Wer Rattendorf besteht, kann die Welt bereisen". Muss man aber nicht, weil es reichlich Betätigungsfelder am Ort und im Tal gibt. Ein paar Beispiele dazu: im Nachbarort Tröpolach ist die Talstation der Kabinenbahn, des Millennium-Express'. Die Fahrt hoch übers Nassfeld bis auf fast 2000 Meter zum Kofelplatz ist schön. Oben genießt man die wundervolle Aussicht, die weit über Täler und Berge, im Norden bis zu den Hohen Tauern, geht. Zwischendurch auf Kaffee und Kuchen oder Deftiges einkehren, über den – kinderwagengerechten Weg – runter zum See spazieren oder ein Stück des Karnischen Höhenwegs gehen. Ein Spaß für Jung und Alt ist die rasante Fahrt mit der Sommer-“Rodelbahn“, dem Pendolino. Auf Geraden und Kurven saust man bis zur Tressdorfer Alm mit ihrer Schaukäserei. Nah dabei wartet der NTC Outdoor-Park mit Felsenlabyrinth und mehr. An der Millennium-Express-Station Tressdorfer Alm kann man zurück ins Tal oder auch wieder hoch zum Kofelplatz fahren. Was anderes? Von etwas unterhalb des Nassfeld-Hauptortes kommt man mit der Sesselbahn dem Gartnerkofel näher. An der Bergstation haben Kinder ihren Spaß am Bergspielplatz Almrausch. Klar, dass sich für Wanderer zig Möglichkeiten ergeben. Am späten Nachmittag geht es zurück nach Rattendorf.



Die Rattendorfer Alm kann man sich erwandern, mit dem Mountainbike erobern oder mit dem Auto ansteuern: herrliche Lage, Ausblick bis in die Hohen Tauern. (Fotos u. unten: presseweller)

Freibad, See und Klamm

„Was unternehmen wir morgen oder heute? Diese Frage stellt sich meist abends oder morgens beim gemütlichen Frühstück. Wenn es noch angenehm warm ist, bietet es sich an, per Fahrrad oder Auto das nur wenige Kilometer entfernte Freibad in Kirchbach zu besuchen. Der Pressegger See, ein Stück an Hermagor vorbei, ist ebenfalls mit dem Fahrrad zu erreichen. Wem das kilometermäßig zu weit ist: mit dem Auto. Es gibt auf Süd- und Nordseite Strandbäder. Vor Hermagor zweigt die Straße rechts Richtung Möderndorf ab. Bevor es hoch auf die Egger Alm geht – ein großes Almdorf auf einer weiten Ebene –, sieht man rechts den Eingang zur Garnitzenklamm. Entlang des rauschenden Wassers wandern. Erlebnisreich und mit den Steilwänden beeindruckend. Es gibt mehrere Sektionen. Da es bei den späteren Teilen auch auf Kondition und Schwindelfreiheit ankommt, ist es sehr ratsam, sich vorher zu informieren. 
Nun ist jetzt ohnehin, schwupps, wieder ein Tag vorbei. Man kann man auch Ausflüge einbauen, zum Beispiel zum Weissensee oder mal rüber nach Italien, ins Friaul, auf einen Cappuccino oder eine Pizza oder zum großen Markt in Tarvis. Rattendorf liegt relativ zentral für viele Ausflugsmöglichkeiten, es gibt Möglichkeiten nahezu ohne Ende. Wir finden über so viele Jahrzehnte immer wieder Neues und Sehenswertes.



Durchs Tal verläuft der Gailtal-Radweg.


Bei fröhlichen Festen mitfeiern

Bis in den Herbst hinein gibt es fröhlich-gesellige Brauchtums- und Genussfeste im Tal. Da stehen zum Beispiel noch Kirchtage mit ihrem bunten Programm im Veranstaltungskalender. Trachten spielen bei nahezu allen Festen eine große Rolle. Im „Tal der Almen“, wie der Siegerländer Schriftsteller Georg Hainer das Gailtal vor über 35 Jahren beschrieb, steht auch der Käse im Mittelpunkt, unter anderem der namentlich EU-geschützte Gailtaler Almkäse. Neben den „Käseschauen“ gibt es im Spätsommer in Kötschach-Mauthen das „Käse-Festival“ mit buntem Programm, in diesem Jahr (2016) am 24. und 25. September. Wenn die Almsaison endet, je nach Witterung, steigt in Rattendorf ein besonderes Fest, das Almabtriebsfest. Auf dem Dorfplatz kommt man zusammen und kann bei Musik und guter Stimmung so manches Schmankerl genießen, die bekannte Kärntner Nudel inklusive. Alle warten, bis die geschmückten Kühe mit Sennerinnen und Sennern vom Almweg ins Dorf einziehen. Man hört es an den Glocken. Ein Fremdgefühl? Nein, hier wird seit Generationen der alte Spruch gepflegt: „Urlaub bei Freunden“.

Wohnen? Viele Möglichkeiten
Das Unterkunftsangebot ist vielfältig, von der Ferienwohnung über Camping, die Pension und den Bauernhofurlaub bis zum Gasthaus und Komforthotel. So mancher kennt zum Beispiel den Kastnerhof in Rattendorf mit seiner familiären Betreuung und dem gemütlichen überdachten Treffpunkt am Haus, wo man abends gerne zusammensitzt. Im Haus mit Ferienwohnungen und Pensionszimmern (Kastnerhof, Rattendorf, 9631 Rattendorf/ Jenig, Telefon/ Fax 0043 4285 443, E-Mail kastnerhof@speed.at) kommen Familien mit Kindern, Paare und Alleinreisende zusammen, um zu entspannen, ihren Urlaub zu genießen. 
Das Haus bietet quasi einen Logenplatz fürs Almabtriebsfest. Der Spielplatz und das Café Maier, das auch abends zur Einkehr einlädt, liegen direkt gegenüber. Als wir morgens im gemütlichen Zimmer mit dem traditionellen Kachelofen beim guten Frühstück sitzen, wissen wir schon, was wir heute machen: eine gemächliche Radrunde durchs Dorf und zum Teil entlang der Gail sowie mit dem Auto hoch ins benachbarte Kreuth oberhalb von Jenig fahren und unterhalb der Kreuther Höhe vorbei an grünen Wiesen und Höfen spazieren. Von hier oben gibt es tolle Ausblicke auf die Karnischen Alpen.
Wie es auch sein soll, ob gemütlich, aktiv, erholsam oder zum Entschleunigen: Das Gailtal bietet so viele Möglichkeiten – übrigens auch im Winter mit dem bekannten Skigebiet Nassfeld. (jw)

Infos zum Haus: www.kastnerhof.com
Infos zum Urlaubsgebiet: www.nassfeld.at, E-Mail: info@nassfeld.at

1. Foto oben Almabtrieb in Rattendorf:
Download des Fotos über „Tourismus-Medientexte“ auf www.presseweller.de
Zu weiteren Fotos bitte anfragen

Jürgen Weller, Medienbüro DialogPresseweller, veröffentlicht seit über 35 Jahren Reiseberichte und Informationen zum Gailtal und Nassfeld im Südwesten Kärntens sowie zu den angrenzenden Urlaubsräumen Lesachtal und Weissensee. Reiseberichte und Kooperationen, auch zu anderen Regionen, sind in Tages- und Wochenzeitungen, in Zeitschriften, im Rundfunk und Fernsehen erschienen sowie weit verbreitet im Internet. Aufgrund von rund über 100 Besuchen in der Region sind auch Specials wie zum Almleben und zu Fahrradtouren sowie Magazine und Videos erschienen.

Reiseberichte, Tipps und Hinweise lassen sich zentral über die Seite http://www.presseweller.de aufrufen, über „Tourismus-Medientexte“, „Magazine, Videos, Blogs“ und „Bike-Click“.   

Hinweis: Für Termine keine Gewähr. Örtlichkeiten,incl. Straßenführungen, Fahrtermine von Bergbahnen, Bezeichnungen, Angebote können sich zwischen Erstveröffentlichung und dem Lesen geändert haben. Irrtum bleibt immer vorbehalten. Es ist sinnvoll, sich vorher beim Tourismusbüro bzw. Informationscenter zu informieren. Je nach geplanter Wander-, Rad- oder sonstiger Tour ist es ratsam, zu Wetter- und Witterungsbedingungen Informationen einzuholen.