Samstag, 16. Januar 2010

Vom Siegerland zum Westerwald: Krippenschau



16.1.2010. Will man vom Siegerland aus zum Westerwald mit seinen Höhenzügen, Dörfern und Städtchen fahren, dann nutzt man am einfachsten das Siegtal. Ab Betzdorf geht es Richtung Hachenburg in die Höhenlagen bei Steinerot, Gebhardshain und Malberg. Über Hachenburg und Altenkirchen gelangt man ins Wiedtal, wo eine monumentale Krippenschau zu bewundern ist.

Wer diesen Weg aus dem hügeligen Siegerland wählt, kann sich freuen. Schon auf der Höhe zwischen Steinerot und dem Talort Elben gibt es bei klarer Sicht einen Ausblick bis zum Siebengebirge. Nutzt man danach die kleine Umfahrung an Gebhardshain vorbei über Steinebach nach (Malberg-) Steineberg sind von der Höhe Drachenfels, Ölberg und Kanzel sehr gut auszumachen, und mancher glaubte früher gar, den Schornsteindampf der Rheinschiffe gesehen zu haben. Dieser Westerwald, dem in den 40- und 50er-Jahren der längst verstorbene Heimatschriftsteller Ewald Weller mit spannenden Geschichten Leben einhauchte (Kräuter-Kathrin, Der Geist von der Steineberger Höhe und andere) unterscheidet sich in Sprache und Kultur vom Siegerland.
Bei diesigem Winterwetter kann man die Aussicht nicht genießen. Aber man schaut dann über verschneite Wiesen und Wälder, in denen mittendrin die Dörfer liegen. Ja, in Schnee-Wintern wie jetzt sieht es aus wie aus dem Märchenbuch.
Über Hachenburg mit seiner sehenswerten Fachwerkaltstadt geht es zum Beispiel nach Altenkirchen und von dort weiter ins romantische Wiedtal. Die Wied breitet sich zum Teil recht breit aus. Es geht über Höhenorte bis in die Talgemeinden teils kurvenreich bergab Richtung Neuwied. Der Rhein ist nah.
Dann wird Waldbreitbach, direkt an der Wied gelegen, erreicht. Auf den ersten Blick einer der üblichen Orte, auf den zweiten Blick ein etwas anderer. Denn genau hier gibt es mit nach Ausstellerangaben rund 1.600!! eine der weltweit größten Krippenausstellungen und Sammlungen. Ob bayerische Bergkrippe oder orientalische Darstellung der Geburt Jesu; ob aus Holz, Wurzeln, Papier, Porzellan, Kunststoff oder Zinn gearbeitet: Es gibt fast alles zu sehen. Riesige Szenerien an einer Wurzelwand wechseln sich mit kleinen überschaubaren Krippen ab: eine Vielfalt, die man bei einem Besuch gar nicht in ihrer Fülle wahrnehmen kann. Nahezu lebensgroße Krippen sind im Außenbereich aufgestellt. Für Krippenfreunde wir die bildlich-kunsthandwerkliche Darstellung der Geburtsgeschichte um Maria und Josef und das Kind in der Krippe immer etwas Anschaubares, Besonderes sein.
Der "christliche" Ort mit Kloster auf dem Berg hat auch in seiner Pfarrkirche ein Extra zu bieten: eine riesige, mehrere Meter hoch aufgebaute Wurzelkrippe mit einem abwechslungsreichen Szenarium. Die kann man sich allerdings nur bis zum 2. Februar anschauen.
Nach so viel Schauen, Staunen und Erkunden kehrt man ein. Direkt neben der Ausstellung kann man sich im Gasthof mit heißem Kakao, Kaffee sowie dem Speisenangebot aus der Karte oder eben Waffeln stärken. Ringsum im Ort liegen außerdem viele Gasthöfe und Restaurants. Klar, dass man auch übernachten kann, um die ganze Vielfalt nach und nach intensiver zu erkunden.
Wer's mal schauen will, schaut sich auf den Seiten von Waldbreitbach um oder erhält Tipps von presseweller, zum Beispiel über Anfragen bei mail@presseweller.de.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Im Siegerland: Mundart verbreitet

Siegen. 14.01.2010. Ja die Mundart, das "Platt". In einer der unsinnigen Schulumbruchzeiten Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre in Schulen im ländlichen Bereich verpönt und ganz außen vor, wurde es dennoch gesprochen. Es verliert sich leider mehr und mehr, wird aber wie in Norddeutschland, in Bayern, in ostdeutschen Ländern und auch im Siegerland weiter gepflegt.

Es ist weltweit bekannt, das "Riewekooche", das man sich sagt, wenn man sich irgendwo auf der Welt als Siegerländer trifft. So ging es mir, als ich vor vielen Jahren auf der Fahrt von Belgrad nach Weißenkirchen über kleine Nebenstraßen auf einen VW-Bus mit SI-Kennzeichen traf. Wir hielten an, und zuerst rief man sich zu "Sitt ihr och Riewekooche (seid ihr auch aus "Reibekuchen", also kommt ihr aus dem Siegerland)"? Klar, waren wir alle. Die einen aus Flammersbach, die anderen "uss der Statt", also direkt aus Siegen. Nun muss man Riewekooche erklären. Reibeplätzchen, im Siegerland auch Riewekooche, sind etwas anderes als der Siegerländer Riewekooche. Das ist ein Kartoffelbrot aus rohen geriebenen Doffeln oder Duffeln,Kartoffeln, und mit knuspriger Kruste. Schmeckt lecker mit guter Butter oder auch Marmelade. Damit wären schon einmal die ersten wichtigsten Schritte in Sachen Siegerländer Platt gemacht.
Kennen muss man auch "Nodda", also gut, so ist's, man kann jetzt weiter machen oder gehen, "Gonn Morje" und "Gon Dach", also "Guten Morgen" und "Guten Tag". Und wenn ein Siegerländer sagt "Ech ha hellob noch wat zu erledije" (Ich habe schnell noch was zu erledigen), weiß man, dass er es eilig hat. Von Ausnahmen abgesehen sind lange Gespräche ohnehin nicht das Ding des Siegerländers. Kurz und klar ist die Devise, wenn es auch Ausnahmen gibt.
Das sind nur wenige Beispiele. Siegerländisch ist auch nicht gleich Siegerländisch. Selbst wenn es wissenschaftlich untersucht und man eine Sprache ausgemacht haben will, gibt es diese einheitliche Sprache gar nicht. Sie ist nur in Grundlagen gleich oder da schon nur ähnlich. Weil schon in der Stadt (Siegen) anders gesprochen wurde und wird wie auf dem nächsten Dorf und dem weiteren Dorf auch wieder anders als im Nachbardorf. Die Vokale sind zum Teil anders. Bei einen heißt es, "mr hoa dat, bei den anderen, "mr haa dat". Allein aus den Familien heraus gab und gibt es für die nächste Generation ein Gemisch, wenn ein Elternteil aus dem Freudenberger Land, das andere direkt aus Siegen kam/kommt. Starke Mischungen gibt es in den Grenzbereichen zu Rheinland-Pfalz wie Oberfischbach/Niederfischbach, Struthütten/Herdorf, Hickengrund/Westerwald und durch das südlich angrenzende Hessen.
Aber Sprache ist lebendig, eben auch im Siegerland. Neben Hochdeutsch sollte man einen Dialekt kennen. Wird es von der Grndschule an gepflegt, eröffnet sich damit wahrscheinlich auch ein besserer Zugang zu anderen Sprachen. Dialekt ist ein Stück Identität und Heimat. So bin ich froh, das eine oder andere von den Eltern und dem Umfeld mitbekommen zu haben, Siegerländisch zu verstehen, sprechen und im Großen und Ganzen schreiben zu können.

Montag, 4. Januar 2010

Mhmmm! Siegerländer Küche



Mal was Besonderes machen. Im Kürbis aus dem Garten eine würzige Kürbissuppe servieren. Das sieht gut aus und schmeckt.
Foto: DIALOG-MedienbüroPresseweller

Regionales, das ist seit Jahren wie im Siegerland wieder der Schlager, auch in der Gastronomie. Und in jeder Region gibt es so Schmackhaftes, Bodenständiges, dass man all' das, was mal als "Nouvel cusine" in bestimmten Kreisen aktuell war, ohnehin nicht braucht. Clevere Gastronomen setzen außerdem darauf, nicht Produkte aus aller Welt zu kaufen oder gar noch ankarren zu lassen, sondern sich - soweit es möglich ist - mit Saisonware bei heimischen Höfen einzudecken - eine "nachhaltige Restauration". Klar, dass es auch im Siegerland so einige Besonderheiten gibt.

Das "Siegerländer Krüstchen" gibt es heute in dieser oder ähnlicher Form fast überall: paniertes Schnitzel auf Weißbrotscheibe, mit Spiegelei überzogen und Salat, auch Kartoffelsalat, umlegt. Hier und da erhält man auch eine Siegerländer Forelle, ob "Müllerin Art", "blau", gebraten oder geräuchert. Reibekuchen, Riewekooche, erhält man meist in Cafés und mit guter Butter oder auch zusätzlich Marmelade. Reibekuchen ist erst einmal das besondere Kartoffelbrot des Siegerlandes. Frisch und knusprig ist es am besten. Der Siegerländer nennt aber auch die Reibeplätzchen "Reibekuchen". Zum Teil werde sie mit Zwiebeln verfeinert. Traditionell werden sie mit Apfelmus gegessen. Ideal als Getränk dazu ist Milch. In der Gastronomie sind sie nicht so häufig zu finden. Das gilt auch für die Siegerländer Klöße. Die Herstellung aus rohen und gekochten Kartoffeln ist nicht unaufwändig. Im Ursprung gibt's dazu nur eine Speck-Zwiebelsoße. Das schmeckt unbändig gut!
Schon immer verwendet wurden die verschiedensten Kohlarten. Weißkohl wird zum Beispiel als "Schlabbermoos" verarbeitet, also gut durchgekocht mit einer Specksoße. Dazu gibt's dann noch Mettwurst oder sonst was Deftiges. Dicke Bohnen, auch "Saubohnen" genannt, mit ihrem ganz eigenen Geschmack, werden mit Kartoffeln und geräuchertem Speck oder Kasseler serviert. Bis in die 60er-Jahre wurden auch gern Grünkohl und das geschmacklich noch stärkere Mangold genutzt. Heute wird es auch wieder in "guten Küchen" eingesetzt. Wer's weiß: Nichts Neues oder Kreatives, sondern alles schon einmal dagewesen.
Die Zeit ist nicht stehen geblieben. Zu Hause und in der Gastronomie wird alles Mögliche, international, gekocht. Paprika und Knoblauch, Zucchinis und Fenchel, Basilikum und Oregano haben längst Einzug gehalten. So gehören neben der beliebten Kohlroulade, anderweitig als Krautwickel bezeichnet, auch gefüllte Paprika mit Reis und mal ein gefülltes Schnitzel, ein Cordon bleau, dazu.
Neben allen möglichen Kuchen, gern einen "Boden" mit Fruchtbelag und Sahne, serviert man zur nachmittäglichen Kaffeezeit auch Waffeln. Keine Erfindung aus dem Bergischen: Ganz lecker einfach mit Puderzucker oder mit heißen Kirschen oder Himbeeren und Schlagsahne. Der Siegerländer hat ohnehin Besonderheiten: Reibewaffeln - also aus Kartoffeln - und Bäckel mit Eierkäs - ein besonderes Brot aus gekochten Kartoffeln mit einer schnittfesten käseartigen Masse aus Ei. Zimt gehört dazu. Der "Kringel" indes ist in dieser Form wiederum siegerländisch. Basis ist eine Hefeteig, mit Zimt und/oder Marmelade in den Zwischenlagen gefüllt. Köstlich!

Nur einige wenige Beispiele aus der Vielfalt Siegerländer Küche. Typische Gerichte gibt es gastroniembezogen nur hier und da. Aber nahezu überall findet man dennoch Krüstchen, die verschiedenen Schnitzelarten, zum Teil Forelle und anderen Fisch, Geflügel, im Herbst Wild, die deftigen Rouladen mit Rotkohl und Klößen und vieles mehr. Keine Frage, dass man außerdem im Siegerland die internationale Küche genießen kann, von den Gaumenfreuden des Balkans bis zu den leichten Wok-Köstlichkeiten des fernen Ostens.

Montag, 21. Dezember 2009

Siegerland: Live-Musik und Partystimmung

Chorkonzerte, Neujahrskonzerte, Sinfonien, Volkstümliches und Blasmusik gibt's auf der einen Seite im Siegerland, ob in der Siegerlandhalle, in Wilnsdorf, Netphen, Kreuztal oder Freudenberg. Dafür gibt's nicht nur die Hallen in den jeweiligen Orten, sondern häufig, zum Teil bereits ab Mai und bis Ende September, Openairs, bei denen auch Jazz und Rock auf dem Programm stehen. Die zweite Seite sind die Live-Konzerte, die in Clubs und Vereinslokalen sowie in Gaststätten laufen. Wer in Siegen ausgehen und Musik hören will, sollte sich also das Veranstaltungsprogramm anschauen.
Schon lange im Geschäft ist das "Meiers" in der Hindenburgstraße neben der Post in Siegen-Mitte. Nicht nur bei Konzerten gibt's hier gut Betrieb. Nur ein paar Meter weiter, in der Straße "Am Bahnhof" ist da "Celona - Café & Bar", wo ebenfalls hin und wieder Live-Musik geboten wird. In gewisser Regelmäßigkeit geht in der Hauptstraße in Kaan-Marienborn, nur ein Sprung von Siegen-Mitte, im "Dee2 - Verein für moderne Musik und Kultur" die Post ab. Mal legen DJs die Scheiben auf, und mehrmals im Jahr sind Live-Bands da. Ebenfalls nur einen Sprung vom Zentrum entfernt ist der Vortex-Musikclub, in Weidenau, Auf den Hütten. Mit Bands aus aller Herren Länder steppt hier nahezu regelmäßig der Bär. Im Vortex gibt's alles: Rock, Rockabilly, Indie, Ska, Electric, 80er, Pop. Es ist Partystimmung angesagt. Zum Teil geben am Abend und bis in die Nacht gleich drei Bands den Sound vor.
Ein Samstagabend auf dem "Hüppel", dem Rosterberg in Siegen-Mitte. Türe auf im Hotel-Restaurant Schäfer. Da fliegt einem der Sound entgegen. Das Restaurant mit Nebenraum ist rappelvoll, die Stimmung erste Sahne. Im neu gebauten "Boot" steht die Band "Darkness Falls" und spielt, was das Zeug hält. Mal rockig, mal in Westernmanier und mal jazzig. Die Sängerin hat die passende "Röhre" dafür. Eindrucksksvoll. Die Gäste wiegen sich nicht nur im Rhythmus, sie tanzen auch. Alt und Jung mischen mit. Kommen Klassiker, singen alle mit. Tolle Geschichte. Stimmung, Party-Time. Wenn die Band Pause hat, legt Wirt Andreas aus dem Riesen-Musikspeicher die passenden Songs auf. Um 2 Uhr ist die Stimmung noch top, ein Ende nicht absehbar.
Wer sonst oder danach noch nach leiseren Tönen sucht, geht in den "Clou" in der Löhrstraße in der Siegener Oberstadt. Wenn's passt, greift Wirt Ivan zur Gitarre. Schnell gruppieren sich einige Gäste um ihn und singen mit - eine wieder andere Art der Live-Musik. Aber auch schön. So kann man den Abend, die Nacht ausklingen lassen.

Das sind nur ein paar Beispiele für Live-Musik im Siegerland und für einige wenige Lokalitäten, wo man einfach zuhören, feiern oder Party machen, einen schönen Abend verbringen kann. (presseweller im Dezember 2009)

Freitag, 27. November 2009

Wintertage im Siegerland


Schnee ist im Siegerland mit seinen
Höhen und Wäldern keine Seltenheit. (Foto: Archiv DialogPresseweller)

Ende November 2009. Wenn der Schnee von den Wäldern des Siegerlandes Besitz ergreift,dann strahlt ringsum alles in Weiß. Von nahezu jedem Ort, jeder Straße des Ländchens im Dreiländereck zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz sind es nur wenige Minuten, um in Tannen- und Fichtenwald, in Misch- oder Laubwald zu kommen. Die Stille und den bei jedem Tritt knirschenden Schnee genießt man bei Spaziergängen oder Wanderungen, wenn man "aus den Mauern" geht.

Die Adventszeit ist besonders schön, selbst wenn kein Schnee liegt. Der kommt oft schon zwischen Ende Oktober und Mitte November mal kräftig zu einem Zwischenspiel, um sich dann wieder bis Weihnachten oder um die Neujahrszeit herum zu verabschieden. In diesem Jahr, wie es aber auch schon viele andere gegeben hat, war's nur ein Intermezzo mit Nachtfrösten und dann fast frühlingshafte Temperaturen. Aber richtig aufhalten lässt sich "Väterchen Frost" nicht, und auch Frau Holle wird noch ihr Bettzeug kräftig schütteln.
Ganz romantisch ist es in diesen Zeiten in den Dörfern, besonders in den kleineren, von Anzhausen bis Plittershagen, wo häufig die Fachwerkfassaden durch festlich geschmückte und beleuchtete Fenster unterbrochen werden. Und zum Glück gibt es längst nicht überall den Firlefanz mit tausenden über das ganze Haus verteilten Lichtern, beleuchteten Plastik-Nikoläusen und Rentierschlitten, alles teils noch mit bunten blinkenden Lichterketten durchsetzt. "Still erleuchtet jedes Haus", so sieht's eben schöner aus.
Im Regionszentrum, in Siegen, gibt es zwar - seit Jahren bereits von direkt nach Totensonntag bis vor Heiligabend - einen größeren Weihnachtsmarkt in der Oberstadt vor der Kulisse des Unteren Schlosses, aber die kleineren Märkte in den Dörfern, die oft nur einen Tag oder ein Wochenende geöffnet haben, sind häufig authentischer und romantischer.
Der Winter im Siegerland ist aber nicht auf diese Zeit beschränkt. Selbst zu Ostern kann's noch dick Schnee geben. Um Neujahr herum wird in einigen Orten wie im Netpherland noch traditionelles Brauchtum mit Umzügen gepflegt. Und ein ausgiebiger Winterspaziergang in den Wäldern tut immer gut. In Siegen hat man gerade wieder die Rundwege auf der Eisernhardt auf Vordermann gebracht. Viele Wanderer hoffen, dass es nach den "Abholzungen" durch den Orkan Kyrill bald nicht schon wieder durch die Ansiedlung eines Gewerbegebiets zerstört wird. Vertreter der Industrie- und Handelskammer sowie mancher Parteien fordern vehement die Erschließung. Darunter liegende Natur- und Erholungsgebiete sind schon jetzt weitgehend betroffen. Wunderschön sind auch die Wege im Wiesen-Feld-Waldgebiet oberhalb der Dörfer Oberschelden und Gosenbach, Lurzenbach, die an Wochenenden gut von Ausflüglern und Wanderern frequentiert sind. Auch hierfür, wie gerade auf der Wilhelmshöhe und im Bottenberger Wald, oberhalb von Büschergrund bei Freudenberg, bereits in der Umsetzung, haben Politik mit Kammerunterstützung schon die Pläne für die übrigen Naherholungsräume in der Hand.
Aber noch geht es, kann man Ruhe, Ausblicke und Natur im Siegerland mit seinen vielen Dörfern genießen.
Ein bisschen mehr über das Siegerland erfahren Interessierte auch in den mit Gedichten und Geschichten bespickten Heimatbüchlein des Autors Georg Hainer, die im Verlag BuchJuwel veröffentlicht sind:
Urlaubs- und Reisehinweise finden Leser und Redakteure auch immer auf der Webseite

Montag, 9. November 2009

Von Rubens bis Jung-Stilling: Siegerland


In Siegens Oberem Schloss ist das Siegerlandmuseum
mit der Rubens-Galerie. Foto: Jürgen Weller


Das Siegerland im südlichen Westfalen, im Dreieck zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz mit dem Westerwald gelegen, ist eine reizvolle bis auf über 600 Meter ansteigende Mittelgebirgslandschaft. Es wird mit verschiedenen Abfahrten direkt von der Autobahn A45 zwischen Burbach und Olpe erreicht. Wenn es um Geschichte und weit über die Grenzen hinaus bekannte Persönlichkeiten früherer Tage geht, hat es einiges zu bieten.

Urlauber schätzen die waldreiche Region mit den Nadel-, Misch- und den einzigartigen Niederwäldern, den „Haubergen“, zum Abschalten, Wandern und Radeln sowie die Fachwerkorte, aus denen Freudenberg mit dem bekannten Altstadtbild in Schwarz-weiß-Fachwerk und Hilchenbach mit seinem Markt und den hohen Fachwerkgebäuden besonders hervorragen, zum Schauen und Bummeln. Traditionelles Fachwerk findet sich auch in den meisten Dörfern. Oft erhalten ist noch die obere Giebelöffnung, durch die das Heu auf den Boden, den „Ollern“ gezogen wurde. Im Winter stehen eher Erholen und Wandern auf dem Programm. Ein kleines und bei Schnee stark frequentiertes Skigebiet mit Lift, Loipen und Rodelbahn gibt es in Lützel oberhalb von Hilchenbach.
Das durch den früheren Eisenerzabbau, Eisen- und Stahlerzeugnisse weltweit bekannte Siegerland kann auch auf bedeutende Persönlichkeiten in Kunst, Kultur und Gesellschaft hinweisen. Dass diese bekannten Wegbegleiter der damaligen Zeit aus Siegen oder den umliegenden Dörfern stammen, ist vielfach nicht bekannt.
So ist der Geburtsort des großen flämischen Malers Peter Paul Rubens Siegen. Im Jahre 1577 hat er auf dem Siegberg, in dessen Mauern die frühere Hauptansiedlung des Ortes war, das Licht der Welt erblickt.
Bleibt man bei den Malern, dann folgt dem Geburtsjahr nach Jakob Scheiner, 1820 in Sohlbach bei Geisweid, heute ebenfalls Siegen einverleibt, geboren. Aus der Stadt selbst wiederum kommt der Maler Ludwig Heupel, geboren 1864.
Mit dem Siegerland verwurzelt ist ebenfalls die Musikerfamilie der Gebrüder Busch. Dirigent Fritz Busch wurde 1890 in Siegen geboren. Die Buschs wirkten international, unter anderem in den USA.
Das Land brachte auch bekannte Pädagogen sowie Sozial- und Gesellschaftskritiker und –reformer hervor. Der Pädagoge Adolf Diesterweg (geb. 1790) ist ebenso ein Siegener wie der 1797 geborene Leonhard Gläser, auf den die einst schöne Erholungsanlage Eintracht zurückgeht. Auf dem Gelände steht heute die Siegerlandhalle.
Nicht vergessen werden sollte der Arzt und Wirtschaftsfachmann Johann-Heinrich Jung, bekannt als Jung-Stilling. Im schön gelegenen Dörfchen Grund bei Hilchenbach im Jahre 1740 geboren, wurde er vor allem für seine Augen-Staroperationen bekannt.
Die Darstellung hier beschränkt sich auf einen Auszug aus der Liste bekannter Siegerländer Persönlichkeiten. Ihre Namen leben in Denkmälern, Geburtshäusern wie bei Jung-Stilling, Schulen, Veranstaltungsorten wie dem Gebrüder-Busch-Theater und dem Gläser-Saal und Museen, beispielsweise die Rubens-Galerie mit Originalgemälden im Siegerlandmuseum, sowie in Fach- und Heimatliteratur weiter.
Abgesehen von den landschaftlichen Reizen gibt es daher viele Gründe, das Siegerland zu besuchen, eben auch wegen der Kunst in vielen Facetten sowie der reichen Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. (Jürgen Weller)
Kontakt ist über die Webseite www.presseweller.de möglich

Freitag, 6. November 2009

Siegerland: Noch im Farbenrausch


Noch ist es Zeit, sich den Farbrausch in den Wäldern des Siegerlandes anzuschauen. Es ist einfach nur eine Pracht, ein buntes Feuer, das zu immer wieder neuen Höhepunkten aufläuft. Die typischen Siegerländer Niederwälder mit Birken, Buchen und Eichen spielen mit Ahorn, Ulmen und Weiden sowie den grünen Tannen- und Fichtenwäldern und gelben Lärchen die gesamte Farbpalette durch, von Hell- und Tiefbraun über Dunkel- bis Weinrot und strahlendem Gelb.


Je nach dem, wann der erste richtige Schnee nach den frühen, schnell vergehenenden Flocken, die meist schon Ende Oktober fallen, kommt, hält sich die bunte Pracht meist von so Mitte Oktober bis fast Ende November. Dann hat der Herbstwind die Bäume schon so zersaust, dass das Blätterkleid stark gelichtet ist. Irgendwann bald wird schon das Weiß des Winters die Bäume überpudern, das, wie sonst auch der Raureif, für ansprechende und üppige Landschaftsbilder sorgt.

Über Land wie in den idyllisch gelegenen Dörfern wie beispielsweise Grund, Ölgershausen und Ruckersfeld, in Alchen, im romantischen Heuslingtal, in Obersdorf und Wilgersdorf, wo auch die Hauberge, diese besonderen Niederwälder, gepflegt werden, sind die Landschaftsbilder besonders eindrucksvoll, aber auch in der Stadt selbst wie in Siegen eröffnen sich überall diese Schauplätze des bunten Herbstes.

In dieser waldreichen Region ist der Wald von fast jedem Fleck ganz nah. Man spaziert, wandert von Ort zu Ort über ausgewiesene Wege, nutzt Rothaarsteig, Siegerländer Höhenring, einen der Themenwege wie von Wilnsdorf aus oder den Jakobsweg. Wanderer wissen: Es kommt nicht darauf an, „Kilometer zu machen“ oder schnell an einem der gewünschten Ziele zu sein, sondern mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen, die Ausblicke und Eindrücke zu genießen, in sich aufzunehmen und dadurch auch ein Stückchen mehr zu sich selbst zu kommen. In dieser Landschaft mit den Dörfern und Städten, Burgen und Schlössern und eben den vielen gemischten Wäldern gibt’s viel zu sehen und zu erleben. Und hier brauchen die Menschen keinen „indian summer“. Sie bekommen schon immer den „Sejerlänner Herbst“ mit den flammbunten Wäldern geboten.

Wer’s verpasst, kommt im Winter. Gut eingepackt, lässt sich die Landschaft auch dann erwandern. Ist der Schnee da, gibt es wieder ganz besondere Landschaftsreize im Siegerland, der Landschaft mit Hügeln, Tälern und quirligen Dörfern und Städtchen. (DIALOGPresseweller/jw)

Wer Näheres wissen will, fragt beim Touristikverband Siegen-Wittgenstein, Koblenzer Straße, 57072 Siegen, nach oder bei mail/at/presseweller.de, auch über die Webseite www.presseweller.de zu erreichen.